Bachelorarbeit, 2017
66 Seiten, Note: 1.00
1. Einleitung
2. Bourdieus Theorie der Sozialen Klassen
2.1. Kapital
2.1.1. Ökonomisches Kapital
2.1.2. Kulturelles Kapital
2.1.3. Soziales Kapital
2.1.4. Symbolisches Kapital
2.2. Felder
2.3. Habitus und Einverleibung
2.4. Lebensstil und Geschmack
2.5. Der soziale Raum
2.5.1. Kapitalvolumen
2.5.2. Kapitalstruktur
2.5.3. Verlagerungen im sozialen Raum
2.5.4. Distinktiver Raum der Lebensstile
2.6. Sport und soziale Klassen nach Bourdieu
3. Vorgehensweise / Methodik
3.1. Beschreibung der Methode Literaturrecherche
3.2. Literaturrecherche zur Aktualität von Bourdieus Klassentheorie im Feld Sport
4. Ergebnisse
4.1. Qualitative Studien
4.1.1. Stuij (2015): Habitus and social class: a case study on socialisation into sports and exercise
4.1.2. Pot, Verbeek, van der Zwan & van Hilvoorde (2016): Socialisation into organised sports of young adolescents with a lower socio-economic status
4.1.3. Wheeler (2011): The significance of family culture for sports participation
4.1.4. Falcous & McLeod (2012): Anyone for Tennis? Sport, Class and Status in New Zealand
4.1.5. Swanson (2009): Complicating the "Soccer Mom:" The Cultural Politics of Forming Class-Based Identity, Distinction, and Necessity
4.1.6. Kingsley & Spencer-Cavaliere (2015): The Exclusionary Practices of Youth Sport
4.1.7. Lenartowicz (2016): Family leisure consumption and youth sport socialization in post-communist Poland: A perspective based on Bourdieu’s class theory
4.2. Quantitative Studien
4.2.1. Vandermeerschen, Vos & Scheerder (2016): Towards level playing fields? A time trend analysis of young people’s participation in club-organised sports
4.2.2. Jakobsson, Lundvall, Redelius & Engström (2012): Almost all start but who continue? A longitudinal study of youth participation in Swedish club sports
4.2.3. Engström (2008): Who is physically active? Cultural capital and sports participation from adolescence to middle age—a 38-year follow-up study
5. Diskussion
5.1. Sporthabitus und Familie
5.2. Familiennetzwerk als Soziales Kapital
5.3. Ökonomisches, kulturelles und sportliches Kapital
5.4. Einflussfaktor Altersverlauf
5.5. Einflussfaktor Schule
5.6. Disktinktion durch den Sportverein
6. Conclusio
7. Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht den aktuellen Forschungsstand zur Anwendung der Theorie der sozialen Klassen nach Pierre Bourdieu auf den Bereich Sport, um zu ergründen, wie die Verteilung von Kapital (ökonomisch/kulturell) und der Sporthabitus die Sportpartizipation beeinflussen.
2.3. Habitus und Einverleibung
Der Habitus beschreibt „die Haltung des Individuums in der sozialen Welt, seine Dispositionen, seine Gewohnheiten, seine Lebensweise, seine Einstellungen und seine Wertvorstellungen“ (Fuchs-Heinritz & König, 2005, S. 113). Dadurch nehmen Menschen an der sozialen Praxis teil und bringen diese hervor. Dies geschieht nach Bourdieu weder aus innerer Freiheit wie beim Existenzialismus, nicht durch Kalkulation wie beim rational-choice-Ansatz, noch durch Befolgung von Regeln und Normen wie beim Strukturalismus, sondern durch „präformierte Denk- und Handlungsdispositionen“ als „vergesellschaftetes Individuum“ (ebd., S. 114).
Im Habitus agieren die verinnerlichten gesellschaftlichen Strukturen durch den Menschen selbst. Der persönliche Habitus ist somit ein Klassen-Habitus, da er durch eine bestimmte soziale Lage im gesellschaftlichen Gefüge geprägt ist und somit Ausdruck und Ergebnis von objektiven Chancenstrukturen (vgl. Krais, 1989, S. 51).
