Bachelorarbeit, 2017
111 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Aktualität der Thematik
1.2 Ziel und Abgrenzung der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Der Begriff der Umwandlung
2.2 Der Verschmelzungsbegriff
2.3 Verschmelzungsmotive
2.3.1 Betriebswirtschaftliche Gründe
2.3.2 Steuerrechtliche Gründe
2.4 Verschmelzungsprozess
3 Zivilrechtliche Regelungen
3.1 Verschmelzung nach dem Umwandlungsgesetz
3.1.1 Aufbau und Systematik
3.1.2 Verschmelzungsfähige Kapitalgesellschaften
3.1.3 Verschmelzung durch Aufnahme und Neugründung
3.2 Ablauf der Verschmelzung
3.2.1 Planungsphase
3.2.2 Vorbereitungsphase
3.2.3 Beschlussverfahren
3.2.4 Schutzinstrumente der Gesellschafter
3.2.5 Vollzug
3.3 Rechtsfolgen einer Verschmelzung
4 Bilanzielle Behandlung in der Handelsbilanz
4.1 Bilanzierung bei der übertragenden Kapitalgesellschaft
4.2 Bilanzierung bei der übernehmenden Kapitalgesellschaft
4.3 Bilanzierung bei den Anteilseignern der übertragenden Kapitalgesellschaft
4.4 Die Verschmelzungsvarianten nach dem UmwStG und deren Auswirkung auf die Bilanzierung
4.4.1 Verschmelzung von Kapitalgesellschaften ohne gegenseitige Beteiligung
4.4.2 Up-stream merger
4.4.3 Down-Stream merger
4.4.4 Side-stream merger
5 Steuerrechtliche Regelungen
5.1 Systematik und Anwendungsbereich des UmwStG
5.2 Das Verhältnis des Umwandlungsgesetzes zum Umwandlungssteuergesetz
5.3 Steuerliche Rückwirkung
5.4 Vorbemerkungen zu den Vorschriften der §§ 11- 13 UmwStG
5.5 Auswirkungen bei der übertragenden Kapitalgesellschaft § 11 UmwStG
5.5.1 Gemeiner Wert als Grundsatz der Bewertung gem. § 11 Abs. 1 UmwStG
5.5.2 Bewertungswahrecht gem. § 11 Abs. 2 UmwStG
5.5.3 Wertaufholungsgebot bei down-stream merger
5.5.4 Steuerliche Folgen des § 11 UmwStG
5.6 Auswirkungen bei der übernehmenden Kapitalgesellschaft § 12 UmwStG
5.6.1 Steuerliche Wertverknüpfung
5.6.2 Wertaufholungsgebot bei up-stream merger
5.6.3 Übernahmeergebnis
5.6.4 Eintritt in die steuerliche Rechtsposition der übertragenden Körperschaft gem. § 12 Abs. 3 UmwStG
5.6.5 Bewertung von Verlustvorträgen
5.6.6 Übernahmefolgegewinn gem. § 12 Abs. 4 i. V. m. § 6 UmwStG
5.6.7 Verschmelzung in den nicht steuerpflichtigen oder steuerbefreiten Bereich einer Körperschaft gem. § 12 Abs. 5 UmwStG
5.6.8 Steuerliche Folgen des § 12 UmwStG
5.7 Verschmelzungsbedingte Auswirkung auf das steuerliche Eigenkapital
5.7.1 Behandlung des § 29 KStG
5.7.2 Besonderheiten bei upstream-und downstream merger
5.8 Steuerrechtliche Behandlung der Verschmelzung auf Ebene der Anteilseigner der übertragenden Kapitalgesellschaft § 13 UmwStG
5.8.1 Anwendungsbereich und Systematische Einordnung der Vorschrift
5.8.2 Veräußerung und Anschaffungsfiktion zum gemeinen Wert gem. § 13 Abs. 1 UmwStG
5.8.3 Buchwertfortführung auf Antrag gem. § 13 Abs. 2 UmwStG
5.8.4 Steuerliche Folgen des § 13 UmwStG
6 Schlussbemerkungen und Ausblicke
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen zivilrechtlichen und ertragssteuerlichen Aspekte der Verschmelzung von Kapitalgesellschaften untereinander. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen zu erarbeiten und die bilanziellen sowie steuerrechtlichen Konsequenzen, insbesondere im Hinblick auf das Umwandlungsgesetz und das Umwandlungssteuergesetz, fundiert zu analysieren.
1.1 Problemstellung und Aktualität der Thematik
Unternehmen sind keine statischen Objekte. Sie verändern sich im Laufe ihres Bestehens. In Zeiten extremer Wettbewerbssituationen, globalisierter Absatz- und Beschaffungsmärkte und rapiden technologischen Entwicklungen unterliegen die Unternehmen einem stetigen Wandel der rechtlichen Rahmenbedingungen. In diesem Sinne sehen sich Unternehmen des Öfteren gezwungen sich den veränderten Umweltbedingungen und unternehmerischen Zielsetzungen anzupassen und flexibel zu agieren. Es geht nicht nur um die Veränderungen der kurzfristig wandelbaren prozessualen Abläufe, sondern vor allem um die Neuordnung des langfristigen und schwierigen Aufbaus des Unternehmens und der Unternehmensstruktur. Solch eine Anpassung erfordert intelligente, geschäftspolitische Entscheidungen.
