Masterarbeit, 2017
102 Seiten, Note: 1,5
1 Einführung
1.1 Zur Relevanz des Themas und der Forschungsfrage
1.2 Methodik und Aufbau
1.3 Grenzen der Untersuchung
2 Politische Unruhen und Jugendanteile
2.1 Zur historischen Genese der Youth Bulge-Theorie
2.2 Definitionen bzwBerechnungen von Youth Bulges
2.3 Die Dynamik eines Youth Bulges im Kontext
2.4 Youth Bulges und der Arabische Frühling
2.5 Kritik an der Youth Bulge-Theorie
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Die Fallauswahl und das Forschungsdesign
3.2 Variablenauswahl und Datenquellen
3.3 Interviewauswertungen
4 Betrachtung der demographischen und ökonomischen Variablen in Tunesien und Algerien
4.1 Demografische Kennzahlen Tunesiens –
4.2 Demografische Kennzahlen Algeriens
4.3 Zwischenfazit zu den demografischen Kennzahlen Algeriens und Tunesiens
4.4 Okonomische Kennzahlen Tunesiens –
4.5 Okonomische Kennzahlen Algeriens –
4.6 Zwischenfazit zu den okonomischen Kennzahlen Algeriens und Tunesiens
4.7 Soziale Sicherung in Tunesien –/
4.8 Soziale Sicherung in Algerien –/
4.9 Zwischenfazit zur sozialen Sicherung in Algerien und Tunesien
5 Interviews zum Arabischen Frühling – Meinungen, Standpunkte und Partizipationsraten in Algerien und Tunesien
5.1 Die Tunesier und der Arabische Frühling
5.2 Die Algerier und der Arabische Frühling
5.3 Zwischenfazit zu den Interviewergebnissen der Algerier und Tunesier
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob die Youth-Bulge-Theorie das unterschiedliche Auftreten von Revolutionen im Zuge des Arabischen Frühlings 2010/2011 in Tunesien und Algerien erklären kann, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Jugendanteilen, sozioökonomischen Rahmenbedingungen und Systemen der sozialen Sicherung liegt.
2.1 Zur historischen Genese der Youth Bulge-Theorie
Das Postulieren eines Zusammenhangs zwischen bestimmten Bevölkerungskennziffern und politischen Konflikten ist keine Erfindung der Neuzeit. Verschiedenartige Zusammenhangsaussagen finden sich bereits bei Denkern der Antike, wobei bis in die Moderne hinein eher die Bevölkerungsgröße und das Bevölkerungswachstum als wesentliche Quellen wirtschaftlicher, militärischer und politischer Macht von Ländern im Mittelpunkt standen (Angenendt & Popp 2013: 7, Hervorh. vom Verfasser). Nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere im Zuge von Vorstudien US-amerikanischer Nachrichtendienste in den 1970er Jahren wurden zunehmend Bevölkerungsstrukturen bestimmter Länder in die Analysen einbezogen, um etwaige Gefahren für die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Verbündeten besser antizipieren zu können (Ebd.). Hierbei galt die besondere Aufmerksamkeit der Jugend, die in einer Vielzahl von Entwicklungs- und Schwellenländern große Anteile der Bevölkerung ausmachte.
Weshalb gerade die Jugend für die US-amerikanische Risikoanalyse eine besondere Rolle spielte, wurde kurz und prägnant im Kissinger Report des Jahres 1974 dargelegt:
The young people, who are in much higher proportions [...] are likely to be more volatile, unstable, prone to extremes, alienation and violence than an older population. (Kissinger Report 1974: 58)
Dieser Zusammenhang von Jugend und höherer Gewaltneigung war und ist wissenschaftlich vielfach belegt (Cincotta et al. 2003: 42) und wurde entsprechend verstärkt in die Analysen miteinbezogen. Basierend auf der weiteren Annahme, dass die Kapazitäten von Regierungen und Verwaltungen in Entwicklungs- und Schwellenländern vielfach beschränkt seien, ging man zudem davon aus, dass der zukünftig zunehmende Bedarf an Bildung, Beschäftigung und Gesundheit nicht gedeckt werden könne, weshalb in Staaten mit einer großen Jugendbevölkerung eine potenziell explosive Mischung aus wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit, geringer gesellschaftlicher Teilhabe und schwacher Staatlichkeit zu erwarten sei (Apt 2011: 32). Mit dieser (gefühlten) Bedrohung stieg der Bedarf an wissenschaftlichen Studien, die der Frage nachgingen, ob ein großer Bevölkerungsanteil junger Menschen das Auftreten von gewaltsamen Konflikten und Kriegen tatsächlich begünstigen oder sogar bedingen würde (Popp 2012: 1).
