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Bachelorarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 2,7
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Allgemeines zur „Veganen Ernährung“
3.1.1 Definition und Ableitung von „vegetarischer Ernährung“
3.1.2 Ursprung und Herkunft von Veganismus
3.1.3 Formen des Veganismus
3.2 Verbreitung des Veganismus in Deutschland
3.2.1 Häufigkeit von Veganern in Deutschland
3.2.2 Beweggründe und Trendentwicklung
3.3 Empfehlungen zur bedarfsgerechten Ernährung von Veganern im Breiten- und Leistungssport
3.3.1 Energiebedarf für Breiten- und Leistungssportler
3.3.2 Energieliefernde Makronährstoffe
3.3.2.1 Fette und Fettsäuren
3.3.2.2 Proteine
3.3.2.3 Kohlenhydrate
3.3.2.4 Ballaststoffe und energieneutrale Nahrungsbestandteile
3.3.3 Notwendige Vitamine und Mineralstoffe
3.3.4 Mögliche Nährstoffmängel und Folgen
3.3.5 Möglichkeiten der Nahrungsergänzung
3.4 Wissenschaftliche Datenlage zum Vergleich veganer und herkömmlicher Ernährungsweise im Sport
3.4.1 Vorteile einer veganen Ernährungsweise
3.4.2 Nachteile einer veganen Ernährungsweise
4 METHODIK
4.1 Ausführliche Literaturrecherche der im gegenwärtigen Kenntnisstand beschriebenen Themen
4.1.1 Beschreibung der Vorgehensweise
4.1.2 Didaktische Fragestellung zu Erstellung einer Informationsbroschüre
4.1.3 Angabe der benutzen Daten, Bibliotheken, Suchmaschinen und Suchbegriffen
4.2 Erstellung der Informationsbroschüre
4.2.1 Zielgruppendefinition
4.2.2 Layout und Gestaltung
4.2.3 Formelle Kriterien
4.2.4 Graphikauswahl
4.2.5 Textauswahl
4.2.6 Auslage der Broschüre
5 ERGEBNISSE
5.1 Darstellung der recherchierten Ergebnisse
5.2 Darstellung der Informationsbroschüre
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG
8 LITERATURVERZEICHNIS
9 ABBILDUNGS-, TABELLENVERZEICHNIS
9.1 Abbildungsverzeichnis
9.2 Tabellenverzeichnis
„Der strenge Vegetarismus mit rein pflanzlicher Kost ist als Ernährung für den Sportler sowie für Kinder und Jugendliche abzulehnen“ (Demeter, 1981, S.141). “Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Lebensphasen geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend“ (American Dietetic Association (ADA), 2009) . Diese Aussagen stellen einen Widerspruch dar. Die Erstgenannte kann sich in der heutigen Zeit immer weniger etablieren, denn die Zahl der vegetarisch- und vegan lebenden Menschen ist vor allem in den westlich geprägten Ländern in den letzten Jahren stetig angestiegen. Die vegane Ernährung liegt im Trend, welcher sich vermutlich fortsetzen wird (Vegetarierbund Deutschland, 2016). Sie wird meist mit den Begriffen „healthy lifestyle“ oder „trendy“ in Verbindung gebracht (Englert et al. 2016, S.7). Allerdings treten immer wieder Fragen auf, ob eine Ernährungsform, in der jegliche Tierprodukte gemieden werden, mit „gesund“ assoziiert werden kann, und inwieweit die Zufuhr aller lebensnotwendigen Makro- und Mikronährstoffe gedeckt werden kann. Insbesondere bei einem erhöhten Nährstoffbedarf von Leistungssportlern drängt sich die Frage auf, ob ggf. Nährstoffe ergänzt werden müssen, sodass diesbezüglich noch Aufklärungs- und Informationsbedarf zu bestehen scheint.
Die Entwicklung einer zum Stand der Forschung aktuellen Informationsbroschüre für Sportler zu veganer Ernährungsweise mit Handlungsempfehlungen zur Nährstoffbedarfsdeckung ist Ziel dieser Arbeit. Dazu wird die wissenschaftliche Literatur zum Thema „vegane Ernährung im Sport“ recherchiert und die Ergebnisse hierzu dargestellt. Basierend auf den Rechercheergebnissen wird eine Informationsbroschüre erarbeitet, die für Leistungssportler wie Breitensportler oder auch daran Interessierte gleichermaßen attraktive Informationen liefert. Dabei soll über die eventuelle Gefahren von Nährstoffmangel und Möglichkeiten der ergänzenden Bedarfsdeckung aufgeklärt werden, sowie Rezeptvorschläge für die praktische Umsetzung und eine ggf. nötige Supplementierung eingearbeitet werden.
