Magisterarbeit, 2010
81 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Die Charakteristika der Neuen Sachlichkeit
1.1. Der geschichtliche Hintergrund
1.2. Sozio-kulturelle Aspekte des Lebens in der Weimarer Republik
1.3. Neue Sachlichkeit – Begriffsbestimmung, Merkmale der Stilrichtung und die Literaturauffassung mit besonderer Berücksichtigung des Romans
2. Die Analyse der literarischen Verwirklichung des Konzepts der Neuen Weiblichkeit bei Irmgard Keun
2.1. Biographie der Schriftstellerin
2.2. „Neue Frau“ – revolutionäre Weiblichkeitsvorstellung
2.3. Gilgi – eine von uns – die Persönlichkeitsentwicklung der Titelgestalt
2.3.1. Protagonistin Gilgi als Personifikation der neusachlichen Weiblichkeitskonzeption
2.3.2. Identitätskrise der Protagonistin als Verifikation ihrer Lebenshaltung und ihres Weiblichkeitswertekanons
2.3.3. Aufbruch als Negation der bisherigen Lebens- und Weiblichkeitsauffassung der Titelheldin
3. Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung des Typs der „Neuen Frau“ in der Epoche der Weimarer Republik, wobei das Hauptaugenmerk auf dem neusachlichen Roman „Gilgi – eine von uns“ von Irmgard Keun liegt. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen traditionellen Weiblichkeitsvorstellungen und dem modernen Konzept der Neuen Sachlichkeit aufzuzeigen und die Authentizität sowie die Selbstbestimmung der Protagonistin im Kontext sozio-kultureller Umbrüche kritisch zu hinterfragen.
2.1. Biographie der Schriftstellerin
Ich werde auf dem Trittbrett der Lokomotive stehen und immerzu für meine Mutter Apfelsinen pflücken in rasender Fahrt. Meine Mutter wird weinen, weil ich so gefährlich auf dem Trittbrett eines rasenden Zuges lebe, und mein Vater wird mich bewundern und Angst haben zu schreien: ‚Komm da mal runter – weil ich dann stürze.‘
Wiewohl sich das Erwachsenenleben Irmgard Keuns als eine „[gefährliche] Fahrt [...] auf dem Trittbrett eines rasenden Zuges“ signifizieren lässt, worauf sich die präsentierte Episode bezieht, die autobiographische Züge tragenden Erzählung Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften (1936) von Irmgard Keun stammt, wirkt ihr Leben und Werk höchst faszinierend. Diese Faszination Irmgard Keuns ist deswegen so groß, weil ihre Biographie viele Geheimnisse verhüllt.
Einleitung: Es wird die literarische Relevanz der „Neuen Frau“ im Kontext der Weimarer Republik eingeführt und das Ziel der Arbeit, die literarische Auseinandersetzung mit dem Weiblichkeitsentwurf zu untersuchen, dargelegt.
1. Die Charakteristika der Neuen Sachlichkeit: Dieses Kapitel erläutert den geschichtlichen Hintergrund und die sozio-kulturellen Rahmenbedingungen der Weimarer Republik sowie die begrifflichen Grundlagen der Neuen Sachlichkeit.
2. Die Analyse der literarischen Verwirklichung des Konzepts der Neuen Weiblichkeit bei Irmgard Keun: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Biographie der Autorin sowie der zentralen literarischen Gestaltung der „Neuen Frau“ anhand von Gilgi – eine von uns.
3. Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Gilgi als Personifikation der neusachlichen Weiblichkeitsidee fungiert und die Widersprüche zwischen dem propagierten modernen Lebensstil und der tatsächlichen Lebensrealität der Frau aufzeigt.
Weimarer Republik, Neue Sachlichkeit, Neue Frau, Irmgard Keun, Gilgi – eine von uns, Weiblichkeit, Literaturwissenschaft, Identitätskrise, Selbstbestimmung, Geschlechterrollen, Moderne, Tradition, Angestelltenroman, Identität, Emanzipation.
Die Arbeit analysiert die literarische Repräsentation der „Neuen Frau“ in der deutschen Literatur der Weimarer Republik, insbesondere am Beispiel von Irmgard Keuns Roman „Gilgi – eine von uns“.
Im Fokus stehen die Konzepte der Neuen Sachlichkeit, sozio-ökonomische Wandlungsprozesse, der Wandel traditioneller Weiblichkeitsvorstellungen und die Identitätssuche der Protagonistin im 20. Jahrhundert.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Irmgard Keun das Spannungsfeld zwischen modernem Selbstanspruch und gesellschaftlichen sowie persönlichen Zwängen in der Figur der Gilgi literarisch konstruiert.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman in seinen zeithistorischen und kulturwissenschaftlichen Kontext einbettet und die narrative Gestaltung der Frauenfigur untersucht.
Der Hauptteil befasst sich mit dem historischen Kontext, der Biographie von Irmgard Keun, der theoretischen Bestimmung der „Neuen Frau“ sowie der detaillierten Persönlichkeitsentwicklung der Romanheldin Gilgi.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neue Sachlichkeit, Weiblichkeitsentwürfe, Identitätskrise, Autonomie und die sozio-kulturelle Situation der Weimarer Zeit definiert.
Die Adoptiveltern und die Entdeckung ihrer Herkunft lösen bei Gilgi eine existenzielle Identitätskrise aus, die ihr bisheriges, auf Effizienz und Unabhängigkeit basierendes Lebenskonzept infrage stellt.
Martin Bruck fungiert als Wendepunkt in Gilgis Leben; die Beziehung zu ihm konfrontiert sie mit ihren inneren Widersprüchen, ihrer Sehnsucht nach Nähe und dem Verlust ihrer mühsam aufgebauten Selbstkontrolle.
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