Diplomarbeit, 2002
99 Seiten, Note: 1
Einleitung
I. Vergleich einfache und späte Moderne
1. Moderne/ Modernisierung
2. Soziale Differenzierung und Individualisierung
2.1 Definition soziale Differenzierung
2.2 Definition Individualisierung
3. Grundüberlegungen Simmels
3.1 Individualisierung
3.2 Kreuzung sozialer Kreise
3.3 Koordination Individuum – Gesellschaft
4. Spätmoderne
5. Zusammenfassung
II. Identität
1. Essentialist theories
1.1 Psychoanalytische Theorie
2. Non-essentialist theories
2.1 Role-learning theory
2.2 Social-construction theory
3. Identität in der Spät-Moderne
3.1 Identität als Projekt
3.2 Facetten des Identitätsprojektes
Exkurs: Lebensstile
3.2.1 Bastelbiographien
3.3 Vergemeinschaftungen
3.3.1 Pure relationship
3.3.1.1 Kontraste und Anschlüsse
3.3.2 Erlebnisgesellschaft
4. Bourdieus Feldtheorie
4.1 Vergleich
Exkurs: Altruistischer Individualismus
5. Anschluß an Ideen der Post-Moderne
6. Zusammenfassung
III. Einschränkungen und Perspektiven
1. Soziale Ungleichheit
1.1 Individuelles Schicksal und neue Armut
1.2 Wissen und postfordisitische Produktionsweise
2. Neue Formen der Arbeitsgesellschaft
2.1 Unter dem Blickwinkel der Spätmoderne
3. Globalisierung
4. Life politics
5. Zusammenfassung
IV. Schlußbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformation von Identitätskonzepten im Übergang von der einfachen zur reflexiven Spätmoderne. Dabei wird analysiert, wie sich die Bedingungen der Identitätsformung durch gesellschaftliche Differenzierung, Globalisierung und ökonomische Umbrüche verändert haben und welche Spielräume das Individuum zur aktiven Konstruktion seines Selbst noch besitzt.
3.1. Identität als Projekt
Der sozusagen optimistische Aspekt der Individualisierung war, daß der Mensch ein Zugewinn an Wahlmöglichkeiten hat, seine Biographie, sein Selbst eigenverantwortlich planen kann: „The self becomes a reflexive project, [...] the altered self has to be explored and constructed as part of a reflexive process of connecting personal and social change“ (Giddens 1999, 32f.).
Das Identitätskonzept muß natürlich unter dem Gesichtspunkt der reflexiven, späten, Moderne gesehen werden. Als ein Hauptmerkmal der späten Moderne kann man die Zunahme von (globalen) Risiken festmachen. Diese Risiken sind Voraussetzung, Ausgangspunkt und Grund für das reflexive Identitätsprojekt. Die späte Moderne verstärkt soziale Differenzierung in dem Maße, daß Unmittelbarkeit zwischen dem Einzelnen und seinen nächsten sozialen Kontexten sich stark vermindert, man kann sagen, daß gesellschaftliche Subsysteme gleichsam entbettet werden, d.h. Institutionen und Handlungen zusehends abstrakt und von Experten besetzt werden. Das Gefüge von räumlicher und zeitlicher Unmittelbarkeit geht verloren (vgl. Giddens 1999, 17ff.). Dieser Vorgang ist sozusagen ein verstärkter – also im Sinne der späten Moderne – analoger Vorgang dessen, was Durkheim mit dem Übergang einer Gesellschaft mit mechanischer Solidarität zu organischer Solidarität meint.
I. Vergleich einfache und späte Moderne: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der traditionellen Ständegesellschaft zur differenzierten Moderne nach und führt zentrale Konzepte wie Individualisierung und soziale Differenzierung ein, um die Grundlage für die spätere Identitätsanalyse zu legen.
II. Identität: Hier werden unterschiedliche soziologische Identitätstheorien – von essentialistischen Ansätzen bis hin zu konstruktivistischen Konzepten – erörtert und in den Kontext des reflexiven Identitätsprojekts der Spätmoderne übertragen.
III. Einschränkungen und Perspektiven: Das abschließende Hauptkapitel widmet sich den negativen Begleiterscheinungen der Spätmoderne, insbesondere der neuen sozialen Ungleichheit und dem Prekarisierungsdruck, und diskutiert Lösungsansätze durch eine "Politik der Lebensführung".
Reflexive Identität, Moderne, Individualisierung, soziale Differenzierung, Spätmoderne, Lebensstile, Bastelbiographien, Habitus, Bourdieu, Giddens, Globalisierung, Konsumkultur, Risiko, Lebensführung, Identitätsprojekt
Die Diplomarbeit untersucht die soziologische Entwicklung von Identität im Übergang von der klassischen Moderne zur reflexiven Spätmoderne.
Die Arbeit beleuchtet die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlicher Differenzierung, dem Prozess der Individualisierung, der Bedeutung von Lebensstilen und den Risiken einer globalisierten, ökonomisch geprägten Welt.
Das Ziel ist es, das Konzept der reflexiven Identität kritisch zu hinterfragen und zu zeigen, unter welchen Bedingungen Individuen heute ihr Selbst konstruieren können.
Die Autor verwendet eine vergleichende Literaturanalyse klassischer und zeitgenössischer soziologischer Theorien (z.B. Simmel, Bourdieu, Giddens, Beck).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Moderne, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Identitätstheorien und eine Analyse aktueller Einschränkungen wie Armut und Prekarisierung.
Wichtige Begriffe sind reflexive Identität, Habitus, Lebensstile, Individualisierung, Entbettung und das Identitätsprojekt.
Die Arbeit zeigt, dass Identität in der Spätmoderne eng an den Zugang zu ökonomischem und kulturellem Kapital gekoppelt ist, was zu neuen Formen der sozialen Ungleichheit führt.
Dieser Ansatz fungiert als revidierende Instanz, die moralische und ethische Leitplanken für die Gestaltung des Lebens in einer von Systemzwängen geprägten Gesellschaft vorschlägt.
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