Diplomarbeit, 2004
122 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1. Einordnung des Themas
1.2. Zielsetzung und Fragestellung
1.3. Inhalt und Aufbau
2. DIE Ordnungspolitische Struktur der Trinkwasserversorgung in Deutschland
2.1. Definition: Trinkwasserversorgung und klassische Wasserversorgungsunternehmen
2.2. Die Geschichte der kommunalen Wasserversorgung
2.3. Exkurs: Der kommunale Querverbund
2.4. Das dezentrale Organisationsprinzip und die Rolle der Kommunen in der Trinkwasserversorgung
2.4.1. Das dezentrale Organisationsprinzip
2.4.2. Kommunale Entscheidungshoheit und die zentrale Stellung der Kommunen in der Trinkwasserversorgung
2.5. Die Theorie natürlicher Monopole und das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
2.6. Räumliche und sektorale Struktur der Trinkwasserversorgung in Deutschland
2.6.1. Räumliche Struktur der Trinkwasserversorgung in Deutschland
2.6.2. Sektorale Struktur der Trinkwasserversorgung in Deutschland
3. Veränderungen der Rahmenbedingungen: Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik
3.1. Neoliberale Konzepte der Privatisierung, Liberalisierung und Deregulierung
3.1.1. Diskreditierung öffentlicher Unternehmen
3.2. Finanzkrise und kommunale Kostenorientierung
3.3. Privatisierungsformen und Modelle
3.3.1. Privatisierungsformen
3.3.2. Teilprivatisierung in der Trinkwasserversorgung
3.3.3. Privatisierungsmodelle: Das Betriebsführungs-, Betreiber- und Kooperationsmodell
3.4. Wettbewerb in der Trinkwasserversorgung
3.4.1. Wettbewerbsformen
3.5. Modernisierungsoffensive in der deutschen Trinkwasserversorgung
4. Veränderung in der Betriebsstruktur: Energie- und Wasserkonzerne in der Trinkwasserversorgung
4.1. Entwicklung privater Energie- und Wasserkonzerne
4.2. Strategien und Unternehmensziele
4.2.1. Strategien der Energiekonzerne
4.2.2. Strategien der Wasserkonzerne
5. Die Methodik der empirischen Auswertung
5.1. Die Problematik der Datengewinnung
5.2. Der Prozess der Datengewinnung
5.3. Die Methodik der Auswertung
5.3.1. Auswertung der Konzernaktivitäten: Konzernstrategien
5.3.2. Raumbezogene Auswertung: Verbreitungsgrad
5.3.3. Einflussmöglichkeiten der Kommune: Einflussgrad
6. Analyse der Beteiligungen von Energie- und Wasserkonzernen an kommunalen Versorgungsunternehmen
6.1. Analyse der Konzernaktivitäten und Konzentrationsprozesse im Trinkwassersektor
6.1.1. Konzernanteile an der Grundgesamtheit der Versorgungsunternehmen
6.1.2. Beteiligungen nach Unternehmenstypen
6.1.3. Größenvorteile durch strategische Beteiligungspartner
6.1.4. Exkurs: Die Unternehmensnetzwerke THÜGA und RHENAG
6.1.5. (Wasser-) Dienstleistungsunternehmen in der Konzernstruktur
6.1.6. Konzentration von Konzernbeteiligungen im Trinkwassersektor
6.2. Raumbezogene Analyse der Beteiligungen
6.2.1. Beteiligungen nach Bundesländern
6.2.2. Räumliche Schwerpunkte von Konzernbeteiligungen
6.2.3. Konzernbeteiligungen nach Gemeindegrößenklassen
6.3. Analyse der Einflussmöglichkeiten der Konzerne
6.3.1. Rechtsformen der WVU
6.3.2. Beteiligungsanteile der Konzerne an WVU
7. Bewertung der Beteiligungen von Energie- und Wasserkonzernen an kommunalen Versorgungsunternehmen
7.1. Bewertung der Konzernaktivitäten und –Strategien in der Trinkwasserversorgung
