Examensarbeit, 2013
76 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung und Übersicht
1.1 Problemaufriss
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen zur Belastung
2.1 Der Belastungsbegriff in Abgrenzung zu Beanspruchung, Stress und Anforderungen
2.2 Aktuelle Belastungsmodelle
2.2.1 Das Belastungs-Beanspruchungsmodell nach Rudow
2.2.2 Das transaktionale Stressmodell nach Lazarus
2.3 Belastung und Gesundheit: Gesundheitliche Beeinträchtigungen als Reaktion von Belastungen im Lehrerberuf
3. Zur speziellen Belastungssituation bei Lehrer und Lehrerinnen
3.1 Anforderungen und Erwartungen im Lehrerberuf
3.2 Empirische Studien zur Belastung von Lehrer und Lehrerinnen
3.2.1 Überblick über die Lehrerbelastungsforschung
3.2.2 Aktuellste Befunde: Ergebnisse der Potsdamer Lehrerstudie
3.2.3 Forschungsdefizite: Betrachtung der Schulebene in der Lehrerbelastungsforschung
4. Belastungsmerkmale auf der Prozessebene Schule
4.1 Das Schulqualitätsmodell von Ditton als Analysemodell zur Eingrenzung von Belastungsfaktoren
4.2 Belastungsmerkmale und Schulkultur
4.3 Kooperationen auf der Schulebene und Belastungen
4.3.1 Kooperation mit Partnern außerhalb der Schule
4.3.2 Kooperation und Interaktion im Kollegium als Belastungsfaktor
4.4 Belastungsmerkmale und Schulmanagement: Die Rolle der Schulleitung als Belastungsfaktor
4.4.1 Der Forschungsstand zur Schulleitung als Belastung
4.4.2 Zum Einfluss von Führung auf das Belastungserleben der Lehrkräfte
4.5 Personalpolitik und Personalentwicklungen im Kontext von Belastungen
5. Eigene Untersuchung: qualitative Lehrerstudie zur Belastung von Lehrpersonen auf der Schulebene in Hauptschulen
5. 1 Durchführung und Methode der eigenen Untersuchung
5.2 Analyse der Interviewdaten
5.2.1 Fallschule A
5.2.3 Fallschule B
5.3 Diskussion der Ergebnisse
6. Ausblick und Implikationen
6.1 Implikationen für die Kooperation im Kollegium
6.2 Implikationen für Schulleitungshandeln
6.3 Implikationen für Forschung
6. 4 Implikationen für Lehrernachwuchs
6.5 Implikationen für Schulentwicklung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Belastungserleben von Lehrpersonen mit einem gezielten Fokus auf die Prozessebene der Schule. Das primäre Ziel ist es, unter Nutzung des Schulqualitätsmodells von Ditton, spezifische Bedingungen auf Schulebene zu identifizieren, die zu Belastungen führen oder diese mindern können, wobei insbesondere soziale Beziehungen und Führungsstrukturen analysiert werden.
4.3.2.2 Bedingungen der Lehrertätigkeit als mögliche Ursachen für problematische Kooperation im Kollegium
Lehrpersonen arbeiten in ihrem Berufsalltag hauptsächlich mit Schülern und Schülerinnen, auf ihre Kollegen und Kolleginnen treffen sie nur, wenn sie gerade nicht arbeiten bzw. nicht unterrichten, wie in den Pausen, Freistunden oder in den Konferenzen. Die eigentliche berufliche Tätigkeit erfolgt somit außerhalb jeglicher kollegialer Kommunikation (vgl. Rothland, 2005, S. 162). Durch diese strukturellen Bedingungen am Arbeitsplatz Schule entsteht eine Isolation und Kontaktarmut in Lehrerkollegien (vgl. ebd.). Auch Rudow spricht von der Lehrperson als Einzelkämpfer (vgl. dies., 1994, S. 104). Diese Isolation der Lehrpersonen kann auch zu Schwierigkeiten im Kollegium führen. Rothland konstatiert, dass sich die Lehrkräfte die meiste Zeit ihres Arbeitsalltages in einer gesonderten Unterrichtssituation befinden, in welche die Kollegen und Kolleginnen keine Einsicht haben (vgl. ebd.). Doch es werden trotzdem Spuren von den Kollegen und Kolleginnen hinterlassen, wie unter anderem Klassenbucheinträge, Tafelbilder, Arbeitsblätter, der Lärmpegel oder auch der Zustand der Klasse (vgl. ebd.). Darüber sowie durch das Verhalten der Schüler und Schülerinnen können bestimmte Gewohnheiten und Unterrichtsmethoden der Kollegen und Kolleginnen wahrgenommen werden (vgl. ebd., S. 164). Diese Art und Weise, Informationen über Kollegen und Kolleginnen zu erhalten, hat zur Folge, dass viele Lehrpersonen im Kollegium zu Vorsicht und Distanz neigen (vgl. ebd).
