Bachelorarbeit, 2016
43 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Der Anerkennungsbegriff
2.1. Anerkennung nach Fichte
2.2. Anerkennung nach Hegel
2.3. Anerkennung nach Mead
3. Axel Honneth – Der Kampf um Anerkennung
3.1. Liebe
3.2. Recht
3.3. Solidarität
4. Nancy Fraser – Gerechtigkeit
5. Umverteilung oder Anerkennung?
5.1. Einbettung in den gesellschaftstheoretischen Kontext
5.2. Standpunkt Fraser
5.3. Standpunkt Honneth
6. Anwendung der Konzepte auf das Beispiel der geschlechtlichen Ungerechtigkeit
6.1. Gender-Mainstreaming
6.2. Das Ernährer- und das Doppelversorgermodell
6.3. Die Dimension der Anerkennung in der schwedischen Familienpolitik
6.4. Die Dimension der ungerechten Verteilung in Deutschland
7. Schlussbetrachtung
7.1. Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit analysiert die theoretische Kontroverse zwischen Nancy Fraser und Axel Honneth hinsichtlich ihrer Gerechtigkeitskonzepte, wobei das Ziel darin besteht, die Vereinbarkeit beider Ansätze im Kontext gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten zu prüfen und am Beispiel geschlechtlicher Ungleichheit zu evaluieren.
3.1. Liebe
Allgemein wird die Liebe bei Honneth als Balanceakt verstanden, der sich zwischen Selbstständigkeit und enger Bindung eines Subjekts zu seiner Bezugsperson bewegt. Einem Prozess, „dessen Gelingen von der wechselseitigen Aufrechterhaltung einer Spannung zwischen symbiotischer Selbstpreisgabe und individueller Selbstbehauptung abhängig ist.“ Honneth führt die Theorie der Objektbeziehung ein, eine auf die Arbeiten der Psychoanalytikerin Melanie Klein zurückgehende Theorie, die diesen Vorgang des Erarbeitens affektiver Bindungen und welche Bedingungen zu seinem Gelingen führen, beschreibt. Diese Theorie stellt die Entwicklung des kindlichen Trieblebens in Frage, die Sigmund Freud mit der entstehenden Ich-Kontrolle stets in Verbindung gesetzt hatte. Dort sei jede Beziehung eines Kindes eine „bloße Funktion in der Entwicklung libidinöser Triebe“.
Honneth führt als ersten Beweis seiner Theorie die Forschungsergebnisse auf, die zeigen, dass der Entzug mütterlicher Zuwendung beim Kind für Störungen sorgt, auch wenn all seine anderen Bedürfnisse befriedigt wurden. So in den Versuchen mit Affenjungen, denen die Mutter entzogen wurde und denen die Forscher zum Ersatz unterschiedliche künstliche Ersatzmütter vorgesetzten. Die einen Ersatzmütter waren mit einer Vorrichtung für die Futterausgabe ausgestattet, die anderen einfach nur mit Fell überzogen. Die Affenjungen bevorzugten die mit Fell überzogenen Mütter, womit sich zeigt, dass einem Kind die Erfahrung des Kontaktbehagens wichtiger ist, als die reine Triebbefriedigung. Honneth untersucht folgend, mithilfe der Theorie der Objektbeziehung und einer ihrer Vertreter, dem Schüler Kleins, Donald Winnicott, die Sozialisationsbedingungen, die zu einer gelungenen „Balance von Symbiose und Selbstbehauptung“ führen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Kontroverse um Gerechtigkeitstheorien zwischen Nancy Fraser und Axel Honneth ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Der Anerkennungsbegriff: Dieses Kapitel erläutert den historischen Hintergrund des Anerkennungsbegriffs durch die philosophischen Positionen von Fichte, Hegel und Mead.
3. Axel Honneth – Der Kampf um Anerkennung: Hier wird Honneths Stufenmodell der Anerkennung (Liebe, Recht, Solidarität) als Grundlage seiner Theorie der Identitätsbildung detailliert dargestellt.
4. Nancy Fraser – Gerechtigkeit: Dieses Kapitel behandelt Frasers Gerechtigkeitsverständnis, das den Fokus besonders auf die Achsen der Ungerechtigkeit und soziale Teilhabe legt.
5. Umverteilung oder Anerkennung?: Hier erfolgt die direkte Gegenüberstellung der beiden Gerechtigkeitstheorien und deren theoretische Einbettung in die Kritische Theorie.
6. Anwendung der Konzepte auf das Beispiel der geschlechtlichen Ungerechtigkeit: Dieses Kapitel prüft die theoretischen Ansätze anhand konkreter Beispiele wie Gender-Mainstreaming, Familienmodellen und geschlechtsspezifischer Lohnunterschiede.
7. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und diskutiert die Möglichkeiten einer komplementären Ergänzung der beiden Gerechtigkeitstheorien.
Anerkennung, Umverteilung, Gerechtigkeit, Axel Honneth, Nancy Fraser, Kritische Theorie, Identität, Geschlechtergerechtigkeit, Gender-Mainstreaming, Solidarität, Soziale Ungleichheit, Erwerbsarbeit, Reproduktionsarbeit, Sozialer Wandel.
Die Arbeit untersucht die philosophische Kontroverse zwischen Nancy Fraser und Axel Honneth über das Verhältnis von Anerkennung und Umverteilung im Rahmen ihrer Gerechtigkeitstheorien.
Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Herleitung des Anerkennungsbegriffs, der Gegenüberstellung von Honneths und Frasers Modellen sowie der Analyse geschlechtsspezifischer Ungerechtigkeiten in der heutigen Gesellschaft.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die beiden Theorien tatsächlich unvereinbar sind oder ob sie sich zur Erklärung und Bekämpfung gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten sinnvoll ergänzen können.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse der Fachliteratur, die philosophische Konzepte auf aktuelle gesellschaftspolitische Problemstellungen und empirische Beispiele anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung der Ansätze von Honneth und Fraser, deren Einordnung in die Kritische Theorie sowie die Anwendung dieser Konzepte auf Aspekte wie das Gender-Mainstreaming und die Lohnschere.
Wesentliche Begriffe sind Anerkennung, Umverteilung, Gerechtigkeitstheorie, Kritische Theorie, Identitätsbildung und Geschlechtergerechtigkeit.
Die Autorin sieht Frasers zweidimensionales Modell als besonders geeignet an, um geschlechtliche Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft zu identifizieren und zu kritisieren.
Das schwedische Modell dient als positives Beispiel für ein politisches Konzept, das durch die Anerkennung von Reproduktionsarbeit die geschlechtliche Gleichstellung aktiv fördert.
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