Masterarbeit, 2014
126 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Besonderheiten der High-Tech Branche in den USA
2.1 Netzwerkindustrie
2.2 Patente als strategisches Mittel
2.3 Venture Capital Zyklus
3 Strategien und Motive für Patentrechtstreite
3.1 Raising Rivals Cost
3.1.1 Duopol mit Netzwerkeffekt
3.1.2 Duopol mit Netzwerk- und Wettbewerbseffekt
3.1.3 Polypol mit Netzwerk- und Wettbewerbseffekt - Sammelklage
3.1.4 Polypol mit Netzwerk- und Wettbewerbseffekt - Einzelklage
3.2 Predation
3.3 Pure Money Making
4 Empirische Datenanalyse
4.1 Datenerhebung
4.2 Deskriptive Statistik
4.3 Korrelationen
4.4 Hypothesentest 1 & 2
4.4.1 Regressionsergebnis
4.4.2 Auswertung
4.5 Hypothesentest 3
4.5.1 Regressionsergebnis
4.5.2 Auswertung
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die strategischen Motive von Patentrechtstreitigkeiten und deren Auswirkungen auf die Finanzierung von Startup-Unternehmen im Venture Capital Zyklus, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, wie sich diese Auseinandersetzungen quantitativ auf das erhaltene Finanzierungsvolumen und den Exit-Erfolg auswirken.
3.2 Predation
Die diskutierten Modelle führen jeweils zu einer Reduzierung der Marktanteile des Lizenzierungsnehmers. Wird die angewendete Strategie des RRC verschärft so spricht man von Marktverdrängung oder „Predation“.
Die folgenden strategischen Modelle versuchen das Verhalten von einem Incumbent zu erklären, der versucht einen Entrant durch kostenintensive Strategien aus dem Markt vollständig zu verdrängen. Dies stellt somit eine Erweiterung der RRC Strategie aus Kapitel 3.1 dar. Das Kalkül dahinter sieht eine spätere Amortisation der Kosten durch Verdrängung des Konkurrenten bzw. Abschreckung zukünftiger potentieller Konkurrenten vor. Alle weiteren Vorausetzungen und Annahmen sind zur RRC Strategie identisch.(Vgl. Wilson 1992, 320)
Wie die Analysen im vorangegangen Kapitel deutlich verdeutlichen, macht eine Patentrechtsklage mit hinreichender Erfolgsaussicht für den Patentee durchaus Sinn, um sich gegen den Entrant zu wehren. Das Ziel dieser Predation ist hier, das eintretende Unternehmen aus dem Markt zu drängen indem seine Kosten durch die Patentrechtsklage und eine mögliche Lizenzvereinbarung erhöht werden.(Vgl. Wilson 1992, 320ff.)
Ob eine solche Strategie sinnvoll ist, hängt demnach von der Annahme gleich verteilter Informationen und der Analyse des Problems in Abhängigkeit eines finiten oder infiniten Zeithorizonts ab. Je nachdem wie diese beiden Annahmen getroffen werden, gibt die Literatur unterschiedliche Antworten, ob ein Preiskampf für den Incumbent sinnvoll ist.
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung immaterieller Vermögenswerte und Patente für junge Startups im Venture Capital Kontext sowie das zunehmende Risiko von Patentrechtsstreitigkeiten.
2 Besonderheiten der High-Tech Branche in den USA: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Charakteristika von Netzwerkindustrien, die strategische Rolle von Patenten und die spezifischen Herausforderungen des Venture Capital Zyklus.
3 Strategien und Motive für Patentrechtstreite: Hier werden spieltheoretische Modelle wie "Raising Rivals Cost" und "Predation" hergeleitet, um das strategische Verhalten von Patentinhabern gegenüber Konkurrenten zu erklären.
4 Empirische Datenanalyse: In diesem Kapitel werden die theoretischen Hypothesen mittels OLS- und Probit-Regressionen an einem Datensatz von 286 US-Technologie-Startups empirisch überprüft.
5 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Patentrechtsklagen von operativen Wettbewerbern das Finanzierungsvolumen negativ beeinflussen, während bei NPEs kein direkter negativer Einfluss auf den Erfolg der Startups nachweisbar ist.
Venture Capital, Patentrechtstreit, Netzwerkindustrie, Raising Rivals Cost, Predation, Patenttrolle, Non-Practicing Entities, High-Tech, Startup, Marktkonzentration, Regressionsanalyse, Exit, Finanzierungsvolumen, Innovationsökonomie, Wettbewerbsintensität.
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Motive hinter Patentrechtsstreitigkeiten und wie diese das Wachstum und den Erfolg von durch Venture Capital finanzierten Startups beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Netzwerkindustrie, die spieltheoretische Analyse von Patentstrategien sowie die empirische Überprüfung von Performance-Daten von US-Technologie-Startups.
Das Ziel ist die Quantifizierung des Einflusses von Patentklagen auf das Finanzierungsvolumen und die Exit-Chancen (IPO, Akquisition) von jungen Unternehmen.
Die Arbeit kombiniert eine spieltheoretische Modellierung (Cournot-Wettbewerb) mit einer quantitativen empirischen Datenanalyse mittels OLS- und Probit-Regressionen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung verschiedener Wettbewerbsstrategien bei Patentrechtsverletzungen und eine anschließende statistische Auswertung eines Datensatzes aus 286 Unternehmen.
Wesentliche Begriffe sind Venture Capital, Patentrechtstreit, Netzwerkindustrie, Raising Rivals Cost, Non-Practicing Entities (NPEs) und Marktkonzentration.
Die Unterscheidung ist wichtig, da Insider-Patentinhaber im direkten Produktwettbewerb zum Startup stehen und andere strategische Motive (wie Marktverdrängung) verfolgen als Outsider (z.B. NPEs), deren Ziel rein die Lizenzgebühren-Maximierung ist.
Die empirischen Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine höhere Marktkonzentration statistisch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Exits korreliert ist, da dies auf einen geringeren Wettbewerbsdruck hinweist.
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