Bachelorarbeit, 2012
47 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Mythos Drache: Herkunft und Bedeutung des Fabelwesens
3. Wirnt von Grafenberg: „Wigalois“
3.1 Aussendung des auserwählten Kämpfers in das teuflische Korntin
3.2 Der Drache Pfetan, des „tievels bot“
3.3 Die Ohnmacht des christlichen Streiters
4. Gottfried von Strassburg: „Tristan“
4.1 Die intrigante Brautwerbungsfahrt
4.2 Der Drache, des „tiuveles kint“
4.3 Die Ohnmacht des listigen Helden
5. Vergleich der Symbolik beider Drachenkämpfe
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Funktion von Drachenkämpfen in der mittelhochdeutschen Literatur, indem sie den "Wigalois" von Wirnt von Grafenberg und Gottfrieds von Strassburg "Tristan" vergleichend analysiert. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwieweit das Motiv des Drachenkampfes als christliche Erlösungstat oder als zweckrationales Mittel zur Zielerreichung fungiert und welche Rolle die dämonische Symbolik des Ungeheuers für die Identitätsbildung der Helden spielt.
3.1 Aussendung des auserwählten Kämpfers in das teuflische Korntin
Nachdem Wigalois eine Reihe schwerer Bewährungsproben bestanden und Nereja von seiner Tapferkeit überzeugt hat, dankt sie ihm für seine Kampfesmühen und offenbart ihm, wie Korntin den Händen des Königspaars entrissen und Roaz zuteil wurde, dem Mann, der „[d]urch sînen zouberlist / beidiu sêle unde / leben einem tievel gegeben“ (V. 3656ff.). Diesem Heiden gelang es nämlich, sich durch „guoter mære vil“ (V. 3681) das Vertrauen des Königs zu erschleichen, um ihn dann hinterrücks zu überfallen und sein Volk zu töten. Einzig die Königin und ihre Tochter entgingen dem jämmerlichen Schicksal, da sie sich zur Zeit des Hinterhalts nicht in Korntin befanden. Nunmehr zehn Jahre ist dies her und Roaz führt seitdem eine Schreckensherrschaft, die schon viele Ritter vergeblich zu brechen versuchten. Grund dafür sind aber nicht Ruhm und Ehre allein, sondern die Königstochter Larie, die Teil eines Plans ist, den das verbliebene Volk ersann, um von ihrem Leid erlöst zu werden.
Mit diesem Wissen begibt sich Wigalois nun nach Roimunt, wo Nereja der Königin Bericht über ihre Reise erstattet und Wigalois „als würdiger und auserwählter Kämpfer vorgestellt [wird].“ In dem Moment, als Wigalois die Königstochter Larie zum ersten Mal sieht, ist es um den tapferen Ritter geschehen und er verliebt sich unsterblich in sie.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das literarische Motiv des Drachenkampfes im Mittelalter ein und skizziert die methodische Vorgehensweise des Vergleichs zwischen dem "Wigalois" und dem "Tristan".
2. Mythos Drache: Herkunft und Bedeutung des Fabelwesens: Das Kapitel beleuchtet die etymologische Herkunft und die wandlungsreiche Bedeutung des Drachen als dämonisches Symbol von der Antike bis zur mittelalterlichen christlichen Weltauffassung.
3. Wirnt von Grafenberg: „Wigalois“: Hier wird der Handlungsverlauf des "Wigalois" dargelegt, wobei besonders die ritterliche Ausbildung und die Bestimmung zum Erlösungswerk im Land Korntin im Fokus stehen.
3.1 Aussendung des auserwählten Kämpfers in das teuflische Korntin: Dieser Abschnitt beschreibt die Vorbereitung von Wigalois auf seine Aventiure und die Offenbarung der Schreckensherrschaft des Teufelsbündlers Roaz.
3.2 Der Drache Pfetan, des „tievels bot“: In diesem Kapitel erfolgt eine detaillierte Analyse der monströsen Gestalt des Drachen Pfetan als teuflisches Geschöpf und Verkörperung der sieben Todsünden.
