Diplomarbeit, 2003
141 Seiten, Note: 1
1. Gründe für die Themenwahl; Ziele und Aufbau der Arbeit
2. Lernwerkstätten - Entwicklung
2.1 Entwicklung von 1850 bis heute
2.1.1 Traditioneller Schulunterricht
2.1.2 Reformpädagogik
2.1.2.1 Maria Montessori
2.1.2.2 Célestin Freinet
2.1.2.3 Peter Petersen
2.1.3 Zeit des Nationalsozialismus
2.1.4 Wissenschaftsorientierter Unterricht
2.1.5 Gegenwärtiger Unterricht
2.2 Die ersten beiden bekannten Lernwerkstätten Deutschlands
2.2.1 Die Lernwerkstatt an der TU Berlin
2.2.2 Die Grundschulwerkstatt an der Ghk Kassel
3. Lernwerkstätten - theoretische Grundlagen
3.1 Innovative Idee „Lernwerkstatt“
3.1.1 Gründe für eine Lernwerkstatt
3.1.1.1 Gründe für eine Mathematik – Lernwerkstatt
3.1.2 Ziele einer Lernwerkstatt
3.1.2.1 Ziele einer Mathematik – Lernwerkstatt
3.2 Definitionsansätze
3.2.1 Der Begriff „Lernwerkstatt“ – Alternativen und Bedeutungen
3.2.2 Definitionsversuche
3.2.3 Erweiterte Definitionsversuche
3.3 Träger
3.3.1 Lernwerkstätten an Schulen
3.3.2 Lernwerkstätten an Hochschulen
3.4 Didaktische Prinzipien
3.4.1 Offener Unterricht
3.4.1.1 Strukturprinzipien offenen Unterrichts
3.4.1.2 Definition
3.4.1.3 Ziele des offenen Unterrichts
3.4.1.4 Gegenüberstellung: offener / geschlossener Unterricht
3.4.2 Entdeckendes Lernen
3.4.2.1 Definitionen
3.4.2.2 Voraussetzungen und Bedingungen für entdeckendes Lernen
3.4.2.3 Grenzen entdeckenden Lernens
3.4.3 Handlungsorientierter Unterricht
3.4.3.1 Definition
3.4.3.2 Merkmale und Ziele des handlungsorientierten Unterrichts
3.4.3.3 Voraussetzungen für handlungsorientierten Unterricht
3.5 Organisation des Unterrichts in einer Lernwerkstatt
3.5.1 Die Lehrerrolle
3.5.2 Gestaltung der Lernwerkstatt
3.5.2.1 Materialgestaltung allgemein
3.5.2.2 Material in der Mathematikwerkstatt
4. Lernwerkstätten - praktische Durchführung
4.1 Zwei Beispiele bestehender Lernwerkstätten
4.1.1 Napoleonsteinschule Regensburg
4.1.2 Mathematik-Lernwerkstatt an der VS Teisnach
4.2 Vorstellung der Lernmittel - CD
4.2.1 Allgemeines
4.2.2 Geometrie
4.2.3 Sachmathematik
4.2.4 Strategie
4.2.5 Zahlen und Rechnen
4.2.6 Grundlegende Hinweise
4.3 Beschreibung der hergestellten Lernkästen mit Informationen von Prof. Reitberger
4.3.1 Geometrie
4.3.1.1 Linien Nr. 1
4.3.1.2 Körper Nr. 2
4.3.1.3 Körper Nr. 21
4.3.1.4 Flächen Nr.1
4.3.2 Sachmathematik
4.3.2.1 Sachmathematik Nr. 31
4.3.2.2 Sachmathematik Nr. 35
4.3.3 Strategie
4.3.3.1 Strategie Nr. 21
4.3.3.2 Strategie Nr. 41
4.3.4 Zahlen und Rechnen
4.3.4.1 Punktebild Nr. 9
4.3.4.2 Punktebild Nr. 20
4.3.5 Selbst entworfene Kästen
4.3.5.1 Zahlenzuordnung
4.3.5.2 Addition und Subtraktion bis 10 mit Umkehraufgaben
4.4 Bewertung der Materialien
4.4.1 Vergleich der Materialien mit den theoretischen Forderungen
4.4.2 Praktischer Test der Materialien
4.4.2.1 Geometrie
4.4.2.2 Sachmathematik
4.4.2.3 Strategie
4.4.2.4 Zahlen und Rechnen
4.4.2.5 Selbst entworfene Kästen
4.4.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.5 Werdegang der Lernwerkstatt in Roding
4.5.1 Die VS Roding
4.5.2 Der zeitliche Ablauf
4.5.3 Die Finanzierung
4.5.4 Resümee
5. Präsentation der Ergebnisse und Erfahrungen
Ziel der Arbeit ist es, fundierte theoretische und praktische Einblicke in den Aufbau und Betrieb einer mathematischen Lernwerkstatt zu gewähren, um Lehrkräften die Konzeption und praktische Umsetzung eines handlungsorientierten Mathematikunterrichts zu erleichtern und Möglichkeiten der Unterstützung durch Lehrmittel zu aufzuzeigen.
