Masterarbeit, 2017
110 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom
2.1 Forschungsgeschichte und Begriffsentwicklung
2.2 Symptomatik und Klassifikationssysteme
2.2.1 Aufmerksamkeitsstörung
2.2.2 Impulsivität
2.2.3 Hyperaktivität
2.2.4 DSM-V und ICD-10
2.3 Diagnostik
2.4 Komorbiditäten
2.5 Verlauf
2.5.1 Säuglings- und Kleinkindalter
2.5.2 Kindergarten- und Vorschulalter
2.5.3 Grundschulalter
2.5.4 Jugendalter
2.5.5 Erwachsenenalter
2.5.6 Risiko- und Schutzfaktoren
2.5.7 Stärken von ADHS-Betroffenen
2.6 Ätiologie
2.6.1 Genetische Faktoren
2.6.2 Neurobiologische Faktoren
2.6.3 Umwelteinflüsse
2.6.4 Neuropsychologische Faktoren
2.6.5 Psychosoziale Faktoren
2.6.6 Biopsychosoziales Modell
2.7 Prävalenz
3 Behandlungsmöglichkeiten einer ADHS
3.1 Psychoedukation
3.2 Pharmakotherapie
3.3 Psychotherapeutische Interventionen
3.3.1 Patientenzentrierte Verfahren
3.3.2 Eltern- und Familienzentrierte Verfahren
3.3.3 Kindergarten- und schulzentrierte Verfahren
3.4 Andere Behandlungsarten
3.5 Multimodale Therapie
4 ADHS und Schule
4.1 Auswirkungen von ADHS in der Schule
4.2 Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Schulbesuch
4.3 Die Rolle der Lehrkraft
4.3.1 Lehrer-Schüler-Beziehung
4.3.2 Regeln und Strukturen
4.3.3 Lob und Kritik
4.4 Unterrichtsgestaltung
4.4.1 Didaktische und methodische Aspekte
4.4.2 Techniken der Verhaltensmodifikation
4.4.2.1 Tokensysteme
4.4.2.2 Tagesbeurteilungen
4.4.2.3 Response-Cost-Systeme
4.4.2.4 Time-Out-Methode
4.4.2.5 Weitere Verhaltensmodifikationstechniken
4.5 Zusammenarbeit der Beteiligten
5 Fazit
Diese Arbeit zielt darauf ab, umfassende Hintergrundinformationen zum Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) für Lehrkräfte aufzubereiten, verschiedene Behandlungsmethoden einander gegenüberzustellen und konkrete pädagogische sowie psychologische Strategien für den Schulalltag zu entwickeln, um die Auswirkungen der Störung auf betroffene und nicht betroffene Kinder zu minimieren.
2.1 Forschungsgeschichte und Begriffsentwicklung
ADHS wird von Kritikern immer wieder als Mode-Diagnose (vgl. Raschendorfer 2003, S. 3; Wenke 2006, S. 68) bezeichnet. Die Betrachtung einiger Meilensteine in der Forschungsgeschichte der Thematik beleuchtet diese Behauptung näher und führt darüber hinaus in das Themengebiet ein. Durch die Darstellung der Begriffsentwicklung wird zudem der schwierige Weg der Namensfindung bis zur heutigen Zeit aufgezeigt.
Müller, Candrian und Kropotov (2011, S. 32) sind davon überzeugt, „auch wenn die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vor allem in den letzten zwei, drei Jahrzehnten ins Bewusstsein breiter Bevölkerungskreise gedrungen ist, [...] dass es sich keinesfalls um ein neues Phänomen handelt“. Es lassen sich bereits bei den alten Griechen Hinweise auf Kinder finden, die ein sehr lebhaftes und überschwängliches Temperament aufwiesen und denen durch die zuständigen Ärzte Opium zur Beruhigung empfohlen wurde. Rückblickend betrachtet können auch bei einer ganzen Reihe an bekannten Persönlichkeiten, wie Künstlern oder Erfindern, deutliche Anzeichen einer ADHS gefunden werden. Beispielhaft seien Wolfgang Amadeus Mozart (1756 -1791), Ludwig van Beethoven (1770 - 1827), Leonardo Da Vinci (1452 - 1519) und Thomas Alva Edison (1847 - 1931) genannt (vgl. Hackethal 2012, o. S.).
Auch Napoleon I wurde 1808 von seinem Leibarzt Dr. Haslam als ein moralisch krankes Kind bezeichnet, das als „Sklave seiner Leidenschaft, Schrecken der Schule, Qual der Familie und Plage seiner Umgebung“ (ebd.) galt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der ADHS ein, unterstreicht die Relevanz des Themas im schulischen Kontext und legt die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2 Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom: Dieses Kapitel behandelt die Forschungsgeschichte, die medizinische Symptomatik und Klassifikation, die Diagnostik, den Entwicklungsverlauf, die Ätiologie und die Prävalenz der Störung.
3 Behandlungsmöglichkeiten einer ADHS: Hier werden unterschiedliche Interventionsansätze, wie Psychoedukation, Pharmakotherapie und psychotherapeutische Verfahren, vorgestellt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit kritisch diskutiert.
4 ADHS und Schule: Dieses Kapitel fokussiert auf die Auswirkungen von ADHS im Schulalltag und präsentiert konkrete pädagogische Handlungsoptionen für Lehrkräfte, inklusive Unterrichtsgestaltung und Verhaltensmodifikation.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont den fortbestehenden Handlungsbedarf für eine verbesserte Integration und Förderung ADHS-betroffener Schüler.
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom, Schule, Unterrichtsgestaltung, Lehrkraft, Pharmakotherapie, Verhaltenstherapie, Psychoedukation, Klassifikationssysteme, Komorbidität, Pädagogik, Verhaltensmodifikation, Inklusion, multimodale Therapie, Schulentwicklung.
Die Arbeit befasst sich mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kontext der Schule und bietet Lehrkräften fundierte Informationen über das Syndrom sowie praxisnahe Strategien zur Bewältigung.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Störung (Symptomatik, Ätiologie), verschiedene Behandlungsmethoden sowie spezifische pädagogische Handlungsanweisungen für Lehrkräfte im Schulalltag.
Das Hauptziel ist es, Lehrkräften Hintergrundwissen zu vermitteln, Behandlungsansätze gegenüberzustellen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie negative Auswirkungen der ADHS in der Schule reduziert und betroffene Schüler effektiv gefördert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien, Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-V) und pädagogischer sowie therapeutischer Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Syndroms, die Erläuterung therapeutischer Möglichkeiten (wie Pharmakotherapie und Verhaltenstherapie) und einen umfangreichen Teil zur schulischen Praxis und Unterrichtsgestaltung.
Wichtige Begriffe sind ADHS, Schulpädagogik, Verhaltensmodifikation, multimodale Therapie, Lehrer-Schüler-Interaktion, Symptomkriterien und pädagogische Förderung.
Das Modell veranschaulicht, dass ADHS durch ein komplexes Zusammenspiel genetischer, neurobiologischer und psychosozialer Faktoren entsteht, wodurch eine rein einseitige Betrachtung vermieden wird.
Tokensysteme dienen als operante Methode der Verhaltensmodifikation, indem erwünschtes Verhalten durch Punkte (Tokens) positiv verstärkt wird, was betroffenen Schülern hilft, ihr Verhalten langfristig zu strukturieren.
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