Bachelorarbeit, 2017
70 Seiten, Note: 1
Einleitung
Theoretischer Teil
1. Kommunaldolmetschen
1.1 Settings und Arbeitsbedingungen
1.2 DolmetscherInnen
1.2.1 LaiendolmetscherInnen
1.3 KundInnen
1.4 Emotionale Nähe beim Kommunaldolmetschen
2. Mehrsprachigkeit: Zweisprachigkeit
2.1 Simultaner Früh-Bilingualismus
2.2 Natural Translators/Interpreters
2.3 Mögliche Vorteile von Bilingualismus beim Kommunaldolmetschen
2.4 Mögliche Nachteile von Bilingualismus beim Kommunaldolmetschen
3. Probleme und Stressfaktoren beim Kommunaldolmetschen
3.1 Stressreaktionen
3.2 Strategien zur Stressbewältigung
Empirischer Teil
4. Ziel der Befragung
4.1 Methode
4.2 InterviewparterInnen
4.3 Leitfadeninterviews
4.4 Transkriptionsverfahren
5. Ergebnisse
5.1 Schwierigkeiten der Befragung
5.2 Auswertung der Interviews
5.2.1 Dolmetscher #1
5.2.2 Dolmetscherin #2
5.2.3 Dolmetscher #3
5.2.4 Dolmetscherin #4
5.2.5 Dolmetscherin #5
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.1 Genereller Eindruck der LaiendolmetscherInnen
6.2 Stress und Probleme
6.2.1 Stressoren und Lösungsansätze
6.3 Parteilichkeit
6.4 Nachteile von Bilingualismus (beim Kommunaldolmetschen)
6.5 Vorteile von Bilingualismus (beim Kommunaldolmetschen)
Abschließende Gedanken
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des simultanen Früh-Bilingualismus auf die Tätigkeit von LaiendolmetscherInnen im Kommunalbereich. Das primäre Ziel ist es, Vor- und Nachteile sowie auftretende Stressoren bei nicht professionell ausgebildeten, aber zweisprachig aufgewachsenen DolmetscherInnen zu identifizieren, um zu evaluieren, inwieweit Zweisprachigkeit in diesem Kontext als hilfreich oder hinderlich wahrgenommen wird.
1. Kommunaldolmetschen
Obwohl das Kommunaldolmetschen laut Roberts (1997:7) die älteste Dolmetschart ist, da Dolmetschbedarf schon immer dort bestand, wo Angehörige unterschiedlicher Sprachgruppen aufeinandertreffen, ist es zugleich die am spätesten und am wenigsten erforschte. Des Weiteren ist die Benennung nicht unproblematisch, da vor allem im Englischen mehrere Begriffe synonym dafür verwendet werden, wofür im Deutschen nur ein Begriff existiert. So kann man laut Pöllabauer (2000:182) beispielsweise die englischen Bezeichnungen Liason Interpreting, Dialogue Interpreting, Cultural Interpreting oder Community Interpreting auf Deutsch mit dem Begriff „Kommunaldolmetschen” übersetzen. Meist trifft man allerdings den Terminus Community Interpreting an, der sich in der Literatur mittlerweile durchgesetzt hat (Prunč 2010:259).
Angelehnt an Pöllabauers (2000:186ff.) neun charakteristische Merkmale des Kommunaldolmetschens kann grundsätzlich gesagt werden, dass es sich bei den KundInnen oft um Angehörige ethnischer und sprachlicher Minderheiten handelt, womit die benötigten Sprachen Minderheitensprachen sind. Ebenso herrscht ein Statusgefälle zwischen den KlientInnen, da es meist um Gespräche zwischen MigrantInnen und VertreterInnen einer Behörde geht. Bei diesen di- beziehungsweise trialogisch ablaufenden Gesprächen, in denen es sich durchaus um konfliktreiche oder angespannte Situationen handeln kann, wird in beide Richtungen gedolmetscht. Aufgrund mangelnder Ausbildungsmöglichkeiten werden oft LaiendolmetscherInnen eingesetzt, welche mit unterschiedlichen Erwartungen und Einstellungen ihnen gegenüber konfrontiert werden. Zudem haben diese mit dem niedrigen Prestige ihrer Tätigkeit zu kämpfen. In den nachfolgenden Kapiteln soll näher auf die einzelnen Punkte KundInnen, Settings und mögliche Stressoren für DolmetscherInnen eingegangen werden.
