Masterarbeit, 2017
111 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Sprachsituation
2.1 Bilingualismus
2.2 Diglossie
2.3 Vitalität
3 Historisches Portrait Kanadas
3.1 Geschichte: Zur Entdeckung und Besiedlung Kanadas bis 1763
3.2 Sprachpolitik
3.3 Religion, Erziehung und Bildung
3.4 Demolinguistische Entwicklung
4 Sprachgebrauch
4.1 Ontario und seine frankophone Gesellschaft
4.2 Québec und seine anglophone Gesellschaft
4.3 Quantitativer Vergleich der Provinzen
5 Eigenschaften und Besonderheiten der Sprache
5.1 Das “Ontarian” english
5.2 Das Français québécois
6 Kontaktinduzierter Sprachwandel
6.1 Einfluss Ontarios auf seine frankophone Gesellschaft
6.1.1 Morphosyntax
6.1.2 Lexikon
6.2 Einfluss Québecs auf seine anglophone Gesellschaft
6.2.1 Morphosyntax
6.2.2 Lexikon
7 Diskussion
8 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen der sprachlichen Vitalität in Verbindung mit kontaktinduziertem Sprachwandel am Beispiel der Provinzen Ontario und Québec. Ziel ist es, den frankophonen Status in Ontario und den anglophonen Status in Québec zu analysieren, um soziohistorische Einflüsse sowie Sprachwandelphänomene im Bereich der Morphosyntax und des Lexikons zu identifizieren.
2.2 Diglossie
In seinem gleichnamigen Aufsatz definiert Ferguson “Diglossia” (2006) als eine Standardisierung der Existenz zweier Varietäten einer Sprache in einer Sprechergemeinschaft, in der jede seine eigene, bestimmte Funktion hat (Vgl. 2006: 33). Eine wichtige Eigenschaft der Diglossie ist ihre Stabilität sowie das relativ ausgeglichene Verhältnis zwischen diesen beiden Varietäten (Vgl. Ferguson 2006: 38-39). Zudem ist sie weder auf gewisse geographische Regionen noch auf explizite Sprachfamilien beschränkt (Vgl. Ferguson 2006: 42).
Ferguson unterscheidet dabei zwischen der sogenannten “superposed variety” und “regional dialects”. Für erstere führt er den Terminus “High-Variety (H)”, für letztere “Low- Variety (L)” ein (2006: 34). Im Folgenden werden die Akronyme „H“ und „L“, wie erläutert, verwendet.
Ein wichtiges Merkmal ist die Spezialisierung der jeweiligen Funktionen von H und L. Anhand einer Auflistung zeigt Ferguson, dass sich beide Varietäten durch eigene beziehungsweise bestimmte Kontexte kennzeichnen, in der sie gebraucht werden. Zudem betont er, dass sich ihre expliziten Rollen hierbei kaum überschneiden. Abbildung 1 illustriert die Domänen, die charakteristisch einer Sprache zugehören. So wird beispielsweise L in Konversationen mit der Familie, Freunden oder Kollegen verwendet, wohingegen H in Zeitungsredaktionen, Berichten und Reportagen sowie bei Bildbeschreibungen zum Einsatz kommt. Die zwei zuletzt aufgeführten Situationen hebt der Autor hervor und weist darauf hin, dass Poesie, wie auch Volksdichtung in beiden Varietäten auftauchen. Die eindeutige Zuweisung ist folglich eng mit der Prestigewahrnehmung eines jenes Sprechers verbunden.
1 Einleitung: Definiert den Fokus der Arbeit auf die Verbindung von Vitalität und kontaktinduziertem Sprachwandel in den Provinzen Ontario und Québec.
2 Sprachsituation: Erläutert die theoretischen Grundlagen zu Bilingualismus, Diglossie und dem Konzept der Sprachvitalität.
3 Historisches Portrait Kanadas: Bietet einen soziohistorischen Überblick über die Besiedlung, Sprachpolitik und die demolinguistische Entwicklung bis in die Gegenwart.
4 Sprachgebrauch: Analysiert detailliert die Verwendung der beiden offiziellen Sprachen in den jeweiligen Minderheitensettings durch demographische und statistische Daten.
5 Eigenschaften und Besonderheiten der Sprache: Vergleicht das kanadische Englisch und das Français québécois mit ihren jeweiligen Standardnormen.
6 Kontaktinduzierter Sprachwandel: Untersucht konkrete Veränderungen in der Morphosyntax und im Lexikon als Folge des Sprachkontakts.
7 Diskussion: Wertet die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf Vitalität und Sprachwandel kritisch aus.
8 Fazit und Ausblick: Führt die Erkenntnisse zusammen und resümiert die Bedeutung der Sprachpolitik und staatlichen Förderung für die Zukunft der Minoritäten.
Bilingualismus, Diglossie, Vitalität, Sprachwandel, Sprachkontakt, Kanada, Ontario, Québec, Frankophonie, Anglophonie, Minoritäten, Morphosyntax, Lexikon, Sprachpolitik, Sprachgebrauch
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Vitalität der Amtssprachen Englisch und Französisch in Kanada, speziell fokussiert auf die Provinzen Ontario und Québec, um mögliche Phänomene des kontaktinduzierten Sprachwandels zu identifizieren.
Die Untersuchung deckt die Bereiche Bilingualismus, Diglossie, Sprachvitalität, Sprachpolitik, historisch bedingte Sprachunterschiede und kontaktinduzierte Veränderungen in Morphosyntax und Lexikon ab.
Ziel ist es, den frankophonen Status in Ontario und den anglophonen Status in Québec zu erörtern und zu analysieren, inwieweit diese Faktoren Sprachwandel begünstigen oder beeinflussen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Fundierung soziolinguistischer Konzepte (Giles, Ferguson, Fishman) und eine sekundäre Empirie, basierend auf Daten von Statistics Canada.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, die Analyse des Sprachgebrauchs mittels statistischer Daten und die detaillierte Untersuchung von Sprachwandelerscheinungen in den Bereichen Morphosyntax und Wortschatz.
Wichtige Schlagworte sind insbesondere Bilingualismus, Diglossie, Vitalität, Sprachwandel, Kontaktinduzierung, Minderheitensprache und die spezifischen kanadischen Varietäten.
Die historische Entwicklung, etwa durch den Treaty of Paris oder den Quebec Act, hat strukturelle Benachteiligungen und Identitätskonflikte geschaffen, die noch immer die Sprachpolitik und den Status der Minderheiten in den Provinzen prägen.
Das Bildungssystem fungiert als wesentlicher Faktor für die Vermittlung und Erhaltung der Sprache. Die Arbeit verdeutlicht, dass der Zugang zu muttersprachlichem Unterricht in Minderheitensituationen kritisch für die Entwicklung und das Selbstbewusstsein der Sprachgruppen ist.
Die Unterschiede ergeben sich aus der jeweiligen demographischen Machtverteilung, dem unterschiedlichen Status der Sprachen innerhalb der Provinzen und den abweichenden sprachpolitischen Fördermaßnahmen der jeweiligen Regierung.
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