Diplomarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Methodisches Vorgehen
2 Wirkung von Staatsschulden
2.1 Budgetrestriktion des Staates
2.2 Staatsschuldenquote
2.3 Arten der Staatsverschuldung
2.4 Gefahren hoher Staatsverschuldung
2.5 Möglichkeiten der Stabilisierung der Staatsverschuldung
2.6 Wirtschaftstheoretische Ansätze der Wirtschaftspolitik
3 Europäische Einigung
3.1 Europäische Union und Währungsunion
3.2 Stabilisierende Regeln der EWWU
3.2.1 Grundlagen regelgebundener Wirtschaftspolitik
3.2.2 Fiskalische Regeln
3.2.3 Stabilitäts- und Konvergenzkriterien
4 Europäischer Fiskalpakt
5 Umsetzung des Europäischen Fiskalpaktes
5.1 Vertragliche Regelungslücken des Europäischen Fiskalpaktes
5.2 Umsetzung des Europäischen Fiskalpaktes 2013
5.3 Umsetzung des Europäischen Fiskalpaktes 2016
6 Abschlussbetrachtungen
6.1 Kritische Betrachtung der Umsetzung
6.2 Schlussfolgerung aus den Betrachtungen
7 Zusammenfassung
Diese Arbeit analysiert kritisch die Einführung und nationale Umsetzung des Europäischen Fiskalpaktes (EFC) innerhalb der Wirtschafts- und Währungsunion. Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit die vertraglichen Regelungen zur Haushaltsdisziplin und Schuldenbegrenzung tatsächlich effektiv sind und welche Rolle dabei nationale Umsetzungsspielräume sowie institutionelle Faktoren spielen.
2.4 Gefahren hoher Staatsverschuldung
Das gesamtwirtschaftliche Kreditangebot auf dem Markt ergibt sich aus der gesamtwirtschaftlichen Ersparnis als Summe aus privaten und öffentlichen Ersparnissen. Das staatliche Defizit verringert die staatliche Ersparnis. Aufgrund der c.p. geringeren gesamtwirtschaftlichen Ersparnis sinkt das Kreditangebot. Die Kreditangebotskurve in Abbildung 1 verschiebt sich nach links. Bei unveränderter Kreditnachfrage steigt der gleichgewichtige Realzinssatz, während das Kreditvolumen abnimmt. Die privaten Investitionen sowie die Kapitalakkumulation nehmen daraufhin ab. Die volkswirtschaftliche Wachstumsrate sinkt. Dies gilt langfristig auch, wenn aufgrund des staatlichen Defizits kurzfristig die Nachfrage und die Produktion auf dem Gütermarkt steigen. Der Rückgang an Investitionen aufgrund staatlicher Kreditaufnahmen wird als Crowding-out (Verdrängung) bezeichnet.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und begründet die Notwendigkeit des Fiskalpaktes angesichts der Staatsschuldenkrise.
2 Wirkung von Staatsschulden: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der staatlichen Budgetrestriktion sowie die ökonomischen Wirkmechanismen und Risiken einer hohen Staatsverschuldung.
3 Europäische Einigung: Hier wird die historische Genese der EU-Integration sowie die Entwicklung der bestehenden stabilisierenden fiskalischen Regeln und Konvergenzkriterien dargelegt.
4 Europäischer Fiskalpakt: Das Kapitel definiert den Europäischen Fiskalpakt als Teil des SKSV und analysiert dessen Funktion als Instrument zur Stärkung der Haushaltsdisziplin.
5 Umsetzung des Europäischen Fiskalpaktes: Es wird methodisch aufgezeigt, wie die verschiedenen EU-Staaten den Fiskalpakt in nationales Recht umgesetzt haben und welche Regelungslücken dabei identifiziert wurden.
6 Abschlussbetrachtungen: Eine kritische Evaluierung der Umsetzungsprozesse und eine Zusammenführung der Erkenntnisse zu einem Gesamtfazit hinsichtlich der Wirksamkeit der Fiskalregeln.
7 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer thesenförmigen Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und einer wissenschaftlichen Reflektion der Fiskalpolitik.
Europäischer Fiskalpakt, Schuldenbremse, Staatsschulden, EWWU, Haushaltskonsolidierung, Budgetrestriktion, Defizitverfahren, Fiskalrat, Europäische Währungsunion, Austeritätspolitik, Konvergenzkriterien, Stabilitätsmechanismus, Crowding-out, Haushaltsdisziplin, Wirtschafts- und Währungsunion
Die Arbeit untersucht die Effektivität des Europäischen Fiskalpaktes und dessen nationaler Umsetzung zur Eindämmung der Staatsverschuldung in der Eurozone.
Zentrale Themen sind die Budgetrestriktionen von Staaten, die Bedeutung der Fiskalregeln für die europäische Einigung sowie die kritische Analyse von nationalen Umsetzungsunterschieden.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob der Fiskalpakt durch seine Regelungen die Staatsfinanzen tatsächlich stabilisieren kann oder ob nationale Spielräume die Wirksamkeit untergraben.
Der Autor nutzt die Methode der qualitativen Dokumentenanalyse, um verfügbare Berichte und Studien zur Umsetzung des Fiskalpaktes systematisch auszuwerten.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Staatsverschuldung und die historischen Integrationsschritte der EU dargelegt, gefolgt von der Analyse des Fiskalpaktes und seiner nationalen Anwendung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fiskalpakt, Schuldenbremse, Haushaltskonsolidierung, EWWU und Budgetrestriktion.
Die Regelungslücken ermöglichen den Nationalstaaten Ausgestaltungsspielräume, die laut Analyse dazu führen, dass die Stabilitätsvorgaben oft nur ungenügend erfüllt werden.
Der Autor argumentiert, dass die EZB durch ihr Agieren in der Staatsschuldenkrise das Bailout-Verbot teilweise umgeht, was den Anreiz zur nationalen Haushaltskonsolidierung mindert.
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