Examensarbeit, 2015
87 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Persönliche Motivation und Hintergründe für die Fragestellung
3. Was ist SchuB?
3.1. Offizielle Präsentation des hessischen Kultusministeriums
3.2. Lernortkooperation SchuB – Zuordnung und Unterscheidung verschiedener Modelle und Konzepte
3.3. Erlass über die Zusammenarbeit von Schule und Betrieb im Bereich der allgemeinbildenden und der berufsbildenden Schulen
3.3.1. Das Schulgesetz
3.3.2. Betriebliche Experten/innen in der Schule
3.3.4. Betriebspraktikum
3.3.5. Rückblick
a) Benötigen die Lehrkräfte besondere Qualifikationen oder Kompetenzen?
b) Wie vereinbart die Schule das Neutralitätsgebot mit eventuellen Versuchen der Vereinnahmung der Schüler/innen durch Betriebsinteressen?
c) Inwieweit darf und muss sich die Schule als Bildungsmonopol externen Institutionen öffnen und sie am Bildungsauftrag beteiligen?
d) Welche kommunikativen Besonderheiten erfordert die Zusammenarbeit von Schule und Betrieb?
3.4. Kritische Anmerkungen
3.5. Was hat das Kapitel „Was ist SchuB“ geleistet?
4. Übergang, Schnittstelle und Hürde Berufsausbildung: Über die zeitaktuelle Notwendigkeit von SchuB
4.1. Arbeitsmarktlage und Entwicklung der Schulabschlüsse: Chancen und Schwierigkeiten beim Übergang in die Berufswelt
4.2. Ein Projekt des Deutschen Jugendinstitutes: Übergangspanel
4.3. Interpretation der Ergebnisse
4.4. Ausblick
5. Von der Theorie in die Schulpraxis: Über die Wirkung von SchuB im Klassenzimmer
5.1. Intention
5.2. Wahl und Begründung der Methode
5.2.1. Qualitative Sozialforschung
5.2.2. Forschungszugang
5.2.3. Methodik
a) Vorwissen über den Forschungsgegenstand
b) Historie und Forschungstradition
c) Charakteristika der Stichprobe
5.3. Interview: Arbeitsschritte im qualitativen Forschungsprozess
a) Basisphase
b) Planungsphase
c) Durchführungsphase
d) Auswertungsphase
5.4. Auswertung und Interpretation der Interviews
5.4.1. Auswertung
a) Ursachen
b) Merkmale und ihre Wirkung
5.4.2. Interpretation
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das hessische Förderprogramm "SchuB" (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb) und dessen Wirksamkeit für abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler. Dabei wird analysiert, inwiefern die Kooperation zwischen Schule und Betrieb dazu beitragen kann, die Lernmotivation zu steigern, den Übergang in die Berufswelt zu erleichtern und biographische Perspektiven für benachteiligte Jugendliche zu schaffen.
b) Merkmale und ihre Wirkung
In diesem Abschnitt der Auswertung werden die für die Jugendlichen bedeutsamen Merkmale von SchuB vorgestellt. Im Vordergrund steht die subjektive Wahrnehmung von Unterricht im Rahmen der letzten zwei Schuljahre, um verstehen zu können, welche konzeptionellen Handgriffe und Handlungsmuster für das Lernen und Leben der Schüler/innen relevant sind. Infolgedessen interessiert natürlich auch, ob die geschilderten Merkmale auf Mechanismen der Fördermaßnahme zurückgeführt werden können.
