Diplomarbeit, 2005
83 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Theorien und aktuelle Beobachtungen zur Lebensphase Jugend
2.1 Theoretischer Abriss über die Jugendphase
2.2 Strukturwandel der Lebensphase Jugend
3. Weibliche Adoleszenz- Junge Mädchen zwischen individuellen Lebensstil und Rollenkonformität
3.1 Geschlechterrollen und Stereotype im Wandel
3.2 Geschlechterrollen in der Kinderliteratur der 90er Jahre
4. Die Bedeutung von Freundschaft im Leben junger Mädchen
4.1 Die Rolle der Peer Group im Jugendalter
4.2 Mädchengruppen- Stellenwert und Funktion von „Freundinnen“
4.3 Die Freizeitgestaltung weiblicher Jugendlicher
5. Liebe und Partnerschaft im Leben junger Mädchen
5.1 Erwartungen und Verhalten junger Mädchen an- und in Partnerschaften
5.2 Sexualverhalten junger Mädchen im Spiegel moderner Jugendsexualität
6. Das Lebensthema Familie- junge Mädchen zwischen Herkunftsfamilie und eigener Lebensform
6.1 Die Bedeutung der Herkunftsfamilie und Ablösungsprozesse junger Mädchen
6.2 Familie und Beruf - zentrale Elemente der Zukunftsplanung junger Mädchen?
7. Die Bedeutung veränderter Lebenswelten für die soziale Mädchenarbeit
8. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die aktuellen Lebenswelten junger Mädchen im Kontext von gesellschaftlichem Strukturwandel, neuen Rollenanforderungen und dem Einfluss von Peergroups. Ziel ist es, ein differenziertes Bild der heutigen Mädchengeneration zu zeichnen, ihre Handlungsweisen in Familie, Freundschaft und Partnerschaft zu analysieren und Konsequenzen für eine zeitgemäße, geschlechtsbezogene Mädchenarbeit abzuleiten.
3.2 Geschlechterrollen in der modernen Kinder- und Jugendliteratur
Vorab soll kurz erklärt werden, weshalb ich mich explizit auf die Kinder- und Jugendliteratur beziehe. Laut Alferman werden Geschlechtsrollenerartungen zunehmend von den Medien vermittelt. Neben Fernsehfilmen, Serien und Werbespots nehmen dabei auch Kinder- und Jugendbücher und in diesem Sinne auch Schulbücher einen wichtigen Stellenwert ein.
Ich persönlich habe mich für die Betrachtung der Literatur hinsichtlich der Darstellung moderner Geschlechterrollen entschieden. Dieses Medium scheint mir geeigneter, Modernisierungstendenzen sichtbar zu machen, da sie sich weniger als das Medium Fernsehen auf die Darstellung gängiger Rollenklischees beschränkt.
Die moderne Kinder- und Jugendliteratur, welche auch im Schulunterricht Anwendung findet, soll sich einigen Wissenschaftlern zu Folge dadurch auszeichnen , dass sie nicht nur aktuelle gesellschaftliche Diskurse um Normen und Werte aufgreift , sondern dass sie besonders progressiv ist, „indem sie auch Lebens- und Verhaltensformen darstellt, die gesellschaftlich noch nicht immer „mehrheitsfähig“ sind“, ihr wird in diesem Sinne eine Vorreiterrolle zugeschrieben.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung der "Lebenswelten junger Mädchen", indem sie widersprüchliche Diskurse in der Geschlechterdebatte aufzeigt und das Forschungsziel definiert.
2. Theorien und aktuelle Beobachtungen zur Lebensphase Jugend: Dieses Kapitel beleuchtet den theoretischen Rahmen der Jugendforschung und die Auswirkungen des Strukturwandels auf die heutige Jugendgeneration.
3. Weibliche Adoleszenz- Junge Mädchen zwischen individuellen Lebensstil und Rollenkonformität: Hier wird der Fokus auf die Kategorie Geschlecht gelegt, wobei soziale und kulturelle Konstruktionen sowie geschlechtsspezifische Rollenanforderungen untersucht werden.
4. Die Bedeutung von Freundschaft im Leben junger Mädchen: Das Kapitel analysiert die Funktion von Freundschaften, Mädchencliquen und Freizeitverhalten als zentrale Sozialisationsinstanzen für junge Mädchen.
5. Liebe und Partnerschaft im Leben junger Mädchen: Untersuchung der Einstellungen und Verhaltensweisen weiblicher Jugendlicher in Paarbeziehungen sowie deren sexuelle Selbstbestimmung im Wandel.
6. Das Lebensthema Familie- junge Mädchen zwischen Herkunftsfamilie und eigener Lebensform: Erörterung der Ablösungsprozesse von der Herkunftsfamilie und der Zukunftsplanung im Hinblick auf den "doppelten Lebensentwurf" von Beruf und Familie.
7. Die Bedeutung veränderter Lebenswelten für die soziale Mädchenarbeit: Kritische Reflexion der bestehenden Mädchenarbeit und Diskussion von Paradigmenwechseln durch Ansätze wie Gender Mainstreaming.
8. Zusammenfassung: Abschließender Überblick über die zentralen Erkenntnisse hinsichtlich der Einstellungen und Handlungsweisen junger Mädchen.
Lebenswelten junger Mädchen, Adoleszenz, Geschlechterrollen, Sozialisation, Peer-Group, Mädchenfreundschaften, Partnerschaft, Jugendsexualität, Herkunftsfamilie, Zukunftsplanung, Gender Mainstreaming, Mädchenarbeit, soziale Identität, Rollenkonformität, Strukturwandel.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse der Lebenswelten junger Mädchen in der heutigen Zeit, insbesondere unter dem Aspekt, wie sie ihre Rollen in Familie, Freundschaft und Partnerschaft selbst gestalten.
Im Zentrum stehen der Strukturwandel der Jugendphase, die Bedeutung von geschlechtsspezifischen Rollenbildern, die Funktion von Mädchenfreundschaften und die Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Lebensentwürfen.
Das Ziel ist es, ein klares und neutrales Bild heutiger Mädchen zu gewinnen, abseits von ideologischen Zuschreibungen, um daraus notwendige Anpassungen für die sozialpädagogische Mädchenarbeit abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Jugendstudien, soziologischer Theorien zur Adoleszenz und geschlechtsspezifischer Forschung der letzten Jahrzehnte.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Jugendforschung, die Analyse der Bedeutung von Peer-Groups und Freundschaften, die Untersuchung partnerschaftlicher Beziehungen und Sexualität sowie die Erörterung familiärer Ablösungsprozesse und Zukunftsplanungen.
Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Geschlechterrollen, Peer-Group, Identitätsbildung, Doppelorientierung, Gender Mainstreaming und soziale Mädchenarbeit.
Durch Gender Mainstreaming soll die Mädchenarbeit aus ihrem Nischendasein gelöst und als Querschnittsaufgabe in einer geschlechtsbezogenen Jugendarbeit integriert werden, die den Blick auf beide Geschlechter und deren Verhältnisse untereinander richtet.
Die Arbeit zeigt, dass körperliche Veränderungen bei Mädchen oft mit großen Verunsicherungen einhergehen, wobei Mädchencliquen hier eine beruhigende "Supervisionsfunktion" übernehmen, um mit dem Druck durch Schönheitsnormen umzugehen.
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