Bachelorarbeit, 2015
51 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Übersetzungen buddhistischer Texte ins Chinesische
2.1. Translatorische Theorien buddhistischer Mönche
2.1.1. Theorien der Anfangsphase
2.1.2. Theorien der Blütezeit
2.2. Problematik der Übersetzung aus dem Sanskrit ins Mittelchinesische
3. Klassifikation des Lehnguts
4. Analyse der in buddhistischen Übersetzungen verwendeten Techniken
4.1. Lehnbedeutungen
4.2. Translationen
4.3. Hybridwörter
4.4. Transliterationen
5. Einfluss der Übersetzungen auf die chinesische Sprache
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht die linguistischen Techniken, mit denen Übersetzer buddhistischer Texte aus dem Sanskrit in das Mittelchinesische die Herausforderungen bei der Übertragung religiöser Konzepte bewältigten, für die im damaligen Chinesisch keine Äquivalente existierten.
2.1. Translatorische Theorien buddhistischer Mönche
Wie im vorigen Abschnitt erwähnt ist die Bestimmung des Übersetzers, insbesondere im Fall früher Texte, eine komplizierte Angelegenheit. Laut NATTIER (2008: 9) bestand dieses Problem bereits im Jahr 374 n. Chr., als der erste Katalog buddhistischer Translationen (zōnglì zhòngjīng mùlù 综理众经目录) vom Mönch Dào Ān 道安 verfasst wurde. Bei diesem sowie späteren Katalogen war es den Autoren nicht möglich, einem Großteil der Texte einen Übersetzer zuzuordnen. Solche wurden nach NATTIER (2008: 10) als „anonyme“ Schriften (shīyìjīng 失译经) bezeichnet. Hierbei handelte es sich, wie das Schriftzeichen 失(„verlieren“) vermuten ließe, nicht um die Tatsache, dass der Name des Übersetzers im Gegensatz zu früher nicht mehr bekannt sei. Stattdessen hielten die ersten Verfasser die Angabe ihres Namens als unangebracht.
Selbst im Fall namentlich bekannter Übersetzer sollte betont werden, dass wie im vorigen Abschnitt erläutert eine Translationsarbeit das Zusammenwirken einer Gruppe von Menschen bedeutete. Jedoch taten sich im Laufe der Jahrhunderte mehrere Autoren als Leitfiguren hervor, deren Wirken und translatorische Theorien die Arbeit kommender Generationen prägten. Ihre Übersetzungen zeichnen sich durch einen eigenen Stil aus, der im Zweifelsfall eine Zuordnung der Autorschaft ermöglichen würde. Neben der Translationsarbeit machten sich bereits die ersten Verfasser der Zieltexte Gedanken zur Übersetzungstheorie, die auch für die Nachwelt festgehalten wurden. Es sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass es sich bei ihnen um Mönche handelte und ihre Denk- und Arbeitsweise demnach religiösen Vorschriften untergeordnet war.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der buddhistischen Übersetzungstätigkeit für die chinesische Kulturgeschichte ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Übersetzungen buddhistischer Texte ins Chinesische: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung, die Rolle der Mönche und die inhärenten sprachlichen Schwierigkeiten beim Transfer religiöser Konzepte.
3. Klassifikation des Lehnguts: Hier werden wissenschaftliche Ansätze zur Definition und Kategorisierung von Lehnwörtern in der Linguistik theoretisch aufgearbeitet.
4. Analyse der in buddhistischen Übersetzungen verwendeten Techniken: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und untersucht detailliert die vier Haupttechniken: Lehnbedeutungen, Translationen, Hybridwörter und Transliterationen.
5. Einfluss der Übersetzungen auf die chinesische Sprache: Diese Sektion beschreibt die langfristigen Auswirkungen der buddhistischen Translationen auf Grammatik, Wortschatz und Phonologie des Chinesischen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Komplexität und den bleibenden Wert dieser frühen translatorischen Bemühungen für den kulturellen Austausch.
Buddhismus, Mittelchinesisch, Sanskrit, Lehnwörter, Translation, Transliteration, Hybridwörter, Lehnbedeutung, Übersetzungstheorie, Dào Ān, Kumārajīva, Xuanzang, Zànníng, Sprachkontakt, Kulturgeschichte.
Die Arbeit analysiert die Strategien und Techniken, die bei der Übersetzung buddhistischer Schriften aus dem Sanskrit in das Mittelchinesische angewendet wurden, um fremde religiöse Konzepte in der Zielsprache verständlich zu machen.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Übersetzungstheorien, die Klassifizierung von Fremdwort-Integrationen sowie den signifikanten Einfluss dieser Übersetzungsarbeit auf die weitere Entwicklung der chinesischen Sprache.
Das Ziel besteht darin, die verschiedenen Techniken der Lehnwortschöpfung systematisch aufzuarbeiten und zu verdeutlichen, wie Übersetzer mit der Herausforderung fehlender Äquivalente umgingen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie auf etablierte translationstheoretische Konzepte zurückgreift und diese auf konkrete Beispiele aus historischen Wörterbüchern buddhistischer Begriffe anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Klassifikation von Lehngut und die konkrete Analyse der vier Haupttechniken: Lehnbedeutung, Translation, Hybridwörter und Transliteration.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Buddhistische Translation, Mittelchinesisch, Lehnwortschöpfung, Sprachkontakt und interkultureller Austausch charakterisiert.
Während Dào Ān eher als Organisator und Theoretiker bekannt war, der sich auf die Anpassung an chinesische Konventionen konzentrierte, war Kumārajīva für seine qualitativ hochwertigen und bei Zeitgenossen geschätzten Übersetzungen bekannt, die ein Gleichgewicht zwischen inhaltlicher Präzision und Lesbarkeit suchten.
Das Fānqiè-System war eine innovative Methode, um die korrekte Aussprache von Schriftzeichen durch die Kombination zweier anderer Zeichen zu erklären, was maßgeblich dazu beitrug, Sanskrit-Begriffe im Chinesischen phonetisch exakter abzubilden.
Die Schwierigkeit lag in der fundamentalen strukturellen Verschiedenheit der Sprachen – das Sanskrit als indogermanische, flektierende Sprache gegenüber dem isolierenden, monosyllabischen Chinesisch – sowie in der Notwendigkeit, komplexe metaphysische Begriffe in einen neuen kulturellen Kontext zu übertragen.
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