Die Änderungen der Unternehmensstruktur stellen sowohl zivilrechtlich als auch steuerrechtlich komplexe Sachverhalte dar. Ohne gewisse Sonderregelungen müsste ein Unternehmen seine ursprüngliche Rechtsform aufgeben oder eine Gesellschaft liquidiert werden. Abgesehen von einem hohen Aufwand, könnten solche Umwandlungen ohne spezielle Sonderregelungen nicht erfolgsneutral vorgenommen werden, da im Betriebsvermögen eventuell vorhandene stille Reserven bei einer Betriebsaufgabe aufgedeckt werden müssten. Um diese Komplexität so übersichtlich und einfach wie möglich zu halten, hat der Gesetzgeber das Umwandlungs- und das Umwandlungssteuergesetz eingeführt. Es verringert den hohen administrativen Aufwand und ermöglicht eine Fortführung des Unternehmens als wirtschaftliche Einheit in einer anderen Struktur ohne stille Reserven aufdecken zu müssen. Veränderungen der Organisationsstruktur, insbesondere die Umstrukturierung des rechtlichen Rahmens eines Unternehmens, können in den unterschiedlichsten Formen erfolgen. Die Verschmelzung ist in der Hinsicht eine der wichtigsten Arten der Umstrukturierung und wird in der Praxis häufig genutzt.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Unternehmensumstrukturierungen ein und erläutert die Zielsetzung sowie die Abgrenzung der vorliegenden Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden der Begriff der Umwandlung sowie der Verschmelzung und die damit verbundenen betriebswirtschaftlichen und steuerrechtlichen Motive und Prozesse theoretisch hergeleitet.
3 Zivilrechtliche Regelungen: Dieses Kapitel behandelt detailliert den Ablauf der Verschmelzung nach dem Umwandlungsgesetz sowie die Schutzinstrumente für die beteiligten Gesellschafter.
4 Bilanzielle Behandlung in der Handelsbilanz: Es werden die handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften für die übertragende und übernehmende Gesellschaft sowie für deren Anteilseigner detailliert analysiert.
5 Steuerrechtliche Regelungen: Dieses zentrale Kapitel analysiert die steuerlichen Konsequenzen von Verschmelzungen nach dem Umwandlungssteuergesetz, insbesondere die Rückwirkung sowie Auswirkungen bei der übertragenden und übernehmenden Gesellschaft.
6 Schlussbemerkungen und Ausblicke: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und ein Ausblick auf die weitere Entwicklung der Rechtslage gegeben.
Verschmelzung, Umwandlungsgesetz, Umwandlungssteuergesetz, Kapitalgesellschaften, Steuerneutralität, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Rückwirkung, Umtauschverhältnis, Übertragungsgewinn, Verlustvortrag, Up-stream merger, Down-stream merger, Side-stream merger, Anteilstausch
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, die bei einer Verschmelzung von Kapitalgesellschaften in Deutschland zu beachten sind.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Umwandlungsgesetz (zivilrechtlich), der handelsrechtlichen Bilanzierung bei Verschmelzungsvorgängen sowie den umfangreichen steuerrechtlichen Folgen nach dem Umwandlungssteuergesetz.
Das primäre Ziel ist es, die komplexen Sachverhalte bei Verschmelzungen – insbesondere die steuerliche Behandlung stiller Reserven und die verschiedenen Verschmelzungsvarianten – verständlich darzulegen und kritisch zu analysieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, unter Einbeziehung aktueller Gesetzesfassungen (insbesondere UmwG und UmwStG), Rechtsprechung des BFH und Verwaltungsanweisungen der Finanzverwaltung.
Der Hauptteil gliedert sich in die zivilrechtlichen Abläufe (Planung, Beschluss, Schutzinstrumente), die handelsrechtliche Bilanzierung (Schlussbilanz, Buchwertfortführung) und die steuerrechtliche Systematik bei übertragenden und übernehmenden Gesellschaften.
Wesentliche Begriffe sind Verschmelzung, Umwandlungssteuergesetz, Buchwertverknüpfung, steuerliche Rückwirkung, Aufdeckung stiller Reserven und Anteilstausch.
Die Unterscheidung ist entscheidend für die Anwendung der entsprechenden Paragraphen im UmwStG, da diese unterschiedliche Anforderungen an die Anteilsgewährung und die steuerliche Behandlung des Übernahmeergebnisses stellen.
Die steuerliche Rückwirkung ermöglicht es, das Einkommen und Vermögen der übertragenden Körperschaft bereits zum steuerlichen Übertragungsstichtag dem übernehmenden Rechtsträger zuzurechnen, was die Ergebnisabgrenzung vereinfacht.
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