Masterarbeit, 2017
62 Seiten, Note: 2,4
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Theorie des Zweitspracherwerbs
2.1 Mehrsprachigkeit und Spracherwerb
2.2 Gesteuerter und ungesteuerter Spracherwerb im Erwachsenenalter im Vergleich
2.3 Komponenten des Zweitspracherwerbs
2.3.1 Das Sprachlernvermögen
2.3.2 Der Input
2.3.3 Der Antrieb
2.4 Transfer im L2-Erwerb
2.4.1 „Transfer“ - Begriffsklärung
2.4.2 Faktoren für das Auftreten von Transfer
2.4.3 Rolle des Transfers im L2-Erwerb
3 Kategorie der Definitheit/Indefinitheit
3.1 Artikel und Artikelgebrauch im Deutschen
3.1.1 Zum Terminus “Artikel”
3.1.2 Artikelgebrauch vs. Genusbestimmung
3.2 Funktionen des Artikels
3.2.1 Zählbarkeit / Unzählbarkeit
3.2.2 Klasse / Individuum
3.2.3 Deixis, Kataphora / Anaphora, Koordination (Zuordnung)
3.2.4 Partialität / Unikalität – Totalität
3.3 Gebrauchsweisen von Artikeln
3.3.1 Freier Gebrauch
3.3.2 Gebundener Gebrauch
3.4 Alternativen zum Ausdruck von Definitheit im Russischen
3.4.1 Syntaktische Mittel
3.4.2 Morphologische Mittel
4 Empirische Untersuchung
4.1 Methoden
4.1.1 Datenerhebung und Charakterisierung der Probanden
4.1.2 Zur Bestimmung von Artikelfehlern
4.2 Qualitative Darstellung der Ergebnisse
4.2.1 Freier Artikelgebrauch
4.2.2 Gebundener Artikelgebrauch
4.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.3 Quantitative Analyse
4.3.1 Verhältnis Aritkelfehler nach Produktionsart
4.3.2 Verhältnis Artikelfehler nach Erwerbsart
4.3.3 Verhältnis Artikelfehler nach Bereichen des Artikelgebrauchs
4.3.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Zusammenfassung und Fazit
6 Bibliographie
7 Anhang:
7.1 Materialien zur Datenerhebung – gesprochene Sprache
7.2 Materialien zur Datenerhebung – geschriebene Sprache
7.2.1 Volltext “Freund und Helfer”
7.2.2 Lückentext basiert auf Volltext “Freund und Helfer”
7.3 Weitere Anlagen
Diese Arbeit untersucht die Problematik des Artikelgebrauchs bei russischsprachigen Deutschlernern. Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit die Kompetenz im Bereich des Artikelgebrauchs von der Produktionsart (mündlich vs. schriftlich) und der Erwerbsart (gesteuert in DaF-Umgebung vs. ungesteuert im L2-Milieu) beeinflusst wird.
3.4.1 Syntaktische Mittel
Die syntaktische Ebene spielt eine wichtige Rolle bei der Determination der Substantive in der russischen Sprache. Die Funktion des deutschen Artikels wird durch die Wortstellung realisiert (vgl. Bayer 2005: 12):
(23) Перед домом стоял мужчина. Мужчина курил сигарету. ‚Vor dem Haus stand ein Mann. Der Mann rauchte (eine) Zigarette‘ (ebd.: 12).
Normalerweise steht das indefinite Substantiv in der Rhema-Position. Wird es in weiteren Sätzen betont, so wird es Fall als Thema-Element eingeführt (ebd.: 12). Manchmal ist die Bedeutung des nachgestellten Substantivs nur durch den jeweiligen Kontext zu verstehen. So kann der Satz Пришел поезд sowohl als ‚Ein Zug kam‘ und ‚Der Zug kam‘ im Deutschen interpretiert werden je nachdem, was gefragt wird. Auf die Frage was geschah dann? ist die Rede von einem Zug, die Frage kam der Zug oder der Bus? setzt eine definite Bedeutung voraus (vgl. Böttger 2008: 207). Bayer (2005) weist auf den Zusammenhang zwischen den syntaktischen Ausdrucksmitteln mit den intonatorischen auf und führt das Beispiel von Wexler (1976) auf:
(24) Поезд пришел. ‚A train arrived’ (wider Erwarten)
(25) Поезд пришел. ‚The train arrived’
(26) Пришел поезд. ‚The train arrived’ (der lange erwartete Zug)
(27) Пришел поезд. ‚A train arrived’
Hier hängt die Semantik des Substantivs поезд nicht von der Thema-Rhema-Gliederung, sondern von der Betonung und dem Charakter der Äußerung ab. So kann ein Substantiv Indefinitheit ausdrücken, wenn „es in einer nichtgegliederten neutralen Äußerung in betonter Endposition bzw. in einer nichtgegliederten expressiven Äußerung in betonter Anfangsposition steht“ (Gladrow 1979: 109).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Schwierigkeiten russischsprachiger Deutschlerner beim Artikelgebrauch und Formulierung der Forschungsfragen sowie Hypothesen.
2 Theorie des Zweitspracherwerbs: Theoretische Darstellung von Spracherwerbsarten, den Komponenten des Spracherwerbs und der Rolle von Transferprozessen.
3 Kategorie der Definitheit/Indefinitheit: Analyse der Funktionen und Gebrauchsweisen von Artikeln im Deutschen sowie der alternativen Ausdrucksmittel im Russischen.
4 Empirische Untersuchung: Präsentation der Methodik, Datenerhebung und Durchführung einer kontrastiven Analyse von Fehlern im Artikelgebrauch bei verschiedenen Probandengruppen.
5 Zusammenfassung und Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfragen hinsichtlich des Einflusses von Erwerbs- und Produktionsart.
Zweitspracherwerb, Artikelgebrauch, Deutsch als Fremdsprache, Definitheit, Indefinitheit, Transfer, Russisch, Kontrastive Linguistik, Sprachproduktion, Nominalphrase, Syntax, Morphologie, Sprachkontakt, Empirische Studie, Interlanguage.
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen russischsprachiger Lerner beim korrekten Gebrauch von Artikeln in der deutschen Sprache im Kontext des deutsch-russischen Sprachkontakts.
Die zentralen Felder sind die Theorie des Zweitspracherwerbs, der sprachliche Transfer von der Erst- zur Zweitsprache sowie die funktionale und syntaktische Ebene der Artikelverwendung.
Das Ziel ist zu analysieren, wie sich die Art des Spracherwerbs (gesteuert vs. ungesteuert) und die Produktionsart (mündlich vs. schriftlich) auf die Fehlerhäufigkeit beim Artikelgebrauch auswirken.
Es wurde ein qualitatives und quantitatives Forschungsdesign gewählt, das Lückentests für die schriftliche Produktion und Bildbeschreibungen für die mündliche Sprachproduktion nutzte.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Spracherwerb und Artikelgebrauch sowie den empirischen Teil, der die Untersuchung an dreißig Probanden detailliert auswertet.
Zweitspracherwerb, Transfer, Artikelgebrauch, Definitheit, Indefinitheit, DaF, Kontrastive Linguistik und Nominalphrase.
Die Studie zeigt, dass der Erwerbskontext weniger Einfluss auf die allgemeine Fehlerhäufigkeit hat, als ursprünglich in der ersten Hypothese vermutet wurde.
Die Probanden zeigen je nach Produktionsart unterschiedliche Stärken und Schwächen; die Ergebnisse legen nahe, dass die Produktionsart einen maßgeblichen Einfluss auf das Auftreten spezifischer Transferfehler hat.
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