3.1.1.1 Gründe für eine Mathematik-Lernwerkstatt
Das Fach Mathematik zeichnet sich durch Eindeutigkeit, Systematisierung, Geschlossenheit, Normierung, Ordnung, zwingende Logik, Objektivität und Regelhaftigkeit aus. Im herkömmlichen Unterricht werden nur diese Aspekte verwirklicht, das andere Standbein der Mathematik, der Prozess des Probierens und Forschens, der mit verschiedenen Tätigkeiten verbunden ist, wird jedoch vernachlässigt, obwohl genau diese Tätigkeiten im Entstehungszusammenhang der Mathematik von großer Bedeutung sind und die „hohe Affinität dieser mathematischen Aktivitäten zur Arbeit in einer Lernwerkstatt“ zeigt.
Auch im Bereich der Mathematik ist eine große Bandbreite an Vorwissen zu verzeichnen. Nach einer Untersuchung von Roland Schmidt können ca. 97% der Schulanfänger bis zehn zählen, 70% bis zwanzig und 50% der Kinder fast bis dreißig. Jedes sechste bis siebte Kind sogar bis Hundert. Auch eine Fähigkeit des Addierens ist bei fast 50% der Schulanfänger festgestellt worden. Der kleinschrittige Lehrgang ist aus diesen Erkenntnissen heraus also nicht sinnvoll. Um die Motivation der Kinder aufrechtzuerhalten bedarf es folglich eines offenen Lernangebotes im Sinne einer Lernwerkstatt. Auch Lernschwache Schüler werden dadurch gefördert und gefordert.
Im Folgenden sollen nun kurz die Theorien von Jean Piaget und Z.P. Dienes erläutert werden, da diese die Entwicklung der Mathematik-Didaktik maßgeblich beeinflussten.
1. Gründe für die Themenwahl; Ziele und Aufbau der Arbeit: Diese Arbeit beschreibt die theoretische und praktische Entstehung einer Lernwerkstatt sowie die persönlichen Ziele der Autorin hinsichtlich des Aufbaus und der Erprobung in einer Grundschule.
2. Lernwerkstätten - Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Lernwerkstattgedankens im Kontext der Schulgeschichte, von den Anfängen der Reformpädagogik bis zu zeitgenössischen Modellen.
3. Lernwerkstätten - theoretische Grundlagen: Hier werden die pädagogischen Begründungen für Lernwerkstätten erörtert und zentrale didaktische Konzepte, wie entdeckendes Lernen und handlungsorientierter Unterricht, detailliert definiert.
4. Lernwerkstätten - praktische Durchführung: Dieses Kapitel stellt konkrete Praxisbeispiele vor und beschreibt die Analyse sowie den Praxistest von mathematischen Lernmaterialien beim Aufbau einer neuen Lernwerkstatt.
5. Präsentation der Ergebnisse und Erfahrungen: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse aus Theorie und Praxis zusammen und reflektiert das Entwicklungspotenzial des Lernwerkstattkonzepts für die zukünftige Schullandschaft.
Lernwerkstatt, Mathematikdidaktik, Offener Unterricht, Entdeckendes Lernen, Handlungsorientierter Unterricht, Grundschule, Reformpädagogik, Didaktische Materialien, Lernmittel, Mathematikunterricht, Selbstgesteuertes Lernen, Schulentwicklung, Förderunterricht, Praxisanleitung, Pädagogik vom Kinde aus.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Einblicke in die Theorie und Praxis des Aufbaus einer mathematischen Lernwerkstatt zu geben und Lehrkräften methodische Unterstützung bei der Umsetzung anzubieten.
Zentral sind die historische Herleitung der Lernwerkstatt, die didaktische Fundierung, die praktische Materialgestaltung und die Dokumentation einer konkreten Realisierung an einer Grundschule.
Wie lassen sich reformpädagogische Ansätze wie entdeckendes und handlungsorientiertes Lernen spezifisch im Fach Mathematik durch Lernwerkstätten effektiv verwirklichen?
Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse zu didaktischen Prinzipien, kombiniert mit einer empirischen Fallstudie durch die Analyse bestehender Werkstätten und dem Praxistest selbst gefertigter Lernmaterialien.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Prinzipien des offenen Unterrichts) und eine umfangreiche praktische Anleitung zur Materialwahl, -herstellung und -bewertung.
Die Materialien sind schülerzentriert, ermöglichen weitgehend selbstgesteuertes Arbeiten, bieten Möglichkeiten zur Selbstkontrolle und decken verschiedene Anforderungsbereiche der Mathematik ab.
Während die Werkstatt in Teisnach bereits seit 1997 besteht und als erfahrene Referenz dient, dokumentiert die Autorin in Roding den gesamten, noch laufenden Prozess von der ersten Idee über die Finanzierung bis zur Einrichtung.
In einer Lernwerkstatt soll der Lehrer von der rein instruierenden Wissensvermittlung zurücktreten und stattdessen als Begleiter, Berater und Ermöglicher fungieren, um die Eigenständigkeit der Kinder zu fördern.
Besonders der hohe zeitliche Aufwand für die Materialanfertigung, die Finanzierung und die Notwendigkeit einer differenzierten Unterrichtsplanung für heterogene Lerngruppen werden kritisch reflektiert.
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