Diplomarbeit, 2005
127 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
I. THEORETISCHER TEIL
2. ZUR KONSTRUKTION VON GESCHLECHT
2.1 EVOLUTIONÄRE PERSPEKTIVE
2.2 GESCHICHTLICHE PERSPEKTIVE
2.2.1 Das 18. Jahrhundert
2.2.2 Das 19. Jahrhundert
2.2.3 Das 20. Jahrhundert
2.2.4 Ansichten von Simone de Beauvoir im Jahre 1949
2.3 ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE PERSPEKTIVE
2.3.1 Geschlechtsidentität in der Kindheit
2.3.2 Geschlechtsidentität in der Adoleszenz
2.3.3 Geschlechtsidentität im Erwachsenenalter
3. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE: FAKTUM ODER VORURTEIL?
4. ANDROGYNIE
4.1 SICHTWEISE VON C. G. JUNG
4.2 SICHTWEISE VON D. ALFERMANN
5. WANDEL DER GESCHLECHTSROLLEN
5.1 VERÄNDERUNG DER WEIBLICHEN ROLLE
5.2 VERÄNDERUNG DER MÄNNLICHEN ROLLE
6. BEZIEHUNGSSTILE
7. HYPOTHESEN
II. METHODE
III. ERGEBNISSE
1. Geschlechtstypen: Reales und ideales Selbstbild
2. Zufriedenheit
3. Aussehen und Mode
4. Liebe und Beziehung
5. Zusammenfassung
IV. DISKUSSION
V. ANHANG
(1) FRAGEBOGEN
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob androgyne Persönlichkeiten, die sowohl positive männliche als auch positive weibliche Eigenschaften in sich vereinen, Sozialisationsvorteile genießen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob diese Personen zufriedener mit ihrem Leben sind und erfülltere Beziehungsstile pflegen als Personen, die einem klassischen geschlechtstypischen Rollenbild entsprechen.
2.3.1 Geschlechtsidentität in der Kindheit
Säuglinge halten ab dem dritten Lebensmonat, spätestens jedoch mit sechs Monaten die Stimmen männlicher und weiblicher Erwachsener auseinander und können ab dem neunten Monat männliche und weibliche Gesichter unterscheiden. Allerdings wären Kinder in diesem Alter noch nicht in der Lage, die Frage „Bist Du ein Junge (Mädchen)?“ korrekt zu beantworten. Dies gelingt erst mit zweieinhalb bis drei Jahren. Ab dem dritten Lebensjahr orientiert sich die Wahl bzw. Ablehnung von Spielsachen oder Spielaktivitäten zunehmend am Kriterium der Geschlechtsangemessenheit. Die Geschlechterrollen werden eher wie absolut gültige Naturgesetze eingeordnet, statt als kulturell vereinbarte soziale Konventionen verstanden. In diesem Alter gewinnen auch geschlechtshomogene Gruppen als Kontext, in dem Kinder soziale Erfahrungen sammeln, größere Bedeutung.
Im Kindergarten lässt sich schon erkennen, dass kleine Buben vermehrt mit Buben, kleine Mädchen vermehrt mit Mädchen, spielen. Eine Befragung von Kindern im Kindergartenalter hat ergeben, dass Jungen ihre Geschlechtsgenossen „schlauer“ und „attraktiver“ finden als Mädchen, die ihnen „langweilig“ und „ängstlich“ vorkommen. Demgegenüber schätzen Mädchen an ihren Geschlechtsgenossinnen, dass sie „friedlicher“ und „angenehmer“ im Umgang sind als Jungen, die ihnen „böse“ und „wild“ erscheinen. Ein Hauptunterschied zwischen den Geschlechtern besteht hier, dass Jungen intensiver als Mädchen Dominanzhierarchien aufbauen und darauf aus sind, ihren Status zu sichern. Das Kind erwirbt sein geschlechtstypisches Verhalten als Mann oder Frau durch Nachahmung (Lernen am Modell) und durch Verstärkung seitens anderer Personen.
