Bachelorarbeit, 2017
90 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Einordnung der Begrifflichkeiten
2.1 Behinderung
2.2 Selbstbestimmung
2.3 Rehabilitation und Teilhabe
3 Das Persönliche Budget
3.1 Eine begriffliche Annäherung
3.2 Konzeptionelle Grundlagen – Von der Sach- zur Geldleistung
3.3 Zur Entstehung der Leistungsform
3.3.1 Der Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe
3.3.2 Das Persönliche Budget im Kontext des Paradigmenwechsels
3.3.3 Einführung und Entwicklung des Persönlichen Budgets in Deutschland
3.4 Sozialrechtliche Grundlagen
3.4.1 SGB IX und Budgetverordnung (BudgetV)
3.4.2 Leistungsberechtigte Personen
3.4.3 Budgetfähige Leistungen und Leistungsträger
3.4.4 Das Persönliche Budget als Komplexleistung
3.4.5 Bewilligungsverfahren
4 Aktueller Forschungsstand
5 Die Nutzer*innenforschung
5.1 Perspektiven der Forschung – Nutzen und Nutzung
5.2 Kontextualisierung der Nutzer*innenforschung
6 Forschungsdesign
6.1 Erhebungsmethode: Das problemzentrierte Interview
6.2 Entwicklung des Leitfadens und Kategorienbildung – Relevanzkontexte des Persönlichen Budgets
6.3 Feldzugang
6.4 Durchführung
6.5 Auswertungsmethode: Die qualitative Inhaltsanalyse
7 Empirie: Ergebnisse der Studie und Diskussion
7.1 Nutzenstrukturierende Bedingungen auf der Ebene des subjektiven Relevanzkontextes
7.2 Nutzenstrukturierende Bedingungen auf der Ebene des institutionellen Relevanzkontextes
7.3 Nutzenstrukturierende Bedingungen auf der Makroebene
7.4 Zusammenfassung
8 Handlungsempfehlungen
9 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die nutzenstrukturierenden Bedingungen bei der Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets aus der Perspektive der Nutzer*innen, um den persönlichen Nutzen dieser Leistungsform zu maximieren.
Die Nutzer*innenforschung
Grundlage der in dieser Arbeit durchgeführten Forschung ist die Nutzer*innenforschung. Diese soll daher in ihrer Ursprungsform dargestellt und anschließend zum Persönlichen Budget in Beziehung gesetzt werden, um den Rahmen des Forschungsvorhabens zu erschließen.
Die Ursprünge des Forschungsansatzes und der Fragestellung nach dem subjektiven Nutzen fanden sich in den Überlegungen der frühen 1980er Jahre parallel zur praktisch-politischen Kritik an der herrschenden Sozialpolitik, welche insbesondere von Selbsthilfebewegungen geäußert wurde (vgl. Oelerich & Schaarschuch 2013, S. 85). Mit herrschaftskritischem Anspruch wurde versucht, alternative Konzepte bzgl. der Sozialpolitik zu erfassen. Im Fokus stand hier insbesondere, dass Sozialpolitik von den Subjekten aus gedacht werden muss (vgl. ebd., S. 85). Dieser Perspektive liegt der Anspruch zugrunde, dass die Menschen nicht mehr als Betroffene und Opfer gesehen werden, sondern als Produzent*innen, die in der Lage sind, “ihre Lebenszusammenhänge, Krisen und Probleme kollektiv und öffentlich zu bearbeiten“ (ebd., H. i. O.). Aufgrund der geäußerten Kritik wurden alternative Konzepte für die Sozialpolitik und Soziale Arbeit entworfen, in welche die Nutzer*innenforschung einzuordnen ist (vgl. van Rießen 2016, S. 84).
Die Nutzer*innenforschung ist ein noch junger Forschungsansatz, der in der deutschen Forschungspraxis bisher recht wenig angewandt wird und entsprechend eine erhebliche Forschungslücke aufweist (vgl. van Rießen 2016, S. 82; Maar 2006, S. 12). Die theoretische Grundlage der Nutzer*innenforschung gründet sich auf die neuere Dienstleistungstheorie, die aus dem Aneignungskonzept hervorgegangen ist, welche die Nutzer*innen als aktive Subjekte sieht, die sich u.a. ihre Verhaltensweisen durch soziale Dienstleistungen aneignen. Die Rekonstruktion von nutzenfördernden und nutzenlimitierenden Bedingungen ist zentraler Ansatz der Nutzer*innenforschung und verfolgt die Zielstellung, den Nutzen Sozialer Arbeit für die Nutzer*innen zu erhöhen (vgl. Schaarschuch & Oelerich 2005, S. 17).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Persönlichen Budgets ein, definiert das Forschungsziel und erläutert die Relevanz der Nutzer*innenperspektive für die wissenschaftliche Untersuchung.