3.3 Die Ohnmacht des christlichen Streiters: Der Text analysiert die Schwächephase des Helden nach dem Sieg und diskutiert die Bedeutung dieses Zustands als existentielle Krise und Weg zur Selbstfindung.
4. Gottfried von Strassburg: „Tristan“: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Tristan-Erzählung, die zentralen Motive der List und die Bedeutung des Brautwerbungs-Kontexts.
4.1 Die intrigante Brautwerbungsfahrt: Der Fokus liegt hier auf den politischen Verwicklungen am Hofe von Marke und der Notwendigkeit für Tristan, seine Position durch eine waghalsige Fahrt zu festigen.
4.2 Der Drache, des „tiuveles kint“: Hier wird die Kampfhandlung Tristans untersucht, wobei besonders die Ambivalenz zwischen ritterlicher Tapferkeit und kalkuliertem, listigem Vorgehen hervorgehoben wird.
4.3 Die Ohnmacht des listigen Helden: Dieses Kapitel thematisiert die Ohnmacht Tristans nach dem Kampf und die daraus resultierende Herausforderung, seinen Status als Sieger gegenüber Betrügern zu behaupten.
5. Vergleich der Symbolik beider Drachenkämpfe: Ein systematischer Vergleich arbeitet die Gemeinsamkeiten in der Drachengestalt sowie die fundamentalen Unterschiede in der Intention und christlichen Dimension der Heldentaten heraus.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Drachenkampf in beiden Werken als archetypischer Weg zur Selbstwerdung fungiert, jedoch mit grundlegend unterschiedlicher moralischer Wertung.
Drachenkampf, Mittelalter, Wigalois, Tristan, Symbolik, Dämonie, Rittertum, höfischer Roman, Erlösung, Teufel, List, Identitätsbildung, christliche Dimension, Wirnt von Grafenberg, Gottfried von Strassburg
Die Bachelor-Arbeit analysiert die Bedeutung und Funktion von Drachenkämpfen in zwei zentralen Versromanen des hohen Mittelalters, dem "Wigalois" und dem "Tristan".
Die zentralen Felder sind die symbolische Ausgestaltung dämonischer Wesen, das ritterliche Ethos und die Frage, ob der Kampf eine moralische Bewährung vor Gott oder ein zweckrationales Mittel zur Zielerreichung darstellt.
Die Arbeit untersucht, ob Drachenkämpfen in der Literatur eine einheitliche übergeordnete Funktion zukommt und wie sich die Helden Wigalois und Tristan in dieser Extremsituation charakterlich definieren.
Die Autorin/Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textvergleich zwischen zwei unterschiedlichen Werktraditionen (Artusroman vs. Tristan-Stoff) sowie die Einbeziehung zeitgenössischer theologischer und kultureller Kontexte umfasst.
Der Hauptteil ist in die Analyse der beiden Werke unterteilt, wobei jeweils die Herkunft des Drachen, die Vorbereitungen des Kampfes, der Kampf selbst und die anschließende Ohnmachtsepisode der Protagonisten detailliert betrachtet werden.
Wesentliche Begriffe sind Drachenkampf, Symbolik, Identitätsbildung, christliche Erlösung, höfischer Roman und der Vergleich zwischen Wigalois und Tristan.
Die Zunge dient als Siegestrophäe und Beweisstück, um Tristan gegen den opportunistischen Truchseß zu legitimieren, während sie gleichzeitig seine Neigung zur List und Täuschung symbolisiert.
Die Ohnmacht wird in der Forschung unterschiedlich interpretiert: Sie kann als notwendige Bewährungsprobe, als existenzieller Verlust der Identität oder als Wendepunkt zur Erkenntnis der Abhängigkeit von Gottes Willen gedeutet werden.
Ja, laut der Analyse verfolgt Tristan mit dem Kampf eher opportunistische, persönliche Ziele, wohingegen Wigalois’ Kampf als endzeitliches Szenario einer christlichen Erlösungstat stilisiert wird.
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