1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Geschlecht konstruiert wird und warum das traditionelle Rollenmodell zunehmend in Frage gestellt wird.
2. ZUR KONSTRUKTION VON GESCHLECHT: Dieses Kapitel beleuchtet Geschlecht aus evolutionären, geschichtlichen und entwicklungspsychologischen Perspektiven.
3. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE: FAKTUM ODER VORURTEIL?: Hier wird analysiert, inwieweit stereotype Annahmen über Geschlechtsunterschiede tatsächlich der Realität entsprechen oder soziale Konstruktionen sind.
4. ANDROGYNIE: Es werden die theoretischen Konzepte von Androgynie, insbesondere nach C. G. Jung und D. Alfermann, erörtert.
5. WANDEL DER GESCHLECHTSROLLEN: Das Kapitel behandelt die sozialen Veränderungen, die zur Aufweichung traditioneller Frauen- und Männerrollen geführt haben.
6. BEZIEHUNGSSTILE: Hier werden verschiedene Beziehungsmodelle und deren Einfluss auf die Beziehungsqualität untersucht.
7. HYPOTHESEN: Es werden die zu testenden Annahmen formuliert, die den Zusammenhang zwischen Androgynie und Sozialisationsvorteilen postulieren.
II. METHODE: Dieser Teil beschreibt das Forschungsdesign, die Stichprobe und das Messinstrument (BSRI) der empirischen Studie.
III. ERGEBNISSE: Die erhobenen Daten zur Lebenszufriedenheit, zum Selbstbild und zu Beziehungsaspekten werden deskriptiv und inferenzstatistisch dargestellt.
IV. DISKUSSION: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch hinterfragt und in den theoretischen Rahmen eingeordnet.
Androgynie, Geschlechtsidentität, Geschlechtsrollen, Sozialisation, Selbstbild, Lebenszufriedenheit, Beziehungsstile, Geschlechtsstereotype, Maskulinität, Femininität, Gender, Persönlichkeitsentwicklung, Rollenkonflikt, Psychologie, Empirische Studie.
Die Arbeit untersucht, ob androgyne Menschen – also Individuen, die sowohl maskuline als auch feminine Eigenschaften besitzen – im Vergleich zu Menschen mit klassischen Geschlechtsrollenbildern Vorteile in ihrer sozialen Entwicklung und Lebensgestaltung haben.
Die zentralen Felder umfassen die soziale Konstruktion von Geschlecht, den historischen Wandel von Geschlechterrollen sowie die Auswirkungen androgynen Verhaltens auf die allgemeine Lebenszufriedenheit und die Qualität von Paarbeziehungen.
Das Hauptziel ist herauszufinden, ob Androgynie als erstrebenswertes Ideal betrachtet werden kann und ob androgyne Personen glücklicher sind sowie erfülltere Beziehungen führen.
Die Arbeit verwendet eine quantitative empirische Methode in Form einer schriftlichen Befragung von 100 Probanden, wobei das „Bem Sex-Role Inventory“ (BSRI) genutzt wurde, um die Geschlechtstypen zu bestimmen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Konzepte wie Evolution, Geschichte, Psychologie und Androgynie beleuchtet, sowie einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der Befragung hinsichtlich Selbstbild, Zufriedenheit und Beziehungsstile analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Androgynie, Geschlechtsidentität, Sozialisation, Lebenszufriedenheit und Beziehungsstile definieren.
Eine geringe Diskrepanz zwischen realem und idealem Selbstbild gilt als Indikator für psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit, wobei die Studie zeigt, dass androgyne Personen diese Übereinstimmung in höherem Maße aufweisen.
Es zeigt sich, dass traditionell geschlechtstypische Männer häufig eine größere Diskrepanz zwischen ihrem realen und idealen Selbstbild aufweisen und tendenziell unzufriedener sind, was die Notwendigkeit unterstreicht, dass Männer heutzutage auch „weibliche“ Tugenden integrieren sollten.
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