Masterarbeit, 2014
89 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Vorüberlegungen
2.1 Definition eines Suizids
2.2 Etymologie des lateinischen suicidum
3 Philosophische, gesellschaftliche und juristische Akzeptanz des Suizids im antiken Griechenland und Rom
3.1 Die Bewertung des Suizids in der griechischen Philosophie
3.2 Gesellschaftlicher und juristischer Umgang mit dem Suizid in Rom
4 Todesarten und Motivationen für einen Suizid
5 Der Suizid von Marcus Porcius Cato dem Jüngeren
6 Analyse der literarischen Darstellung des Suizids
6.1 Senecas philosophische Betrachtungen zum Suizid
6.1.1 Via ad libertatem
6.1.2 Legitime Gründe für einen Suizid
6.1.3 Bene mori aut male ad rem pertinet
6.1.4 Die literarische Darstellung des Suizid Catos
6.1.4.1 Historische Hintergründe und literarische Relevanz
6.1.4.2 Cato ille, virtutum viva imago
6.1.4.3 Catos Suizid als exempla sapientis viri nobis
6.1.5 Senecas Suizid als imago vitae
6.1.6 Zwischenfazit
6.2 Ciceros philosophische Betrachtungen zum Suizid
6.2.1 Animi medicina
6.2.2 Das Leben als munus humanus
6.2.3 Die literarische Darstellung des Suizid Catos
6.2.3.1 Historische Hintergründe und literarische Relevanz
6.2.3.2 Vir sapiens laetus ex his tenebris in lucem illam excesserit
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auffassung und literarische Darstellung des Suizids in den philosophischen Schriften von Seneca und Cicero, wobei die Figur des Marcus Porcius Cato des Jüngeren als zentrales Analysebeispiel dient, um die Intentionen und Darstellungstechniken der Autoren zu ergründen.
Die literarische Darstellung des Suizid Catos
Charakteristisch für die Darstellung Catos ist bei Seneca stets die Divergenz zwischen dem tugendhaften Charakter Catos und den widrigen politischen und gesellschaftlichen Umständen seiner Zeit. So findet sich etwa in seiner Schrift De constantia sapientis (Dial. II) folgende Stelle:
cum ambitu congressus, multiformi malo, et cum potentiae immensa cupiditate, quam totus orbis in tres divisus satiare non poterat, adversus vitia civitatis degenerantis et pessum sua mole sidentis stetit solus et cadentem rem publicam, quantum modo una retrahi manu poterat, tenuit, donec abstractus comitem se diu sustentatae ruinae dedit simulque extincta sunt quae nefas erat dividi; neque enim Cato post libertatem vixit nec libertas post Catonem. (Dial. II, 2, 3)
Ausgangspunkt für diese Charakterisierung ist die Bezugnahme auf ein früheres Gespräch Senecas mit seinem Freund Annaeus Serenus über die mangelnde gesellschaftliche Würdigung Catos Engagement. Seneca zufolge sei Serenus empört (indigne ferebas, sicut es iniquitatis impatiens (Dial. II, 2, 1)), dass Cato seiner Zeit nicht nur gegen Caesar und Pompeius zu kämpfen gehabt habe, sondern auch gegen das Unverständnis der Gesellschaft für sein politisches Engagement. Die diesen Absatz einleitenden Worte geben also nicht nur das nun folgende Gesprächsthema zu erkennen, sondern versuchen durch ihre wertenden Nuancen zugleich, den Leser im Sinne Senecas zu beeinflussen.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik und Zielsetzung der Untersuchung der literarischen Darstellung des Suizids.
2 Vorüberlegungen: Definition des Suizidbegriffs und etymologische Herleitung des Wortes suicidum.
3 Philosophische, gesellschaftliche und juristische Akzeptanz des Suizids im antiken Griechenland und Rom: Untersuchung der historischen und philosophischen Bewertung der Selbsttötung in der Antike.
4 Todesarten und Motivationen für einen Suizid: Analyse der von Anton van Hooff erhobenen Daten zu Todesarten und Motiven in der antiken Literatur.
5 Der Suizid von Marcus Porcius Cato dem Jüngeren: Historische Darstellung von Catos Leben und seinem Entschluss zur Selbsttötung in Utica.
6 Analyse der literarischen Darstellung des Suizids: Detaillierte Untersuchung der Positionen von Seneca und Cicero anhand von Textbeispielen und Fallstudien.
7 Fazit: Zusammenfassender Vergleich der Ansätze von Seneca und Cicero zur literarischen Darstellung des Suizids.
Suizid, Antike, Seneca, Cicero, Cato der Jüngere, Selbsttötung, Philosophie, Stoa, Freiheit, Moral, Tod, Literaturanalyse, Sterben, Ethik, römische Republik.
Die Arbeit analysiert, wie das Phänomen des Suizids in den philosophischen Schriften von Seneca und Cicero literarisch dargestellt und bewertet wurde.
Die Schwerpunkte liegen auf dem antiken Suizidverständnis, philosophischen Rechtfertigungen der Selbsttötung sowie der gezielten Inszenierung des Todes als Ausdruck sittlicher Vollkommenheit.
Ziel ist es, die Intentionen und Darstellungstechniken der Autoren zu untersuchen, mit denen sie den Suizid – insbesondere am Beispiel von Cato – inszenieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Quellenanalyse und literaturwissenschaftliche Interpretation der philosophischen Schriften von Seneca und Cicero.
Der Hauptteil beleuchtet die philosophischen Ansätze beider Autoren, unterscheidet zwischen legitimen und verpönten Suizidmotiven und analysiert exemplarisch Catos Sterben als Ausdruck stoischer Ideale.
Zu den Kernbegriffen zählen Suizid, Stoa, Cato der Jüngere, Freiheit, Tod, Philosophie und die literarische Darstellung von Werten in der römischen Antike.
Cato dient als "Modell des Weisen" und tragische Figur, an der sowohl Seneca als auch Cicero ihre jeweiligen Konzepte von Freiheit, politischem Engagement und dem richtigen Umgang mit dem eigenen Ende exemplifizieren.
Während Seneca den Suizid als ein für jeden zugängliches Instrument der Freiheit betrachtet, zeigt sich Cicero konservativer und fordert zwingend ein göttliches Zeichen als Voraussetzung für eine legitime Selbsttötung.
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