1. Kommunaldolmetschen: Definition des Begriffs, Darstellung der Merkmale von Kommunaldolmetschsettings und Erläuterung der prekären Arbeitsbedingungen für LaiendolmetscherInnen.
2. Mehrsprachigkeit: Zweisprachigkeit: Theoretische Grundlagen zum simultanen Früh-Bilingualismus und dem Konzept der "Natural Translators" im Kontext der dolmetscherischen Kompetenz.
3. Probleme und Stressfaktoren beim Kommunaldolmetschen: Analyse von Stressauslösern in interkulturellen Gesprächssituationen sowie Kategorisierung von Stressreaktionen und Bewältigungsstrategien.
4. Ziel der Befragung: Definition der Forschungsziele, der explorativen Methode mittels Leitfadeninterviews und der Auswahlkriterien für die befragten LaiendolmetscherInnen.
5. Ergebnisse: Darstellung der Interviewergebnisse, sortiert nach den Aussagen der fünf einzelnen Probanden hinsichtlich ihrer individuellen Erfahrungen.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese und Vergleich der Befragungsergebnisse unter Berücksichtigung von Stress, Vorteilen, Nachteilen und Parteilichkeit.
Kommunaldolmetschen, LaiendolmetscherInnen, simultaner Früh-Bilingualismus, Mehrsprachigkeit, Natural Translators, Stressoren, Stressbewältigung, MigrantInnen, Sprachmittlung, Dolmetschsetting, Zweisprachigkeit, Empirische Untersuchung, Interview, Translatorische Kompetenz, Interkulturelle Kommunikation
Die Arbeit untersucht die Rolle von bilingual aufgewachsenen LaiendolmetscherInnen im Kommunalbereich und analysiert, wie diese ihre Zweisprachigkeit bei Dolmetscheinsätzen wahrnehmen und bewerten.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Kommunaldolmetschen, die Auswirkungen von Bilingualismus auf die Dolmetschleistung sowie auftretende Stressfaktoren und deren Bewältigung bei Laien.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob die simultan erworbene Zweisprachigkeit für LaiendolmetscherInnen in kommunalen Settings als vorteilhaft oder belastend empfunden wird.
Es wurde eine explorative qualitative Studie durchgeführt, basierend auf fünf Leitfadeninterviews mit bilingual aufgewachsenen Studierenden, die als LaiendolmetscherInnen aktiv sind.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Kommunaldolmetschen, Bilingualismus, Stress) und einen empirischen Teil (Analyse der durchgeführten Interviews).
Die wichtigsten Begriffe sind Kommunaldolmetschen, LaiendolmetscherInnen, Bilingualismus, Mehrsprachigkeit, Stressbewältigung und interkulturelle Kommunikation.
Die Befragung ergab, dass sich einige Laien aus persönlichen Gründen oder Mitleid parteiisch fühlten, während andere sich strikt als neutrale Vermittler positionierten.
Stress wird individuell wahrgenommen; während einige Probanden unter Druck stehen, sehen andere die Tätigkeit als Routine oder Herausforderung. Als Hauptstressoren wurden unvorhersehbare Anforderungen und mangelnde Vorbereitung identifiziert.
Ja, die Mehrheit der Befragten gibt an, dass sie sich durch das zweisprachige Aufwachsen in beiden Sprachen natürlicher und flüssiger ausdrücken können, da sie nicht aktiv über die Sprachstruktur nachdenken müssen.
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