Der Engländer Donald Watson (1910 - 2005) prägte den Begriff „vegan“ und leitete ihn vom englischen Adjektiv „vegetarian“ ab. Watson gründete 1944 die „Vegan Society“ und wollte damit alle konsequenten Veganer von den Vegetariern abgrenzen (Ströhle et al. 2016). Im „Oxford English Dictionary“ wurde 1962 der Begriff „vegan“ zum ersten Mal aufgeführt, und dort als „vegetarian who eats no butter, cheese, or milk“ (Vegetarier, der keine Butter, keinen Käse und keine Milch verzehrt) definiert. In den 1990er Jahren wurde diese Definition noch einmal erweitert, welche bisher keine Änderungen mehr mit sich gebracht hat. Demnach ist ein Veganer „a person who does not eat or use animal products“, also eine Person, die keine tierischen Produkte isst oder verwendet (Stevenson, 2011).
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
Abb. 1: Länder mit dem größten Anteil an Vegetariern an der Bevölkerung weltweit (Statista, 2016)
Den größten Bevölkerungsanteil an Vegetariern und Veganern mit 38% hat Indien. Ab 500 v. Chr. wurden dort die religiösen Tieropfer kritisch hinterfragt und eine revolutionäre philosophische Grundüberzeugung entwickelt, die ein unabhängiges ethisches Denken mit sich brachten (Kapur, 2010). In den großen Religionen Indiens, dem Buddhismus, Hinduismus und Jainismus verzichtete man auf den Konsum von getöteten Tieren (Statista, 2015). Die fleischfreie Ernährung setzte sich daraufhin im ostasiatischen Raum bis in die heutige Zeit fort. Im Mittelmeerraum finden sich in den Lehren der antiken Philosophen, so z.B. bei Pythagoras, Platon, Plutarch oder Porphyrios, die in erster Linie aus ethischen Gründen auf Fleisch verzichteten (Spencer et al., 2003). In Europa konnte sich eine tierfreie Ernährung anfangs nicht durchsetzen, und wurde erst ab dem 19. Jahrhundert wieder ins Leben gerufen. Mit der Gründung des ersten Vegetarier-Vereins in England 1801, der „Vegetarian Society“ 1847 und der „ Vegan Society“ 1947 wurde der Ve- getarusmus und später der Veganismus wieder populärer.
Zu den heute bekannten Formen der veganen Ernährungsweise gehört der Bio-Veganis- mus, die frugane Ernährung und die vegane Rohkost. Die Bio-Veganer beschränken sich zusätzlich auf Lebensmittel, die nur aus ökologischer Produktion stammen. Die „Fruga- ner“ ernähren sich ausschließlich von Nüssen, Samen und Obst, da deren Verzicht nicht die Zerstörung oder Weiterverarbeitung der Pflanze zur Folge hat. In der veganen Rohkost ist entscheidend, dass die Nahrung nicht hitzebehandelt wird. Dazu gehören frisches Obst, Gemüse, alles essbare Blattgrün, Kräuter, Öl, Nüsse, Samen und Pilze, milchsauer vergorene Lebensmittel wie z.B. rohes Sauerkraut und andere, die nicht pasteurisiert wurden (Englert et al., 2016, S.9).
Der Vegetarierbund Deutschland, kurz VEBU, schätze im letzten Jahr (2015) die Zahl der Vegetarier in Deutschland auf rund 7,8 Millionen (rund 10% der Bevölkerung) und die Zahl der Veganer auf 900.000 geschätzt, was 1,1% der Gesamtbevölkerung entspricht (VEBU, 2016). Die Anzahl der vegan lebenden Menschen würde sich laut der „American Dietic Association“, kurz ADA, bis 2020 verdoppeln (ADA, 2009). In Europa gäbe es mittlerweile 37 Millionen Vegetarier, davon in Deutschland laut der EVU (2016) siebenmillionen Vegetarier und 800.000 Veganer. Statistiken belegen, dass auch der Umsatz der vegetarischen und veganen Lebensmittel steigt (Statista, 2016). Wie die folgende Abbildung deutlich macht, ist der Umsatz von 2010 bis 2015 um mehr als das Doppelte gestiegen.
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