Ein anderer Grund für den Mangel an Kollegialität liegt im Spannungsfeld zwischen den institutionellen Anforderungen der Schule und den subjektiven Bedürfnissen der Lehrpersonen nach Kontakt, Solidarität und Verständnis (Gimmler & Ginhold, 1980, S. 78). Gimmler und Ginhold gehen davon aus, dass die individuelle Entfaltung und Spontanität im Umgang mit Kollegen und Kolleginnen durch die bürokratische Organisation der Schule sowie die Verbindlichkeit der Lehrpläne und Verrechtlichung pädagogischen Handelns begrenzt wird (vgl. ebd.).
1 Einleitung und Übersicht: Diese Einleitung führt in die Problematik der Lehrerbelastung ein, betont die Relevanz der Schulebene und umreißt den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen zur Belastung: Hier werden zentrale Begriffe wie Belastung, Beanspruchung und Stress definiert und aktuelle Modelle zur Entstehung und Wirkung von Belastungen vorgestellt.
3. Zur speziellen Belastungssituation bei Lehrer und Lehrerinnen: Das Kapitel beleuchtet die komplexen Anforderungen und Rollenerwartungen an Lehrkräfte und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand, einschließlich der Potsdamer Lehrerstudie.
4. Belastungsmerkmale auf der Prozessebene Schule: Auf Basis des Modells von Ditton werden Schulkultur, Schulmanagement, Kooperation und Personalpolitik als spezifische Belastungsfaktoren der Schulebene analysiert.
5. Eigene Untersuchung: qualitative Lehrerstudie zur Belastung von Lehrpersonen auf der Schulebene in Hauptschulen: Dieser Teil präsentiert eine qualitative Fallstudienanalyse an zwei Hauptschulen, die die theoretischen Erkenntnisse durch Interviews mit Lehrkräften ergänzt.
6. Ausblick und Implikationen: Die Arbeit schließt mit konkreten Empfehlungen und Handlungsbedarfen für Schulleitungen, Kooperation im Kollegium, Forschung, Lehrernachwuchs und Schulentwicklung ab.
Lehrerbelastung, Schulqualität, Schulkultur, Lehrergesundheit, Schulleitung, Kollegium, Kooperation, Arbeitszufriedenheit, Stressmodell, Burn-out, Personalentwicklung, Lehrerberuf, Prozessanalyse, Hauptschule, Beanspruchung.
Die Arbeit analysiert die Belastungsfaktoren von Lehrpersonen, wobei der Fokus gezielt auf die Schulebene und das soziale System Schule gelegt wird, anstatt nur die individuelle Unterrichtstätigkeit zu betrachten.
Die Arbeit fokussiert sich auf Schulkultur, Schulmanagement (insbesondere die Rolle der Schulleitung), Kooperation im Kollegium sowie Personalpolitik und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit der Lehrkräfte.
Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Bedingungen auf der Prozessebene einer Schule das Belastungsempfinden der Lehrkräfte maßgeblich beeinflussen und wie diese Prozesse gesundheitsförderlich gestaltet werden können.
Neben einer umfangreichen Literatur- und Forschungsstandanalyse führt die Autorin eine qualitative empirische Untersuchung mittels problemzentrierter Interviews an zwei Hauptschulen durch.
Im Hauptteil werden Belastungsmerkmale auf der Prozessebene Schule anhand des Modells von Ditton kategorisiert, theoretisch fundiert und anschließend durch die eigene qualitative Untersuchung in zwei Fallschulen praxisnah validiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lehrerbelastung, Schulqualität, Schulleitung, Kooperation, Lehrergesundheit und Schulkultur definiert.
Die Untersuchung zeigt, dass die Schulleitung eine Schlüsselstellung einnimmt; ein unterstützender, kooperativer Führungsstil wirkt sich signifikant positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Lehrkräfte aus, während autoritäres oder desinteressiertes Verhalten belastend wirkt.
Die Lehrkräfte bewerten die kollegiale Zusammenarbeit zwar als entlastend und unterstützend, berichten jedoch von organisatorischen Hürden und einem Fehlen zeitlicher Ressourcen für eine tiefgreifende pädagogische Kooperation.
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