Erwartungsgemäß oft angesprochen wurde das betriebliche Praktikum. Äußerst interessant war das ambivalente Meinungsbild, das nur Einigkeit in einem Punkt brachte:
Sw1: „Es nervt natürlich, dass man öfters im Praktikum ist. Aber das Gute ist, dass man danach halt ähm mehrere Praktikumsstellen, also Berufe kennen lernt, dann weiß man auch besser was man später machen will, was eher nicht.“ #04:19 (7)
Sw2: „Ja, ich wollt schon immer Frisörin werden und dann wollt ich mal gucken.“ #02:07 (8)
Sw3: „Also, das Praktikum [unverst., 1 Sek.] find ich eigentlich voll gut, weil (.) wir ham nämlich dann mehrere Chancen, was wir gerne als Ausbildung machen würden und alles.“ #02:22 (9)
Sm3: „Also öh, ich hatte Praktikas, die mir gefallen haben und ich gesagt habe, ja das hat mir geholfen und äh halt (.) SchuB ist ja dafür da, ähm (.) um (.) für seinen Blick von späteren Beruf zu erfinden äh (.) was man gerne macht und so (.) und da hab ich schon en guten Weg gefunden und da hilft auch ganz (.) ganz klar SchuB. […] Also so (-) auf die Vorbereitung der Prüfung sollte mans so machen, dass man dann nochmal paar Wochen nicht Praktikum macht, dass man wirklich nur auf die Prüfung vorbereitet wird.“ #05:12 (10)
Sm4: „Am Anfang? Ja, das war ja was Neues so (.) also ich wusst ja n (.) ich wusst ja nicht wie SchuB und so ist (.) war ein Jahr (.) für ein Jahr wars ok.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Struktur der Arbeit, das Thema "SchuB" sowie die methodische Vorgehensweise und Zielsetzung vor.
2. Persönliche Motivation und Hintergründe für die Fragestellung: Der Autor erläutert seine persönlichen Berührungspunkte mit dem SchuB-Konzept während des Studiums und begründet sein Interesse an dieser Fördermaßnahme.
3. Was ist SchuB?: Es wird das SchuB-Konzept im Kontext der Lernortkooperation definiert, die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt und verschiedene Modelle der Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb dargestellt.
4. Übergang, Schnittstelle und Hürde Berufsausbildung: Über die zeitaktuelle Notwendigkeit von SchuB: Dieses Kapitel analysiert die Problematik des Übergangs von der Schule in den Beruf unter Berücksichtigung aktueller Arbeitsmarktstatistiken und der Lebenssituation von Jugendlichen mit Hauptschulabschluss.
5. Von der Theorie in die Schulpraxis: Über die Wirkung von SchuB im Klassenzimmer: Im Hauptteil wird die methodische Vorgehensweise der qualitativen Interviewstudie begründet und die empirischen Ergebnisse zu den Ursachen und Wirkmechanismen von SchuB detailliert ausgewertet.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die Wirksamkeit von SchuB sowie eine abschließende Einschätzung der Chancen und Grenzen des Projekts.
SchuB, Lernortkooperation, Berufspraktikum, Hauptschule, Übergang Schule-Beruf, Beruflich-schulische Qualifizierung, qualitative Sozialforschung, narratives Interview, Lebensgestaltung, Bildungsbiographie, Lehrkraftrolle, Arbeitslehre, Fördermaßnahme, Jugendliche, Schulabschluss.
Die Arbeit befasst sich mit dem hessischen Förderprogramm "SchuB" (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb), welches gezielt abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler auf den Übergang in die Berufswelt vorbereiten soll.
Zentrale Themen sind die Kooperation zwischen Schule und Betrieb, die Analyse von Übergangsproblematiken von der Schule in den Arbeitsmarkt sowie die individuelle biographische Entwicklung der beteiligten Jugendlichen.
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit von SchuB zu hinterfragen und zu verstehen, inwiefern das Programm bei der Bewältigung von Lernschwierigkeiten und der Entwicklung beruflicher Perspektiven tatsächlich unterstützend wirkt.
Der Autor nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere die Methode der narrativen Interviews, um subjektive Sichtweisen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Übergangssituation auf dem Arbeitsmarkt sowie eine detaillierte Auswertung und Interpretation der geführten Interviews mit SchuB-Schülern.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lernortkooperation, Berufsorientierung, Praxisbezug, Bildungsbiographie und qualitative Interviewauswertung geprägt.
Das Meinungsbild ist ambivalent: Die Schüler schätzen die Chance, verschiedene Berufe praktisch zu erproben und eine Abwechslung zum reinen Schulalltag zu erhalten, kritisieren jedoch teils die zeitliche Belastung oder die Qualität der betrieblichen Einsatzstellen.
Die befragten Jugendlichen nehmen die Klassenlehrer oft als sehr empathisch, geduldig und engagiert wahr, was eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg des Programms und das subjektive Wohlbefinden der Schüler in den kleineren Klassen darstellt.
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