Examensarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 13 Punkte
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Eigenverantwortung
2.2 Selbstreflexionsfähigkeit
2.3 Möglichkeiten und Voraussetzungen zur Förderung von Selbstreflexionsfähigkeit und Eigenverantwortung in der Schule
3 THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN ÜBER DEN EINSATZ VON LERNTAGEBÜCHERN
3.1 Das Lerntagebuch – Methode zur Förderung von Eigenverantwortung und Selbstreflexionsfähigkeit
3.2 Mögliche Varianten des Lerntagebuches
3.2.1 Reisetagebuch
3.2.2 Das Forschungsheft
3.2.3 Logbuch (teambezogenes Lerntagebuch)
3.2.4 Mathejournal
3.3 „Zusätzliche Anmerkungen“ zum Einsatz eines Lerntagebuches
4 DIAGNOSEINSTRUMENTE
5 ANALYSE DER PÄDAGOGISCHEN AUSGANGSSITUATION
5.1 Lerngruppenanalyse
5.2 Beobachtungen bezüglich der Selbstreflexionsfähigkeit und der Eigenverantwortung
6 PLANUNG DER UNTERRICHTSREIHE
6.1 Entscheidung für den Einsatz eines Lerntagebuches zur Förderung der Selbstreflexionsfähigkeit und der Eigenverantwortung in der Klasse 9
6.2 Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsreihe
6.3 Entwicklung einer geeigneten Unterrichtskonzeption
7 DURCHFÜHRUNG DER UNTERRICHTSREIHE
7.1 Einführung in das Arbeiten mit dem Lerntagebuch
7.2 Eintragungen in das Lerntagebuch zum Thema „Eigenschaften von Normalparabeln“
8 EVALUATION
9 FAZIT
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht, inwieweit der Einsatz eines Lerntagebuchs im Mathematikunterricht der Klasse 9 dazu beitragen kann, die Selbstreflexionsfähigkeit und die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler bei ihrem Lernprozess zu fördern und zu stärken.
3.1 Das Lerntagebuch – Methode zur Förderung von Eigenverantwortung und Selbstreflexionsfähigkeit
Das Lerntagebuch, als Medium des reflexiven Schreibens, existiert in den unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen. Unterschiede ergeben sich durch die jeweilige Einbindung in den Unterricht, die Komplexität der Aufgabenstellung sowie die Sozialform, in der das Lerntagebuch geführt wird (vgl. Kap. 3.3). Alle Lerntagbücher verbindet das Ziel, den SuS eine Handhabe zu geben, womit sie „die Prozesse ihres individuellen Verstehens für sich selbst und ggf. auch für Mitschüler oder den Lehrenden festhalten können“ (Leuders 2011, S. 312).
Der Einsatz von Lerntagbüchern im Mathematikunterricht ist ursächlich dadurch zu erklären, dass Wissen kein Fertigprodukt ist und Mathematik nicht auf das Aufsagen und Anwenden auswendig gelernter Formeln reduziert werden kann, sondern dass alle Lernenden mit ihren ganz persönlichen Erfahrungen, Fähigkeiten und Erwartungen in den Lernprozess eintreten (vgl. Hußmann 2011, S. 75). Daraus abgeleitet dokumentieren die SuS im Lerntagebuch, entsprechend ihres individuellen Lernstandes, welchen Weg sie bestritten haben, was ihnen dabei leicht oder schwer gefallen ist, welche Hilfsmittel sie zu Rate gezogen haben und wie all dieses ihnen möglicherweise für ihr weiteres Lernhandeln nützen kann (vgl. Kap. 3.2). Hinzu kommt, dass die Eintragungen in das Lerntagebuch nicht nur den Wissenszuwachs betreffen. Sowohl Emotionen als auch soziale Ziele können im Lerntagbuch gleichermaßen festgehalten werden (vgl. Messner & Wiater 2000, S. 17).
Durch das „schriftliche Fixieren“ eigener Gedanken, auftretender Probleme sowie erfahrener Irrwege und Erfolgserlebnisse wird nach Hußmann eine Reflexion des eigenen Lernprozesses möglich. Die SuS geben sich selbst Rechenschaft über ihr Lernen, durchschauen ihre besonderen Lernmöglichkeiten und erkennen ihre individuellen Lernprobleme (vgl. Hußmann 2011, S. 78f.). Diese individuelle und kontinuierliche Form der Rückmeldung trägt entscheidend dazu bei, die Selbstreflexionsfähigkeit, insbesondere die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung, zu fördern (vgl. Kap. 2.3) und Verständnisillusionen vorzubeugen (vgl. Nückles 2010, S. 41).
