Bachelorarbeit, 2015
58 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Problembeschreibung
3. Zielsetzung und Fragestellung
4. Methodische Vorgehensweise
5. Theoretischer Rahmen
5.1. Stigma und Stigma-Management
5.2. Gesetzliche Grundlagen der Pflege
6. Das deutsche Gesundheitssystem
7. Gesetzliche Rahmenbedingungen für Asylsuchende in Deutschland
8. Gesundheitliche Situation der Personen und Gruppen mit Flüchtlingshintergrund
9. Möglichkeiten und Chancen für die Pflege- und Gesundheitspraxis
10. Zusammenfassung der Ergebnisse
11. Schlussfolgerung und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die gesundheitsbezogene Versorgung von Personen mit Flüchtlingshintergrund in Deutschland, analysiert den aktuellen Forschungsstand und erörtert, wie professionelle Pflegekräfte durch neue Einsatzgebiete die Versorgung dieser vulnerablen Gruppe verbessern können.
5.1. Stigma und Stigma-Management
Bereits zu Beginn seines Werkes „Stigma“ hält Erving Goffman (2014) fest, dass Stigma charakterisiert ist als „die Situation eines Individuums, das von vollständiger sozialer Akzeptierung ausgeschlossen ist.“ (Goffman, 2014; 7) Als Gründe für diese unvollständige soziale Akzeptanz nennt der Autor, dass Menschen, sobald sie auf Fremde treffen, deren soziale Identität antizipieren, welche sich aus bestimmten Charaktereigenschaften und strukturellen Merkmalen zusammensetzt. Dies führt laut Goffman (2014) dazu, dass Menschen durch die Vorwegnahme von Eigenschaften meist unbewusst gewisse Forderungen an diese Personen stellen. Treten nun nicht erwartete, wenig wünschenswerte Attribute an dieser Person zutage, wird diese, vor allem wenn die Attribute extrem sind, „von einer ganzen und gewöhnlichen Person zu einer befleckten, beeinträchtigten herabgemindert. Ein solches Attribut ist ein Stigma, besonders dann, wenn seine diskreditierende Wirkung sehr extensiv ist“. (Goffman, 2014; 10-11) Goffman (2014) merkt an, dass nicht alle Eigenschaften, die nicht unserer Antizipation entsprechen „strittig sind, sondern nur diejenigen, die mit unserem Stereotyp von dem, was ein gegebener Typus von Individuum sein sollte, unvereinbar sind.“ (Goffman, 2014; 11) Als weiteren wichtigen Punkt im Zusammenhang mit Stigma führt Goffman (2014) an, dass bestimmte Eigenschaften nicht generell als Stigma typisiert werden können. Je nach Typus können manche Eigenschaften bei einem Menschen als normal gelten, bei einem anderen führen sie zur Stigmatisierung.
Laut Goffman (2014) gibt es bei einem Menschen drei verschiedene Arten von Stigma: physische Deformationen, individuelle Charakterfehler (z.B. Haft, Geistesverwirrung, radikales politisches Verhalten) sowie „phylogenetische Stigmata von Rasse, Nation und Religion.“ (Goffman, 2014; 13) Bezogen auf Personen und Gruppen mit Flüchtlingshintergrund bedeutet dies, dass Flüchtlinge und Asylsuchende aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Nation, ihrem schlichtweg anderen Aussehen und eventuell auch ihrer anderen Religion der dritten Art von Stigmata zugeordnet werden können und somit ein Risiko für ein Stigmatisiert-Werden tragen.
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen in Deutschland und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Problembeschreibung: Definition zentraler Begrifflichkeiten wie Flüchtling, Asylbewerber und Asylberechtigter sowie Einordnung der aktuellen Situation.
3. Zielsetzung und Fragestellung: Formulierung der Forschungsfragen hinsichtlich der Rolle der Pflege in der Flüchtlingsversorgung.
4. Methodische Vorgehensweise: Darstellung der Literaturrecherche und der Kriterien für die Auswahl wissenschaftlicher und journalistischer Quellen.
5. Theoretischer Rahmen: Etablierung eines theoretischen Fundaments basierend auf Erving Goffmans Stigma-Theorie und den ethischen Grundsätzen der Pflege.
6. Das deutsche Gesundheitssystem: Überblick über die Strukturen und das Solidaritätsprinzip der medizinischen Versorgung in Deutschland.
7. Gesetzliche Rahmenbedingungen für Asylsuchende in Deutschland: Erläuterung der rechtlichen Einschränkungen durch AsylVfG und AsylbLG.
8. Gesundheitliche Situation der Personen und Gruppen mit Flüchtlingshintergrund: Analyse des Gesundheitszustands auf Basis bestehender empirischer Studien.
9. Möglichkeiten und Chancen für die Pflege- und Gesundheitspraxis: Entwicklung von Lösungsansätzen für Pflegekräfte als Koordinatoren in der Versorgung.
10. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der vielschichtigen Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln.
11. Schlussfolgerung und Ausblick: Fazit zur aktuellen Forschungslage und Empfehlungen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Flüchtlinge, Asylbewerber, Deutschland, Gesundheitsversorgung, professionelle Pflege, Gatekeeper, Stigma, Migration, Vulnerabilität, Asylverfahren, Pflegeethik, Gesundheitsmanagement, Prävention, Versorgungslücken, Sozialamt.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Herausforderungen der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Flüchtlingshintergrund in Deutschland und die Rolle der professionellen Pflege in diesem Kontext.
Die Themen umfassen rechtliche Aspekte der Asylgesetzgebung, die gesundheitliche Situation von Flüchtlingen, Stigmatisierungsprozesse sowie Konzepte zur Verbesserung der Versorgungspraxis.
Ziel ist es, den nationalen und internationalen Forschungsstand darzustellen und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten sich durch neue Einsatzgebiete für Pflegekräfte ergeben, um die Versorgungssituation nachhaltig zu verbessern.
Die Autorin führte eine systematische Literaturrecherche in medizinischen Datenbanken durch und ergänzte diese durch Fachliteratur sowie journalistische Berichte, um die soziale Wirklichkeit in den Unterkünften abzubilden.
Der Hauptteil analysiert neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen (AsylbLG, AsylVfG) konkrete empirische Studien zum Gesundheitszustand und diskutiert Möglichkeiten, wie Pflegende als Gatekeeper zwischen Patienten und System fungieren können.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Flüchtlingsgesundheit, professionelle Pflege, Gatekeeper-Funktion, Asylrecht und Gesundheitszugang definieren.
Als Gatekeeper könnten Pflegekräfte Patienten bei der Orientierung im Gesundheitssystem unterstützen, bürokratische Hürden abbauen und eine fachlich fundierte Ersteinschätzung vornehmen, was Zeit und Kosten spart.
Die Autorin weist darauf hin, dass in Deutschland nur wenige repräsentative und verallgemeinerbare Studien vorliegen und psychische Belastungen bei Flüchtlingen in bisherigen Untersuchungen oft untererfasst wurden.
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