Bachelorarbeit, 2007
49 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Ethnolinguistische Charakteristik der ukrainischen
2.1. Die Anzahl der Regionen mit ungleichartigen national – kulturellen, sprachlichen sowie soziopolitischen Traditionen und Kenntnissen
2.2 Die zwei Sprachen des Landes
2.3 Geschichtliche Hintergründe
3. Theorie von Esser
3.1. Ethnische Konflikte
3.2. Soziale Produktionsfunktion
3.3. Paradigmenwechsel
3.4. Sprache als spezifisches Kapital
4. Die Ukraine
4.1 Ukrainische Produktionsfunktion und die Wende
4.2. Nachklänge der Ereignisse 1990-1991 in letzten Jahren
5. Fazit
6. Zusammenfassung in einer Fremdsprache
Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese des latenten Sprachkonflikts in der Ukraine, insbesondere vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche während der Wende 1990/91. Das primäre Ziel ist es zu erklären, warum es trotz bestehender Spannungen bisher nicht zu einem offenen, gewaltsamen Sprachenstreit gekommen ist, wobei die Sprache als zentrales Element der nationalen Identitätsbildung und Machtpositionierung analysiert wird.
4.1 Ukrainische Produktionsfunktion und die Wende
Aufgrund der Tatsache, dass ukrainische und russische Ethnien sehr nah nebeneinander wohnen, ist ein Prozess der Ethnisierung unvermeidlich. Die Errichtung ethnischer Grenzen durch die jeweiligen Akteure ist, trotz einer gemeinsamen Herkunft, immer deutlich gewesen. Die Grenze bildet anfangs eine eigene, sich letztendlich aber doch voneinander unterscheidende Geschichte sowie eigenartige Traditionen. Die Jahre der Unterdrückung haben diese Unterschiede verstärkt und sogar vertieft. Des Weiteren haben die Ukrainer stets dasselbe Territorium des Kijever Reichs besetzt, welches für sie von ungeheuerlicher Bedeutung ist. Dies hat dazu geführt, dass sich die beiden Ethnien auch durch ihr Glaubensbekenntnis voneinander unterscheiden: die Russen sind grundsätzlich orthodox, für die Ukrainer wiederum ist es die ukrainischsprachige griechisch-katholische Kirche, die identitätsstiftend wirkt. Selbst die ukrainische und die russische Sprache bilden, obwohl miteinander verwandt, schon ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen diesen beiden Ethnien. Außerdem ist zu beachten, dass sowohl Ukrainer als auch die Russen eigene Parteien, Organisationen, Gewerkschaften, Schulen, ja sogar Zeitungen und Fernsehprogramme besitzen, was ebenfalls zu einer zwischenethnischen Grenzziehung beiträgt.
Bis in die 80er Jahre fiel es ethnischen Ukrainern eher schwer, sich eine soziale Wertschätzung zu verschaffen. Selbst die Erwirtschaftung der gesellschaftlich positiv definierten Zwischengüter, insbesondere der ukrainischen Sprache, war, als Folge der Unterdrückung seitens der in der sowjetischen Gesellschaft privilegierten russischen Schicht, extrem schwierig. Vor der politischen Wende erfolgte im Bewusstsein vieler Sprachträger aus der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Unterordnung heraus eine Folklorisierung des Ukrainischen, eine soziokulturelle Entfremdung mit einhergehendem Minderwertigkeitsgefühl.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Sprachsituation in der Ukraine ein und definiert das Ziel, die Genese des Konflikts unter Berücksichtigung der Wende 1990/91 zu untersuchen.
2. Ethnolinguistische Charakteristik der ukrainischen: Hier werden die demographische Vielfalt und die regionalen sprachlich-kulturellen Unterschiede sowie deren historischer Hintergrund beleuchtet.
3. Theorie von Esser: Dieses Kapitel stellt das theoretische Modell der sozialen Produktionsfunktion von Hartmut Esser vor, um ethnische Konflikte und die Bedeutung von Sprache als spezifischem Kapital zu erklären.
4. Die Ukraine: Der Hauptteil analysiert die konkrete politische Wende 1990/91 und deren Auswirkungen auf die Sprachenpolitik sowie das subjektive Empfinden der ethnischen Gruppen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Stabilität des ukrainisch-russischen Verhältnisses trotz des vorhandenen Konfliktpotenzials.
6. Zusammenfassung in einer Fremdsprache: Eine spanischsprachige Zusammenfassung der gesamten Arbeit.
Ukraine, Sprachkonflikt, ukrainische Sprache, russische Sprache, nationale Identität, Ethnisierung, Hartmut Esser, soziale Produktionsfunktion, Wende 1990/91, Sprachpolitik, kulturelles Kapital, Minderheiten, Zweisprachigkeit, Surzhik, Sprachengesetz.
Die Arbeit analysiert die Sprachsituation in der Ukraine und erklärt, warum der Kampf um den Status der Sprache als Kampf um die nationale Identität verstanden werden muss.
Die zentralen Themen umfassen die ethnolinguistische Charakteristik der Ukraine, die Anwendung der Theorie von Hartmut Esser auf Sprachkonflikte sowie die Auswirkungen der politischen Wende 1990/91 auf die Identitätsbildung.
Das Ziel ist die Erforschung der Genese des latenten Sprachkonflikts und die Erklärung, warum es bisher nicht zu einem offenen, gewaltsamen Sprachenstreit gekommen ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse nach dem Modell der sozialen Produktionsfunktion von Hartmut Esser, kombiniert mit der Auswertung von Statistiken, Zeitungsartikeln und relevanter Fachliteratur.
Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Genese der Sprachsituation, dem Einfluss der sowjetischen Ära, der Wendezeit 1990/91 und der Bedeutung des Sprachengesetzes von 1989 für das heutige Identitätskonstrukt.
Wichtige Begriffe sind Ukraine, Sprachkonflikt, Identität, Ethnisierung, Sprachpolitik, Soziale Produktionsfunktion und spezifisches Kapital.
Surzhik beschreibt eine ukrainisch-russische Mischform, die in weiten Teilen der Ukraine als Substandart-Umgangssprache verwendet wird und die Komplexität der sprachlichen Abgrenzung verdeutlicht.
Das Gesetz wird als zentraler Ausgangspunkt der ukrainischen Sprachenpolitik gesehen, wobei seine unzureichende Umsetzung und die daraus resultierenden politischen Emotionen bis heute das Konfliktpotenzial beeinflussen.
Die Autorin stellt fest, dass die russische Sprache trotz des neuen ukrainischen Staatssprachenstatus weiterhin eine beherrschende und tief im kulturellen Alltag sowie in der Mentalität verwurzelte Rolle spielt.
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