Bachelorarbeit, 2016
20 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Private Militärfirmen in den Thesen der „neuen Kriege“
3. Das Phänomen: Private Sicherheits- und Militärfirmen
3.1 Definition und Eingrenzung des Begriffs
3.2 Typologie der Firmen
3.3 Ursachen für das Aufkommen von privaten Sicherheits- und Militärfirmen
4. Der Irak und die PMSF-Branche
4.1 Die USA als Auftraggeber von PSMF
5. Zusammenfassung
5.1 Ausblick und die Problematik des Outsourcings
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen privater Sicherheits- und Militärfirmen (PSMF) im Kontext des Irakkrieges, um zu analysieren, aus welchen politischen und ökonomischen Motiven die USA diese Unternehmen in großem Umfang beauftragten und welche Implikationen sich daraus für die staatliche Souveränität und internationale Konfliktführung ergeben.
Die USA als Auftraggeber von PSMF
Nachdem versucht wurde das Portfolio dieser Firmen zu veranschaulichen und die Gründe für den Anstieg der privaten Militärbranche zu illustrieren, ist das Ziel dieses Kapitels, den Blick auf die Staatsebene zu richten. Zum Kundenkreis der Firmen gehören neben Regierungen auch multinationale Unternehmen, internationale Organisation wie die UNO oder NGOs und Privatpersonen. Da jedoch die Betrachtung aller Akteure den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, wird der Fokus lediglich auf staatliche Akteure gerichtet. Am Beispiel der USA wird im Folgenden eine polit-ökonomische Analyse vollzogen, mit dem Anspruch herauszufinden, zu welchem Zweck PSMF in dem zuvor erwähnten Ausmaß eingesetzt wurden. Zur Untersuchung bietet sich die USA zudem aus folgenden Umständen an: Zum einen haben die meisten im Irak agierenden privaten Sicherheits- und Militärunternehmen ihren Firmensitz in den USA. Zum anderen „sind es offenbar die Vereinigten Staaten, die sich weitestgehend der Dienste privater Militärfirmen bedienen, obwohl sie als stärkste Weltmacht über genügend große reguläre Streitkräfte verfügen.“
In der Literatur trifft man häufig auf zwei Begründungen für die Privatisierung US-militärischer Aufgaben im Irak: die erste Argumentationslinie zielt auf den Einsatz privater Firmen aufgrund der Kostenersparnis, während die zweite den Einsatz auf die Entlastung der eigenen Streitkräfte zurückführt. Die erste Begründung wirft jedoch Zweifel auf. Der französische Ökonom Jean Tirole vermutet, dass Firmen prinzipiell versuchen werden Aufträge, die sie erhalten, möglichst lange hinauszuziehen, um auf Kosten des Kunden sich einen Vorteil zu schaffen. In der Wirtschaftstheorie nennt man dieses Phänomen „Ex-post-Bargaining“. Dies ist auch bei PSMF zu beobachten, die anders als Staaten einer anderen Handlungslogik folgen, dessen Bestreben ausschließlich auf Gewinn bzw. Profit gerichtet ist. Selten decken sich die Interessen der beiden Vertragsparteien. Man kann davon ausgehen, dass PSMF dazu neigen „die vorhandenen Mittel rational einzusetzen, [d.h.] mit dem geringstmöglichen Aufwand einen bestimmten Ertrag zu erzielen (Sparprinzip) oder mit verfügbaren Mitteln einen höchstmöglichen Ertrag zu erwirtschaften (Maximalprinzip)“. Dies tun die Firmen, um auf dem internationalen Sicherheitsmarkt konkurrenzfähig zu bleiben.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zunehmende Privatisierung bewaffneter Konflikte ein und formuliert das Forschungsinteresse bezüglich des Einsatzes privater Militärfirmen durch die USA im Irak.
2. Private Militärfirmen in den Thesen der „neuen Kriege“: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund des Formenwandels kriegerischer Gewalt durch Privatisierung und Ökonomisierung, unter Einbeziehung von Herfried Münkler und Mary Kaldor.
3. Das Phänomen: Private Sicherheits- und Militärfirmen: Hier werden Definitionen sowie eine Typologie der verschiedenen Firmenformen vorgenommen und die strukturellen Ursachen für ihr Aufkommen analysiert.
4. Der Irak und die PMSF-Branche: Das Kapitel analysiert den spezifischen Einsatz privater Dienstleister im Irakkrieg und fokussiert dabei kritisch auf die Rolle der USA als Hauptauftraggeber.
5. Zusammenfassung: Der Abschluss bewertet die zentralen Ergebnisse der Arbeit, reflektiert die Bestätigung der aufgestellten These und thematisiert die Herausforderungen unzureichender Regulierungsmaßnahmen.
Private Militärfirmen, PMSF, Irakkrieg, Privatisierung, Outsourcing, neue Kriege, Kriegsökonomie, Sicherheitsdienstleistungen, USA, US-Militär, Militärintervention, Konfliktmanagement, Staatsmonopol, Gewaltmonopol, völkerrechtliche Grauzone
Die Arbeit behandelt die rasant zunehmende Privatisierung bewaffneter Konflikte und analysiert exemplarisch, warum und wie die USA private Sicherheits- und Militärfirmen (PSMF) im Irakkrieg eingesetzt haben.
Zentrale Themen sind die theoretische Einordnung privater Akteure in die "neuen Kriege", die Typisierung privater Sicherheits- und Militärfirmen, die Ursachen ihres globalen Aufstiegs sowie die politischen und ökonomischen Motive des Outsourcings durch staatliche Akteure.
Das Ziel ist es, politisch-ökonomische Beweggründe für den exzessiven Einsatz von PSMF durch die USA im Irak zu identifizieren und zu untersuchen, ob dieser Einsatz tatsächlich politischen und ökonomischen Interessen diente.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Ansätze der „neuen Kriege“ mit einer polit-ökonomischen Analyse der US-Strategie im Irak verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der privaten Militärbranche, die Bestimmung des Begriffs und der Typologie, die Ursachen des Aufkommens und eine vertiefende Analyse der US-amerikanischen Auftragspolitik im Irak.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Privatisierung, Outsourcing, Kriegsökonomie, neue Kriege, völkerrechtliche Grauzone und die Rolle privater Akteure als Sicherheitsdienstleister charakterisiert.
Die Arbeit hinterfragt die Hypothese der Kostenersparnis kritisch und weist darauf hin, dass private Firmen gewinnorientiert handeln und staatliche Auftraggeber oft die Kontrolle über die tatsächlichen Gesamtkosten verlieren.
Die Arbeit thematisiert die rechtliche „Grauzone“, in der sich Angehörige privater Militärfirmen bewegen, da sie oft nicht der Militärgerichtsbarkeit unterliegen und strafrechtlich nur schwer zur Verantwortung gezogen werden können.
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