Magisterarbeit, 2001
124 Seiten, Note: 1,0
1 Die Stellung der Frau in der Viktorianischen Gesellschaft
1.1 ‘Angels in the House’: Die Subordination des schwachen Geschlechts
1.2 ‘Rebellion of the Angels’: Feministische Gegenbewegungen
2 Frauen in Trollopes Leben
2.1 Trollopes Beziehung zu Frances Trollope, Rose Trollope, Kate Field und George Eliot
3 Frauen in Trollopes Werk
3.1 Die Rezeptionsgeschichte der Frauenfiguren in ‘Miss Mackenzie’, ‘Phineas Finn’ und ‘The Way We Live Now’
3.1.1 Reaktionen viktorianischer Kritiker
3.1.2 Rezeptionen des 20. Jahrhunderts
3.2 Das Frauenbild in ‘Miss Mackenzie’, ‘Phineas Finn’ und ‘The Way We Live Now’
3.2.1 Weibliche Ansprüche und die Möglichkeiten der Verwirklichung in den Bereichen des familiären Lebens
3.2.2 Weibliche Ambitionen und deren Realisierungsmöglichkeiten in den Bereichen des öffentlichen Lebens
4 Resümee
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht das Frauenbild im Werk des viktorianischen Schriftstellers Anthony Trollope. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Trollope seine Frauenfiguren lediglich als Abbilder des konventionellen viktorianischen Weiblichkeitsideals des "Angel in the House" darstellt oder ob er auch emanzipierte Charaktere erschafft, die die feministische Fragestellung seiner Zeit reflektieren.
Die Subordination des schwachen Geschlechts
Im Jahr 1847 trat Anthony Trollope trat zum ersten Mal als Schriftsteller in das Rampenlicht der Öffentlichkeit. Dies war eine Zeit, in der sich England, unter der Schirmherrschaft von Königin Victoria, in einem fundamentalen gesellschaftlichen Umwandlungsprozess befand. Die Industrielle Revolution und der damit verbundene Übergang von der traditionellen Agrarwirtschaft zur modernen Industriegesellschaft hatten eine Neustrukturierung des sozialen Lebens in Gang gesetzt.
Dabei waren es besonders die Bürger der englischen Mittelschicht, die Trollope in seinen Romanen porträtierte, die von diesem ‘[...] shift from a way of life based on the ownership of land to a modern urban ecomomy based on trade and manufacturing.’ profitierten. Doch die Betätigung des aufstrebenden Bürgertums in den neuen sozialen Systemen des öffentlichen Lebens blieb ein ausschließlich männliches Phänomen. Der gesellschaftliche Wirkungsbereich der Frau beschränkte sich weiterhin auf das familiäre Leben.
Das Resultat war eine strikt nach Sphären getrennte geschlechterspezifische Arbeitsteilung, wie sie Lord Alfred Tennyson in seinem Gedicht The Princess beschreibt: "Man for the field and woman for the hearth: Man for the sword and for the needle she: Man with the head and woman with the heart: Man to command and woman to obey." Legitimiert wurde diese Rollenteilung durch die sogenannte dualistische Konzeption der Geschlechter, die sich bis um 1800 durchgesetzt hatte und auch in der männlich dominierten Gesellschaft der Viktorianer weiterhin die Art bestimmte, wie Männer und Frauen sich selbst und das jeweils andere Geschlecht wahrnahmen.
1 Die Stellung der Frau in der Viktorianischen Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die sozio-ökonomischen und theoretischen Rahmenbedingungen, die die Rolle der Frau im viktorianischen England als häusliches und dem Mann untergeordnetes Wesen definierten.
2 Frauen in Trollopes Leben: Hier wird analysiert, wie persönliche Kontakte zu prägenden Frauen wie seiner Mutter, seiner Ehefrau und zeitgenössischen Schriftstellerinnen Trollopes Verständnis und Darstellung weiblicher Lebensrealitäten beeinflusst haben.
3 Frauen in Trollopes Werk: In diesem Hauptteil wird die literarische Rezeption sowie die inhaltliche Darstellung weiblicher Autonomie in ausgewählten Romanen Trollopes im Kontext der damaligen Geschlechterdebatte detailliert untersucht.
4 Resümee: Das Fazit fasst die Ambivalenz Trollopes zwischen der Adaption konventioneller viktorianischer Werte und einem wachsenden, durch sein Umfeld geprägten Verständnis für die emanzipatorischen Bedürfnisse seiner Zeitgenossinnen zusammen.
Anthony Trollope, viktorianische Literatur, Frauenbild, Emanzipation, Angel in the House, Gender Studies, 19. Jahrhundert, Geschlechtertheorie, viktorianische Gesellschaft, Rollenverteilung, Literaturkritik, Miss Mackenzie, Phineas Finn, The Way We Live Now
Die Arbeit analysiert, wie der viktorianische Autor Anthony Trollope Frauenfiguren darstellt und ob er die gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit kritisch hinterfragt oder festigt.
Die Schwerpunkte liegen auf der viktorianischen Geschlechtertheorie, der Rolle der Frau im häuslichen und öffentlichen Bereich sowie der Analyse von Trollopes persönlichen und literarischen Bezügen zu feministischen Strömungen seiner Zeit.
Es soll geklärt werden, inwieweit Trollopes Frauenfiguren über das Ideal des "Angel in the House" hinausgehen und ob der Autor als Befürworter oder Kritiker gesellschaftlicher Veränderungen wahrgenommen werden kann.
Die Autorin wendet eine literaturwissenschaftliche Analyse an, die sowohl zeitgenössische Kritiken als auch moderne feministische Forschungsliteratur einbezieht, um Trollopes Romanfiguren kontextuell zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Rezeptionsgeschichte der Figuren durch Kritiker sowie eine tiefgehende Analyse der weiblichen Lebensansprüche, Wünsche und Ambitionen in den drei Romanen 'Miss Mackenzie', 'Phineas Finn' und 'The Way We Live Now'.
Neben dem Autor Anthony Trollope stehen Begriffe wie 'viktorianische Gesellschaft', 'Frauenbild', 'Emanzipation', 'Geschlechterrollen' und 'Literaturkritik' im Zentrum.
Frances Trollope prägte ihn durch ihre Rolle als berufstätige, unkonventionelle Frau, die trotz gesellschaftlicher Zwänge die Existenz der Familie sicherte, was ihn früh mit der Problematik weiblicher Autonomie konfrontierte.
Das Konzept der 'marriage of equals' stellt für Trollope in den späteren Romanen ein Ideal dar, in dem die Partner trotz traditioneller Rollenmuster auf gegenseitigem Respekt und geistiger Augenhöhe agieren können, wenngleich die Frau oft an der häuslichen Sphäre festhält.
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