7.1.1. Zusammenfassung und Bewertung der Konzernstrategien
7.1.2. Bewertung von Beteiligungs- und Dienstleistungswettbewerb in der Trinkwasserversorgung
7.1.3. Wettbewerb und Effizienz
7.2. Bewertung der räumlichen und strukturellen Verteilung von Konzernbeteiligungen (Verbreitungsgrad)
7.3. Auswirkungen der Konzernbeteiligungen auf Steuerungsmöglichkeiten der Kommunen (Einflussgrad)
7.3.1. Einfluss von Organisationsprivatisierungen auf die Steuerungsmöglichkeiten der Kommunen
7.3.2. Bewertung der Anteilsverkäufe an kommunalen WVU
7.3.3. Demokratische Kontrolle in gemischtwirtschaftlichen Unternehmen
7.3.4. Auswirkungen der Aufgabenausgliederungen
8. Zusammenfassung
8.1. Zusammenfassende Bewertung von Teilprivatisierungen
8.2. Bewertung der Modernisierungsstrategie
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die Teilprivatisierung der deutschen Trinkwasserversorgung unter besonderer Berücksichtigung der Beteiligung privater Energie- und Wasserkonzerne an kommunalen Versorgungsunternehmen. Dabei untersucht der Autor, wie sich diese Verflechtungen auf die kommunale Entscheidungshoheit, die Gemeinwohlorientierung und die Wettbewerbsintensität im Trinkwassersektor auswirken.
6.1.1. Konzernanteile an der Grundgesamtheit der Versorgungsunternehmen
Aufgrund der Kapitalintensität als auch der benötigten Fachkompetenzen können nur einige wenige private Unternehmen als maßgebliche private Akteure in der deutschen Trinkwasserversorgung auftreten. Konzerne konnten in ihrer vielschichtigen Struktur Kompetenzen bündeln und sich im Zuge der Liberalisierungs- und Privatisierungswelle auf neuen Märkten etablieren. Deswegen müssen die auszuwählenden Konzerne neben ausreichender Finanzkraft und Kompetenzen auch über einen Zugang zum deutschen Trinkwassermarkt verfügen. Vor allem die drei großen Energiekonzerne E.on, RWE, Vattenfall und EnBW aber auch die weltweit größten Wasserkonzerne Veolia und Suez/Ondeo sind an kommunalen WVU in Deutschland beteiligt und wurden aus den oben genannten Gründen für die Untersuchung ausgewählt.
Im Rahmen der Analyse der Beteiligungsverzeichnisse dieser führenden Wasser- und Energiekonzerne Deutschlands wurden 324 Beteiligungen an 297 kommunalen Versorgungsunternehmen ausgewertet, die über recht unterschiedliche Kooperationsformen und -ansätze in die jeweilige Konzernstruktur integriert werden. Von den 297 Versorgungsunternehmen sind 239 auch gleichzeitig als WVU tätig. Bei der Zusammenführung der Konzerndaten stellte sich heraus, dass an 27 der 297 Unternehmen nicht nur ein, sondern gleich zwei Konzerne als Anteilseigner für ihre Konzerninteressen eintreten. In der nachstehenden Abbildung sind sowohl die Gesamtzahl der Beteiligungen nach Konzernen (hell+dunkel) als auch das Verhältnis von WVU (hell) zu Versorgungsunternehmen, die nicht zu WVU gehören (dunkel), dargestellt.
1. Einführung: Dieses Kapitel ordnet das Thema in den Kontext der Privatisierungs- und Liberalisierungsdiskussion ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. DIE Ordnungspolitische Struktur der Trinkwasserversorgung in Deutschland: Hier werden die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen und die klassische, durch das dezentrale Organisationsprinzip geprägte Struktur der Wasserwirtschaft dargestellt.