1 EINLEITUNG: Definiert das Ziel der Arbeit, die Förderung des eigenverantwortlichen Lernens und der Selbstreflexionsfähigkeit durch ein Lerntagebuch im Mathematikunterricht der Klasse 9.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Erläutert die Kernkonzepte Eigenverantwortung und Selbstreflexionsfähigkeit sowie deren Notwendigkeit für erfolgreiches, selbstständiges Lernen.
3 THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN ÜBER DEN EINSATZ VON LERNTAGEBÜCHERN: Untersucht das methodische Instrument des Lerntagebuchs, vergleicht verschiedene Varianten und beschreibt deren Potenzial für den Mathematikunterricht.
4 DIAGNOSEINSTRUMENTE: Legt die Kriterien und Vorgehensweisen zur Beobachtung und Bewertung des Lernfortschritts und der Effektivität des Lerntagebuchs fest.
5 ANALYSE DER PÄDAGOGISCHEN AUSGANGSSITUATION: Beschreibt die heterogene Lerngruppe und diagnostiziert spezifische Defizite im Bereich der Reflexion und Eigenverantwortung.
6 PLANUNG DER UNTERRICHTSREIHE: Begründet die didaktische Entscheidung für das Lerntagebuch und entwickelt das Konzept für eine Unterrichtseinheit zum Thema quadratische Funktionen.
7 DURCHFÜHRUNG DER UNTERRICHTSREIHE: Dokumentiert die praktische Implementierung, die Einführung bei den Lernenden und exemplarische Erfahrungen aus dem laufenden Unterricht.
8 EVALUATION: Zieht eine Bilanz aus den Beobachtungen und Schülerfeedback und bewertet den Erfolg des Lerntagebuchs hinsichtlich der gesetzten Ziele.
9 FAZIT: Fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert den Mehrwert sowie die Herausforderungen der Methode für Lehrkraft und Schülerschaft.
Lerntagebuch, Mathematikunterricht, Eigenverantwortung, Selbstreflexion, Selbstdiagnose, Lernprozess, Schülerorientierung, Reflexives Schreiben, Unterrichtsplanung, Heterogenität, Kompetenzförderung, Metakognition, Lernbegleitung, Selbsteinschätzung, Feedback
Die Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten von Lerntagebüchern als Methode, um bei Schülern der 9. Klasse die Eigenverantwortung für ihr Lernen und ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion im Fach Mathematik zu stärken.
Die zentralen Themen sind selbstgesteuertes Lernen, Reflexionskompetenz, Diagnose von Lernständen und die methodische Einbindung von Lerntagebüchern in den Mathematikunterricht.
Das Ziel ist es zu ergründen, ob ein Lerntagebuch Schülern hilft, eigene Stärken und Schwächen besser zu erkennen und ihren Lernweg zielgerichteter zu steuern.
Es handelt sich um eine unterrichtspraktische Arbeit, die auf theoretischer Fundierung basiert und durch eine begleitende Analyse der pädagogischen Ausgangssituation sowie eine qualitative Evaluation (Beobachtungen und Rückmeldebögen) ergänzt wird.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung, die Analyse der spezifischen Klassensituation, die Planung einer Unterrichtsreihe zu quadratischen Funktionen sowie deren Durchführung und Evaluation.
Lerntagebuch, Selbstreflexion, Eigenverantwortung, Mathematikunterricht, Lernprozess und Kompetenzförderung sind die prägenden Begriffe.
Das Mathejournal nach Merziger wurde gewählt, da es prozessbegleitend funktioniert und durch einfache, strukturierte Leitsätze eine Überforderung der Schüler minimiert, was besonders für Anfänger in der Reflexionsarbeit wichtig ist.
Die Schüler waren anfänglich skeptisch und sahen einen erhöhten Zeitaufwand, erkannten jedoch im Verlauf der Reihe zunehmend den persönlichen Nutzen für ihre eigene Lernstruktur und Selbstkontrolle.
Die Lehrperson zieht sich aus dem Zentrum des Lerngeschehens zurück und fungiert primär als Lernbegleiter, der durch individuelles Feedback und Kommentierungen den Denkprozess der Schüler unterstützt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Methode nicht für jeden Lerntyp perfekt ist; besonders leistungsstarke Schüler äußerten teilweise Skepsis, während leistungsschwächere Schüler von der Strukturierung besonders profitierten.
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