Fachbuch, 2018
141 Seiten
1 Einleitung
2 Untersuchungsgegenstand
2.1 Fallauswahl: multilaterale Anpassungsfonds
2.2 Entstehung und Organisationsstruktur der Fonds
3 Problemstellung: Beteiligung nationaler Akteure in der Anpassungsfinanzierung
3.1 Hintergrund: Anpassungsfinanzierung in multilateralen Institutionen
3.2 Geberdominanz in der Governance
3.3 Ownership: Hintergrund und Relevanz in der Anpassungsfinanzierung
4 Theorie
4.1 Forschungsstand- und Lücke
4.2 Begriffsdefinitionen und Operationalisierung
4.3 Erklärungsmodelle: Theorie der internationalen politischen Ökonomie
4.4 Anwendung auf den Untersuchungsgegenstand
4.5 Abgeleitete Hypothesen
5 Methodik: Konzepte und Durchführung der Analyse
5.1 Polity und Politics in der Governance
5.2 Ownership- Policies: Direktzugangs- und Partizipationsmechanismen
5.3 Analyse der Daten
6 Analyse
6.1 Governance: Polity und Politics
6.2 Ownership-Policies
7 Komparative Perspektive und Synthese
7.1 Politische Ökonomie in der Governance
7.2 Grad des Ownerships
8 Fazit und Handlungsempfehlungen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Governance-Strukturen multilateraler Klimafonds (Least Developed Country Fund, Adaptation Fund, Green Climate Fund) das sogenannte „Ownership-Prinzip“ bei der Anpassungsfinanzierung beeinflussen. Im Zentrum steht die Frage, ob eine machtkritische Governance, die den Einfluss von Empfängerländern und zivilgesellschaftlichen Akteuren stärkt, zu einer effektiveren Umsetzung von Direktzugangs- und Partizipationsmechanismen führt.
3.2 Geberdominanz in der Governance
Die Akteure aus den vom Klimawandel am meisten betroffenen Entwicklungsländern nahmen ihre Repräsentation und Stimmrechte in der Entscheidungsfindung multilateraler Fonds in der Vergangenheit oftmals als unbefriedigend wahr (Vgl. Schalatek 2010: 42). Denn die Fonds sprachen den Geberländern oder -Institutionen wie der Weltbank, in der die entwickelten Länder die größten Anteilseigner sind, unverhältnismäßig viel Einfluss zu (Vgl. Schalatek 2010: 43). Der GEF wurde zum Beispiel aufgrund seiner mangelnden Transparenz in der Enscheidungsfindung sowie der Zusprache von Vorrechten an mächtige Akteure kritisiert (Vgl. Mitchell et al. 2008: 2). Einer Umfrage aus dem Jahr 2009 zufolge waren die Ratsentscheidungen nur 69 Prozent der Interviewten gegenüber transparent gestaltet. Außerdem verfügten die Geberländer über größere und erfahrenere Delegationen, während sich mehrere Entwicklungsländer einen Delegierten teilen müssen, so dass deren Stimmen in den Verhandlungen nicht angemessen vertreten zu sein scheinen (Vgl. GEF 2009: 14). Daher fordern die Empfängerländer mehr Mitbestimmungsrechte, um auch ihre Prioritäten entgegen denen der Geberinstitutionen durchsetzen zu können: “Developing countries are increasingly calling for […] a shift away from a climate finance architecture in which decision making is often dominated by contributor-driven institutions and priorities.“ (Brown et al. 2013: 5, Ballesteros et al. 2010: 18).