3. Veränderungen der Rahmenbedingungen: Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik: Dieses Kapitel erläutert den Einfluss neoliberaler Konzepte auf die kommunale Versorgungswirtschaft sowie die verschiedenen Privatisierungsformen und -modelle.
4. Veränderung in der Betriebsstruktur: Energie- und Wasserkonzerne in der Trinkwasserversorgung: Das Kapitel analysiert die Entstehung der privaten Energie- und Wasserkonzerne und deren strategische Interessen am deutschen Trinkwassermarkt.
5. Die Methodik der empirischen Auswertung: Hier wird der Prozess der Datengewinnung und die methodische Herangehensweise zur Auswertung der Konzernbeteiligungen und Einflussmöglichkeiten beschrieben.
6. Analyse der Beteiligungen von Energie- und Wasserkonzernen an kommunalen Versorgungsunternehmen: Der empirische Hauptteil analysiert die Konzernaktivitäten, die raumbezogene Verteilung der Beteiligungen und die Einflussmöglichkeiten der Konzerne auf kommunale Strukturen.
7. Bewertung der Beteiligungen von Energie- und Wasserkonzernen an kommunalen Versorgungsunternehmen: Dieses Kapitel bewertet die Konzernstrategien und deren Auswirkungen auf die Wettbewerbsintensität, die kommunale Entscheidungshoheit und das Gemeinwohl.
8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Teilprivatisierungen und der ordnungspolitischen Wirksamkeit der Modernisierungsstrategie.
Teilprivatisierung, Trinkwasserversorgung, Kommunalwirtschaft, Energiekonzerne, Wasserkonzerne, Daseinsvorsorge, Wettbewerb, Liberalisierung, Organisationsprivatisierung, Beteiligungsmanagement, kommunale Selbstverwaltung, Gemeinwohlorientierung, Infrastruktur, Konzernstrategie, Stadtwerke
Die Arbeit untersucht die zunehmende Teilprivatisierung der deutschen Trinkwasserversorgung durch Energie- und Wasserkonzerne und deren Auswirkungen auf die kommunale Steuerungshoheit.
Im Fokus stehen die Konzernstrategien der großen Infrastrukturakteure, die Auswirkungen auf die kleinteilige deutsche Versorgungsstruktur sowie die Spannungsfelder zwischen Gemeinwohl und Gewinnerzielungsabsichten.
Es wird überprüft, ob Konzernbeteiligungen selektiv erfolgen und ob durch die Teilprivatisierung langfristig der kommunale Einfluss sowie das Gemeinwohl aus der Trinkwasserversorgung verdrängt werden können.
Der Autor führt eine empirische Datenauswertung auf Basis von Beteiligungsverzeichnissen und Geschäftsberichten führender Energie- und Wasserkonzerne durch und ergänzt diese durch eine raumbezogene Analyse.
Der Hauptteil umfasst eine Bestandsaufnahme der ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, eine Analyse der verschiedenen Konzernaktivitäten und Konzentrationsprozesse sowie eine Bewertung dieser Entwicklungen hinsichtlich Effizienz und demokratischer Kontrolle.
Zentrale Begriffe sind Teilprivatisierung, Daseinsvorsorge, kommunale Selbstverwaltung, gemischtwirtschaftliche Unternehmen, Konzernstrategien und Wettbewerb im Infrastruktursektor.
Während Energiekonzerne oft die vertikale Integration im Rahmen von Multi-Utility-Strategien verfolgen, agieren Wasserkonzerne meist spezialisierter über Dienstleistungsverträge und operieren mit internationalem Fachwissen.
Diese Netzwerke dienen als Holding für Minderheitsbeteiligungen und ermöglichen es den Konzernen, Einfluss auf die Geschäftsführung zahlreicher kommunaler Unternehmen zu nehmen und Synergien durch Beratungsleistungen und technische Expertise zu erzielen.
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