Diplomarbeit, 2005
122 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Die Suche nach einem neuen Standort
2.1 Standortfaktoren als Entscheidungskriterien
2.1.1 Gütereinsatz
2.1.1.1 Anlagegüter
2.1.1.2 Material und Transportkosten
2.1.1.3 Arbeitskräfte
2.1.1.4 Verkehrsanbindung und Energieversorgung
2.1.1.5 Umwelt und Umweltschutz
2.1.1.6 Staatliche Leistungen
2.1.1.7 Steuern und Subventionen
2.1.2 Güterabsatz
2.1.2.1 Kunden
2.1.2.2 Mitbewerber
2.1.2.3 Herkunfts-Goodwill
2.2 Generelle Zielsetzungen der Standortpolitik
2.2.1 Wachstumsziel mittels Marktorientierung
2.2.2 Rationalisierungsziel mittels Ressourcenorientierung
2.3 Ablauf und Entscheidungsverfahren der Standortwahl
2.3.1 Quantitative Modelle
2.3.2 Qualitative Modelle
2.3.3 Bewertung der Verfahren und deren Defizite
2.3.4 Eine neue Standortfaktorensystematik
2.4 Internationales Standortmanagement
2.4.1 Internationalisierung und deren Motive
2.4.2 Internationale Unternehmensstandorte und Qualitätsansprüche
3 Die Standortentscheidung bei Banken
3.1 Nationale und internationale Standortentwicklung deutscher Banken
3.2 Vorgehensweise bei der Standortwahl
3.3 Gründe und beeinflussende Faktoren
3.3.1 Analyse der Rentabilität und des Marktpotenzials
3.3.2 Wirtschaftliche Lage
3.3.3 Politische Lage
3.3.4 Der rechtliche Rahmen
3.3.5 Der technisch-organisatorische Bereich und die Zeitzonen
3.3.6 Beurteilung der bestimmenden Faktoren und Vergleich mit den Standortfaktoren nach Behrens
3.4 Wahl der Präsenzform und Vertriebswege
3.4.1 Repräsentanzen
3.4.2 Filialen
3.4.3 Tochtergesellschaften
3.4.4 Multikanal-Vertrieb
3.5 Entscheidung über das Leistungsangebot
3.5.1 Besonderheiten von Bankleistungen und Bankpositionierung
3.5.2 Vorgehensweise bei der Bestimmung der Bankleistungen
3.6 Besonderheiten bei ausländischen Standorten von Banken
3.6.1 Umgang mit der Kultur
3.6.2 Kenntnis der Sprache
4 Irland als Bankenstandort
4.1 Das irische Wirtschaftswunder
4.1.1 Die Gründe für Irlands Erfolg
4.1.2 Auslands-Direktinvestitionen als treibende Kraft und die Rolle der Industrial Development Authority
4.1.3 Das irische Steuersystem als ein wichtiger Standortfaktor
4.1.4 Die Nachhaltigkeit des irischen Erfolgs
4.2 Der Hauptstandort des internationalen Finanzgewerbes in Irland - Das International Financial Services Centre in Dublin
4.3 Ressourcenorientierte Standortwahl ausgewählter Finanzinstitute
4.3.1 Hypo Real Estate Bank International
4.3.1.1 Porträt der Unternehmensgruppe und Geschäftsmodell
4.3.1.2 Gründe für die Wahl des Standorts Dublin
4.3.1.3 Erfahrungen der Hypo Real Estate Bank International
4.3.2 Deutsche Bank
4.3.2.1 Porträt des Unternehmens
4.3.2.2 Entwicklung und Motive der Ansiedlungen in Irland
4.3.3 Depfa Bank
4.3.3.1 Porträt des Unternehmens
4.3.3.2 Beweggründe für die Ansiedlung in Irland
4.3.4 Porsche International Financial Services
4.3.4.1 Porträt des Unternehmens
4.3.4.2 Gründe für die Ansiedlung in Irland
4.3.5 Weitere Beispiele am irischen Standort
4.3.5.1 ABN AMRO
4.3.5.2 Morgan Stanley Quilter
4.3.5.3 Merrill Lynch
4.4 Marktorientierte Standortwahl ausgewählter Finanzinstitute
4.4.1 Royal Bank of Scotland
4.4.2 Danske Bank
4.4.3 Bank of Scotland
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die entscheidungsrelevanten Faktoren für die internationale Standortwahl von Banken, um künftige Standortentscheidungen auf eine fundierte analytische Basis zu stellen. Dabei wird insbesondere das Beispiel Irland analysiert, um die praktischen Auswirkungen von Standortfaktoren wie Steuersystemen, regulatorischen Rahmenbedingungen und der Rolle spezieller Ansiedlungsagenturen zu verdeutlichen und theoretische Ansätze in der Praxis zu reflektieren.
2.1 Standortfaktoren als Entscheidungskriterien
Befragt nach den Gründen für die Wahl eines ausländischen Standorts wurden von verschiedenen deutschen Unternehmen hauptsächlich die Kosten der Produktionsfaktoren und die Markterschließung genannt. Mit einigem Abstand folgte die Nähe zu wichtigen Kunden. Überraschenderweise zählte der Punkt Steuern, Abgaben, Subventionen nicht zu den drei wichtigsten Motiven. Andere aufgeführte Gründe waren Kapazitätsengpässe, Technologieerschließung und Währungsausgleich (Kinkel/Lay/Jung Erceg 2004, S. 22).
