Diplomarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung
2. Pädagogische Freiheit als Rechtsbegriff
2.1 Pädagogische Freiheit und pädagogische Verantwortung
2.2 Die Entstehung des pädagogischen Freiheitsbegriffs und sein Weg in die Schulgesetze der Länder
2.3 Grundgesetzliche Verankerung der pädagogischen Freiheit
2.3.1 Der beamtenrechtliche Sonderstatus des Lehrers
2.3.2 Pädagogische Freiheit – Teil Lehrfreiheit aus Art. 5 Abs. 3 GG
2.3.3 Pädagogische Freiheit als Ausprägung der allgemeinen Meinungsfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 GG
2.3.4 Pädagogische Freiheit als hergebrachter Grundsatz des Berufsbeamtentums aus Art. 33 Abs. 5 GG
2.4 Erstes Zwischenfazit
3. Der Weg der Schule in die staatliche Verantwortung
3.1 Die Anfänge der Staatsverantwortung für das Schulwesen
3.2 Der Ausbau der staatlichen Schulaufsicht
3.3 Der Einfluss der neuhumanistischen Bildungsreform – Süvern’s Unterrichtsgesetzentwurf von 1819
3.4 Die Emanzipation des Volksschullehrerstandes
3.5 Die Schule im Spannungsverhältnis von Kirche und Staat
3.6 Zweites Zwischenfazit
4. Die Schule in der Demokratie als Basis der pädagogischen Freiheit
5. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die juristische Herleitung und die entwicklungsgeschichtliche Verankerung des Konstrukts „pädagogische Freiheit“ des Lehrers im deutschen Verfassungsrecht. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie dieses Konzept innerhalb des staatlichen Erziehungsauftrags und unter Berücksichtigung der beamtenrechtlichen Stellung des Lehrpersonals verfassungsrechtlich begründet werden kann.
2.1 Pädagogische Freiheit und pädagogische Verantwortung
Wie bereits in der Problemstellung kurz aufgezeigt wurde, findet sich in den Schulgesetzen der Länder keine Übereinstimmung der Begrifflichkeiten bezüglich einer pädagogischen Freiheit der Lehrer. Der Großteil der Vorschriften stellt auf die pädagogische Verantwortung des Lehrers ab und verbindet diese direkt mit den sie beschränkenden Einflüssen. (Wißmann 2002, S. 55) So lautet zum Beispiel die Formulierung des Schulgesetzes für Baden-Württemberg: „Die Lehrkräfte tragen im Rahmen der in Grundgesetz, Verfassung des Landes Baden-Württemberg und § 1 dieses Gesetzes niedergelegten Erziehungsziele und der Bildungspläne sowie der übrigen für sie geltenden Vorschriften und Anordnungen die unmittelbare pädagogische Verantwortung für die Erziehung und Bildung der Schüler.“ (§ 38 Abs. 6 BW-SchG) Dementsprechende Regelungen finden sich auch in Schulgesetzen von Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Eine explizite Nennung in Kombination mit der pädagogischen Verantwortung erfährt der Begriff der pädagogischen Freiheit in den Schulgesetzen der Länder Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Auch in diesen Vorschriften findet sich die direkte Beziehung zu den Beschränkungen der pädagogischen Freiheit, allerdings verbunden mit der Formulierung der Unzulässigkeit einer unnötigen oder unzumutbaren Einschränkung derselben. So bestimmt z.B. das Hessische Schulgesetz: „Die Lehrerinnen und Lehrer erziehen, unterrichten, beraten und betreuen in eigener Verantwortung im Rahmen der Grundsätze und Ziele der §§ 1 bis 3 sowie der sonstigen Rechts- und Verwaltungsvorschriften und der Konferenzbeschlüsse. Die für die Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Lehrerin oder des Lehrers erforderliche pädagogische Freiheit darf durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften und Konferenzbeschlüsse nicht unnötig oder unzumutbar eingeengt werden.“ (§ 86 Abs. 2 Sätze 1 & 2 HessSchG)
1 Problemstellung: Einführung in die Thematik der pädagogischen Freiheit und deren unklare rechtliche Verankerung in den Schulgesetzen der Länder.
2 Pädagogische Freiheit als Rechtsbegriff: Analyse der Begriffe „pädagogische Freiheit“ und „pädagogische Verantwortung“ sowie Diskussion über deren verfassungsrechtliche Einordnung.
3 Der Weg der Schule in die staatliche Verantwortung: Historische Betrachtung der Entwicklung der staatlichen Schulaufsicht und der Emanzipation des Lehrerstandes im 19. Jahrhundert.
4 Die Schule in der Demokratie als Basis der pädagogischen Freiheit: Einordnung der pädagogischen Freiheit in den Kontext der demokratischen Staatsordnung und des staatlichen Erziehungsauftrags.
5 Schlussbemerkung: Fazit über die Notwendigkeit der pädagogischen Freiheit als essenzieller Teil der staatlichen Schulverantwortung.
Pädagogische Freiheit, Pädagogische Verantwortung, Lehrfreiheit, Grundgesetz, Staatliche Schulaufsicht, Berufsbeamtentum, Schulgeschichte, Erziehungsauftrag, Volksschullehrer, Säkularisierung, Rechtsbegriff, Verfassungsrecht, Bildungsreform, Eigenverantwortung, Lehrerbildung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der rechtlichen Bestimmung und der historischen Entwicklung des Begriffs der „pädagogischen Freiheit“ von Lehrkräften in Deutschland.
Zentrale Felder sind die verfassungsrechtliche Absicherung des Lehrerstatus, die historische Entwicklung der staatlichen Schulaufsicht sowie die Professionalisierung des Lehrerberufs.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis über Inhalt und Grenzen der pädagogischen Freiheit zu erlangen und zu klären, wie diese rechtlich im Gefüge des Grundgesetzes verortet werden kann.
Es handelt sich um eine rechts- und entwicklungsgeschichtliche Betrachtung, die verfassungsrechtliche Diskurse und historische Quellen analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine juristische Begriffsanalyse der pädagogischen Freiheit und eine historische Analyse des Weges der Schule in die staatliche Verantwortung.
Wichtige Begriffe sind pädagogische Freiheit, staatlicher Erziehungsauftrag, Grundgesetz, Schulaufsicht und die Rolle des Lehrers als Beamter.
Sie dient nicht als persönliches Grundrecht zur Selbstverwirklichung des Lehrers, sondern als notwendiger Spielraum, um den staatlichen Erziehungsauftrag in komplexen und variablen Unterrichtssituationen erfüllen zu können.
Preußen legte mit Regelungen wie dem „General-Land-Schul-Reglement“ und dem „Allgemeinen Landrecht“ den Grundstein für die staatliche Schulaufsicht und die Unterordnung der Schule unter staatliche Zwecke.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