2 Einordnung der Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Behinderung, Selbstbestimmung sowie Rehabilitation und Teilhabe, um ein einheitliches Verständnis für die Arbeit zu schaffen.
3 Das Persönliche Budget: Hier werden die konzeptionellen und sozialrechtlichen Grundlagen des Persönlichen Budgets, seine Entstehung durch den Paradigmenwechsel und das Bewilligungsverfahren detailliert dargestellt.
4 Aktueller Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über bisherige Begleitforschungen und Forschungsprojekte und arbeitet die Bedeutung des vorliegenden Vorhabens heraus.
5 Die Nutzer*innenforschung: Das Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund der Nutzer*innenforschung und kontextualisiert diesen Ansatz für die Anwendung auf das Persönliche Budget.
6 Forschungsdesign: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, einschließlich der Begründung für das problemzentrierte Interview und die qualitative Inhaltsanalyse sowie die Konstruktion der Relevanzkontexte.
7 Empirie: Ergebnisse der Studie und Diskussion: Im empirischen Teil werden die durch die Interviews gewonnenen Erkenntnisse über nutzenstrukturierende Bedingungen auf subjektiver, institutioneller und Makroebene präsentiert und diskutiert.
8 Handlungsempfehlungen: Basierend auf den Ergebnissen werden konkrete Vorschläge zur Optimierung des Persönlichen Budgets und zur Minimierung nutzenlimitierender Faktoren formuliert.
9 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, reflektiert die gewählte Methodik und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen im Bereich des Persönlichen Budgets.
Persönliches Budget, Menschen mit Behinderung, Selbstbestimmung, Teilhabe, Nutzer*innenforschung, Qualitatives Forschungsdesign, Problemzentriertes Interview, Sozialrechtliche Grundlagen, Paradigmenwechsel, Behindertenhilfe, Nutzen, Nutzungsstrategien, Institutionelle Relevanzkontexte, Leistungsanbieter, Selbstständigkeit.
Die Arbeit untersucht das Persönliche Budget für Menschen mit Behinderung. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse von Bedingungen, die den Nutzen dieser Leistungsform aus der Perspektive der Nutzer*innen fördern oder einschränken.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Behindertenhilfe, der Paradigmenwechsel hin zur Selbstbestimmung, die sozialrechtlichen Aspekte des Persönlichen Budgets sowie die Analyse subjektiver Erfahrungen der Leistungsnutzer*innen.
Das Ziel ist es, durch die Erforschung der Nutzer*innenperspektive den Nutzen der Leistungsform zu maximieren, indem nutzenlimitierende Faktoren identifiziert und Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet werden.
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Konkret kommen problemzentrierte Interviews nach Witzel zur Datenerhebung und die inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung zum Einsatz.
Der Hauptteil umfasst eine umfassende theoretische Einordnung, die Darlegung des aktuellen Forschungsstandes, die theoretische Fundierung der Nutzer*innenforschung, die methodische Darstellung des Forschungsdesigns sowie die empirischen Ergebnisse und deren Diskussion.
Zu den Schlüsselbegriffen zählen das Persönliche Budget, Selbstbestimmung, Nutzer*innenforschung, Teilhabe, Behindertenhilfe, Qualitätssicherung und die Analyse von nutzenstrukturierenden Bedingungen.
Der subjektive Nutzen ist zentral, da die Leistungsform das Ziel hat, individuelle Lebenssituationen zu verbessern. Nur aus der Perspektive der Nutzer*innen lässt sich beurteilen, ob der "Gebrauchswert" der Leistung tatsächlich zur individuellen Lebensgestaltung beiträgt.
Relevanzkontexte (subjektiv und institutionell) dienen als Analyseebenen, um zu verstehen, wie einerseits individuelle Erwartungen und andererseits strukturelle Bedingungen der Leistungsgewährung (z.B. durch Träger) das Erleben und den Nutzen des Budgets beeinflussen.
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