Der Habitus ist das „inkorporierte Kapital“, das zu dem „objektivierten“ Kapital, welches die sozialen Merkmale innerhalb eines Feldes darstellt, hinzukommt (Bourdieu, 2008, S. 195). Er ist sozusagen im Körper eingeschrieben und um die starke Verankerung im Körper zu betonen verwendet Bourdieu den Begriff „Einverleibung“ (Fuchs-Heinritz & König, 2005, S. 134) anstatt von Sozialisation zu sprechen. Der Habitus erleichtert rasches und situatives Agieren und Reagieren in der Praxis und kann durch sein Prinzip der „geregelte[n] Improvisation“ (Bohn & Hahn, 2000, S. 258) auch innovative und schöpferische Lösungen hervorbringen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik sozialer Barrieren im Sport ein und stellt die Forschungsfrage zur Relevanz von Bourdieus Theorie für die Sportpartizipation.
2. Bourdieus Theorie der Sozialen Klassen: Das Kapitel erläutert die zentralen Konstrukte wie Kapitalformen, Felder und den Habitus als Basis für das Verständnis sozialer Ungleichheit im Sport.
3. Vorgehensweise / Methodik: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der systematischen Literaturrecherche sowie die Kriterien zur Auswahl der relevanten Studien für den Literaturüberblick.
4. Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der analysierten qualitativen und quantitativen Studien strukturiert und vergleichend dargestellt.
5. Diskussion: Dieser Abschnitt verknüpft die empirischen Befunde mit der Theorie und beleuchtet Einflussfaktoren wie Familie, Schule, Alter und den Sportverein als Distinktionsmittel.
6. Conclusio: Die Conclusio fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Relevanz von Bourdieus Sozialtheorie für die Erklärung von Ungleichheiten im Sport.
7. Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis aller verwendeten Quellen.
Soziale Klasse, Pierre Bourdieu, Sport, Sporthabitus, Kulturelles Kapital, Ökonomisches Kapital, Soziales Kapital, Sportpartizipation, Distinktion, Lebensstil, Habitus, Sozialisation, Feld, Sportverein, Bildungskapital.
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Sozialtheorie von Pierre Bourdieu genutzt werden kann, um soziale Unterschiede bei der Sportausübung und -partizipation zu erklären.
Zentral sind die Konzepte von Kapital (ökonomisch, kulturell, sozial), der Habitus, soziale Distinktion durch Sport und die Rolle der Familie bei der Sportsozialisation.
Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zur Anwendung von Bourdieus Theorie auf den Sport aufzuarbeiten und festzustellen, wie Kapitalverteilung und Sporthabitus die Teilhabe an Sportangeboten beeinflussen.
Es wurde eine systematische Literaturrecherche (Literature Review) durchgeführt, um wissenschaftliche Fachartikel zu identifizieren, kritisch zu analysieren und zu synthetisieren.
Der Hauptteil präsentiert eine Zusammenfassung und Diskussion zahlreicher qualitativer und quantitativer Studien, die verschiedene Aspekte des Sportverhaltens in unterschiedlichen sozialen Klassen beleuchten.
Wesentliche Begriffe sind Sporthabitus, Kapitalformen, Soziale Klasse, Distinktion und Sportpartizipation.
Die Studien zeigen, dass Eltern durch bewusste oder unbewusste Förderung, familiäre Tradition und die Bereitstellung von Ressourcen maßgeblich den Sporthabitus und damit die sportlichen Wege ihrer Kinder prägen.
Oft mangelt es an dem spezifischen kulturellen Kapital (z.B. frühes Erlernen technischer Skills, Etikette), das in bestimmten Vereinen als Habitus vorausgesetzt wird, was zu einem Gefühl des Nichtdazugehörens führt.
Ja, er ist zentral für die Möglichkeiten zur Sportausübung, wobei jedoch in manchen Ländern oder Systemen, wie in Polen oder Schweden, die Mittelschicht-Struktur die Effekte abschwächen kann.
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