1 Einführung: Hinführung zur Thematik des Arabischen Frühlings, Darstellung der Forschungsfrage und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand eines Paarvergleichs.
2 Politische Unruhen und Jugendanteile: Theoretische Fundierung der Youth-Bulge-Theorie, inklusive ihrer Entstehung, Definitionen, Kritik und der Rolle wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
3 Methodisches Vorgehen: Begründung des Forschungsdesigns (Most Similar Cases Design) sowie Erläuterung der Variablenauswahl und der verwendeten Datenquellen.
4 Betrachtung der demographischen und ökonomischen Variablen in Tunesien und Algerien: Empirische Analyse der demografischen Kennzahlen sowie wirtschaftlicher Indikatoren und Sozialsysteme in beiden Ländern.
5 Interviews zum Arabischen Frühling – Meinungen, Standpunkte und Partizipationsraten in Algerien und Tunesien: Auswertung von Umfragedaten des Arab Barometers zur politischen Einstellung und Partizipation der Jugend.
6 Fazit: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung alternativer Erklärungsansätze.
Youth Bulge, Arabischer Frühling, Tunesien, Algerien, Jugendarbeitslosigkeit, Revolution, Soziale Sicherung, Demografie, Konfliktforschung, Most Similar Cases Design, Arab Barometer, Politische Stabilität, Wirtschaftliche Entwicklung.
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der "Youth-Bulge-Theorie" auf die Geschehnisse des Arabischen Frühlings, konkret am Vergleich der Revolution in Tunesien und der relativen Stabilität in Algerien.
Zentrale Themen sind der Einfluss von großen Jugendanteilen in der Bevölkerung (Youth Bulges) auf das Konfliktpotenzial, gekoppelt mit ökonomischen Faktoren und der Wirksamkeit staatlicher sozialer Sicherungssysteme.
Die Forschungsfrage lautet: Lässt sich mit der Youth-Bulge-Theorie erklären, weshalb es im Zuge des Arabischen Frühlings in Tunesien zur Revolution kam und in Algerien nicht?
Es wird eine komparative Methode angewandt, konkret ein Paarvergleich, der sich am "Most Similar Cases Design" orientiert, um zwei ähnliche Länder hinsichtlich ihrer demografischen und ökonomischen Variablen gegenüberzustellen.
Der Hauptteil analysiert demografische Kennzahlen, ökonomische Variablen wie Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskraft sowie die sozialen Sicherungssysteme beider Länder und wertet zudem Umfragedaten des Arab Barometers aus.
Die wichtigsten Begriffe sind Youth Bulge, Arabischer Frühling, Jugendarbeitslosigkeit, soziale Sicherung und politische Stabilität in Tunesien und Algerien.
Sie dient als Alternativhypothese. Die Autorin nimmt an, dass soziale Sicherungssysteme Frustration abfedern können und somit die Korrelation zwischen Jugendarbeitslosigkeit und politischer Gewalt beeinflussen.
Die Theorie bietet nur eine begrenzte Erklärungskraft. Zwar lassen sich Korrelationen finden, jedoch zeigen die Ergebnisse, dass politische und institutionelle Faktoren sowie die individuelle Wahrnehmung der Lage oft eine bedeutendere Rolle spielten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