In einer Studie aus dem Jahr 2003 (MacCarthy/Atthirawong 2003, S. 813 f.) wurden die international wichtigsten Faktoren bei der Standortsuche ermittelt, die von den erwähnten Gründen deutscher Unternehmen abweichen und weniger absatzorientiert sind. Die fünf Faktoren, die eine Standortentscheidung international betrachtet am stärksten beeinflussen, sind (mit abnehmender Bedeutung):
1. Kosten
2. Infrastruktur
3. Arbeitsmarkt
4. Regierung und deren Politik
5. Wirtschaft.
Diese Rangfolge zeigt aber nur die grundsätzliche Bedeutung der Kriterien und kann nicht für eine einzelne Standortentscheidung verallgemeinert werden. Generell sind Standortfaktoren Determinanten zur Standortwahl, hängen vom einzelnen Standort ab und wechseln mit der Variation des Standorts. Die Bedeutung der einzelnen Bestimmungsfaktoren unterscheidet sich in den einzelnen Wirtschaftszweigen mitunter stark (Jung 2004, S. 60 f.).
Karl Christian Behrens legte in seiner „Allgemeinen Standortbestimmungslehre“ von 1961 eine Systematik der Standortfaktoren dar, die heute als fundamental angesehen wird. Behrens’ Absicht für diese Systematik war es, „… einen einheitlichen Gliederungsgesichtspunkt zu finden, der zugleich aus der Problemstellung der betriebswirtschaftlichen Standortbestimmungslehre logisch abgeleitet werden kann“ (Behrens 1961, S. 48). Er legte den Rentabilitätsgrad als Kriterium fest, der umso günstiger ist, je besser ein Standort den Einsatz der benötigten Güter und den Absatz der Betriebsleistung gewährleistet. „Es sind also zunächst die Standortfaktoren zu analysieren, an denen sich der Gütereinsatz orientiert, sodann jene, die auf den Absatz der Leistung Einfluß nehmen“ (Behrens 1961, S. 48 f.). In Anlehnung an die Einteilung von Behrens lassen sich somit Standortfaktoren in den Gütereinsatz und den Güterabsatz betreffende unterscheiden (vgl. Tabelle 2-1). Diese Einteilung eignet sich primär für Industriebetriebe. Sie wird aber ebenso als Basis für andere Branchen herangezogen (Beyerle 1998, S. 29).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der internationalen Standortwahl von Banken ein und definiert das Ziel, entscheidungsrelevante Faktoren anhand des Länderbeispiels Irland systematisch aufzuarbeiten.
2 Die Suche nach einem neuen Standort: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Standorttheorie, stellt klassische Modelle (z.B. nach Weber und Behrens) vor und diskutiert Standortfaktoren als Entscheidungskriterien.
3 Die Standortentscheidung bei Banken: Hier erfolgt die Übertragung der allgemeinen Standorttheorie auf den Bankensektor, unter besonderer Berücksichtigung aufsichtsrechtlicher und strategischer Erfordernisse sowie der internationalen Expansion deutscher Banken.
4 Irland als Bankenstandort: Dieses Kapitel analysiert das irische Wirtschaftswachstum und beleuchtet detailliert, warum sich internationale Finanzinstitute (z.B. Hypo Real Estate, Deutsche Bank, Depfa Bank) für den Standort Dublin entschieden haben.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Empfehlungen für eine strukturierte Vorgehensweise bei zukünftigen Standortentscheidungen unter Berücksichtigung von Standortcontrolling.
Standortsuche, Banken, Irland, Internationalisierung, Standortfaktoren, IFSC, Rentabilität, Marktpotenzial, Direktinvestitionen, Unternehmensstrategie, Niederlassung, Steuerpolitik, Finanzstandort, Standortcontrolling, Wettbewerbsfähigkeit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Determinanten und Vorgehensweisen bei der internationalen Standortwahl von Banken und untersucht, wie und warum sich Finanzinstitute für spezifische Standorte entscheiden.
Die zentralen Themenfelder sind die Standorttheorie, die spezifischen Anforderungen der Bankbranche (z.B. aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen) sowie eine detaillierte Analyse des irischen Finanzstandorts.
Ziel ist es, entscheidungsrelevante Faktoren für international tätige Kreditinstitute systematisch herauszuarbeiten, um Entscheidungshilfen für die bankbetriebliche Standortplanung zu liefern.
Neben der theoretischen Herleitung auf Basis finanzwirtschaftlicher Literatur stützt sich die Arbeit auf praktische Fallbeispiele, Experteninterviews und die Analyse des irischen Marktes durch Branchenberichte und statistische Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Standortwahl, die bankenspezifische Perspektive auf Standortfaktoren sowie die empirische Darstellung des irischen Standorts und spezifischer Institutserfahrungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Standortsuche, internationales Bankmanagement, Irland als Bankenstandort, IFSC, Standortfaktoren, Performancefaktoren und Netzwerkbedarf charakterisiert.
Banken sind stärker von regulatorischen Rahmenbedingungen, dem Bedarf an Finanznetzwerken und der qualifizierten Beratungskompetenz vor Ort abhängig, während traditionelle Industriebetriebe eher durch Lohnkosten und physische Transportkosten gesteuert werden.
Die IDA fungiert als Ansiedlungsagentur und "One-Stop-Shop", der ausländischen Investoren administrative Hürden abnimmt, Verhandlungen führt und maßgeblich dazu beiträgt, Irland als attraktiven Finanzstandort zu positionieren.
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