Bis zur Errichtung des AF, welcher erstmals Empfängerländern eine formale Mehrheit durch die Sitzverteilung zusprach (Vgl. Harmeling, Kaloga 2011: 26), herrschte ein Konsens darüber, dass die Governance- Strukturen in der Klimafinanzierung die traditionellen Geber-Nehmer Dynamiken widerspiegeln (Vgl. Oxfam 2010: 5). Neben der mangelnden Einbeziehung der Empfängerländer in die Governance sind auch nichtstaatliche Akteure wie zivilgesellschaftliche Organisationen, welche die Interessen lokaler Stakeholder und allen voran die vulnerabler Bevölkerungsgruppen vertreten, weder in der Verwaltung, noch bei der Entscheidungsfindungsfindung in den vertikal gestalteten Klimafonds angemessen vertreten (Vgl. Ballesteros et al. 2010: 7). Ihre bisherige Rolle beschränkt sich bestenfalls auf oberflächliche Konsultationsprozesse durch einen Beobachter- oder Beraterstatus (Vgl. Schalatek 2010: 43).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Klimafinanzierung und das Forschungsinteresse am "Ownership-Prinzip" ein.
2 Untersuchungsgegenstand: Vorstellung der untersuchten Fonds (LDCF, AF, GCF) sowie deren Entstehungsgeschichte und Organisationsstrukturen.
3 Problemstellung: Beteiligung nationaler Akteure in der Anpassungsfinanzierung: Erörterung der Geberdominanz in der Governance sowie der Relevanz von Ownership für die Anpassungsfinanzierung.
4 Theorie: Darlegung der Theorie der internationalen politischen Ökonomie als Analysemodell sowie Ableitung von Arbeitshypothesen.
5 Methodik: Konzepte und Durchführung der Analyse: Beschreibung der analytischen Konzepte für Governance und Ownership sowie der Vorgehensweise bei der Datenauswertung.
6 Analyse: Detaillierte Untersuchung der Polity-, Politics- und Ownership-Variablen in den drei Klimafonds.
7 Komparative Perspektive und Synthese: Vergleichende Gegenüberstellung der Ergebnisse hinsichtlich Governance-Strukturen und Ownership-Policies.
8 Fazit und Handlungsempfehlungen: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Ableitung von Empfehlungen zur Verbesserung der Mitbestimmung und Partizipation.
Klimafinanzierung, Ownership-Prinzip, Governance, Anpassung, Direktzugang, Stakeholder-Partizipation, multilaterale Fonds, Entwicklungsländer, politische Ökonomie, Geberdominanz, UNFCCC, Adaptation Fund, Green Climate Fund, LDCF, Machtverhältnisse.
Die Arbeit analysiert, wie Governance-Strukturen von Klimafonds die Teilhabe nationaler Institutionen aus Entwicklungsländern beeinflussen und inwiefern dies dem "Ownership-Prinzip" entspricht.
Die zentralen Felder sind die institutionelle Gestaltung multilateraler Klimafonds, der Direktzugang zu Finanzmitteln für nationale Institutionen sowie die Partizipation der Zivilgesellschaft im Projektzyklus.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Sitz- und Stimmverteilung (Governance) in Klimafonds und der tatsächlichen Ausprägung von Direktzugangsmechanismen und Partizipationsmöglichkeiten für Empfängerländer zu prüfen.
Die Autorin verwendet eine vergleichende Dokumentenanalyse der offiziellen Policies und Richtlinien der drei ausgewählten Fonds, ergänzt durch ein Punktesystem zur Bewertung der Partizipationsgrade.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der Polity- und Politics-Dimensionen der Governance sowie der daraus resultierenden Ownership-Policies der jeweiligen Fonds.
Zu den zentralen Begriffen gehören Klimafinanzierung, Ownership, Governance, Direktzugang und Stakeholder-Partizipation.
Die Arbeit zeigt, dass die Governance-Struktur des LDCF aufgrund der starken Anlehnung an den GEF und der gewichteten Stimmrechte die Geberinteressen begünstigt, was den Direktzugang nationaler Institutionen erschwert.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass zivilgesellschaftliche Beobachter trotz formaler Rollen oft nur begrenzten Einfluss ausüben können, wobei die Qualität der Einbindung je nach Fonds und Institutionalisierungsgrad stark variiert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

