Bachelorarbeit, 2017
35 Seiten, Note: 2,0
1 Exposé
2 Mediendiskurs: Flüchtlinge und Smartphones
3 Smartphones: Zur Relevanz des Medienzugangs
3.1 Mediennutzung der Diaspora in Deutschland
3.2 Digital Divide und das Smartphone als Entwicklungshilfe
4 Flucht 2.0 und Aspekte der Smartphone-Nutzung
4.1 Akteur-Netzwerk-Theorie und mobile Netzwerke
4.2 Datenschutz und Risiken im Smartphonegebrauch
5 Geflüchtete und ihre Smartphones. Eine empirische Analyse
5.1 Erläuterungen zu Methodik
5.2 Interview A, Ahmad
5.3 Interview B, Alim
5.4 Interview C, Yusef und Muhammad
5.5 Interview D, Adil
6 Verdichtung und Interpretation der empirischen Ergebnisse
7 Résumé
Die Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Smartphones für Geflüchtete der Migrationsbewegungen 2015 und 2016. Dabei wird analysiert, ob das Smartphone ein unverzichtbares Werkzeug zur Alltagsbewältigung, Integration und Kommunikation darstellt oder ob es fälschlicherweise als Luxusgegenstand wahrgenommen wird.
Akteur-Netzwerk-Theorie und mobile Netzwerke
Scott Ruston kam 2012 zu dem Ergebnis, dass mobile Medien (hier Smartphones und Mobiltelefone) über fünf einzigartige Affordanzen verfügen, welche diese von anderen Kommunikationsmedien unterscheiden: (1) Ihre Allgegenwärtigkeit und die Möglichkeit diese stets als tragbaren Computer mit dabei zu haben; (2) die Miniaturisierung von Computerkomponenten, bei höherer Rechenleistung und geringerem Strombedarf, zudem sind mobile Endgeräte beweglicher und transportabler; (3) mehr Möglichkeiten der Personalisierung und Konfigurierung (Apps, Widgets) und Identifikations- und Intimitätszuschreibungen des Nutzers;
(4) die technische Vernetzung und Konnektivität gewährleistet einen hohen sozialen Vernetzungsgrad und eine hohe Mediatisierung der realen Räume; (5) die mobilen Medien sind mit einer Lokalisierung der versendeten und empfangenen Daten verbunden, per GPS, WLAN und UMTS Signalen. Diese fünf Eigenschaften sind, für die einzelnen Aspekte der empirischen Analyse, relevant. So lassen sich gewisse Funktionen des Smartphones und Nutzungspraktiken in der Empirie verorten. Die wichtigsten drei Punkte für diese Analyse sind 1, 4 und 5 – die Ubiquität des Smartphones, die Mediatisierung der realen Räume und die permanente Konnektivität mit Sende- und Empfangssignalen (WLAN, GPS, etc.). Wie im Mediendiskurs (Abschnitt 2) und den Artikeln hervorging, ist das Smartphone für Geflüchtete in erster Linie ein Kommunikationsinstrument. Die eben genannten Eigenschaften des Smartphones machen dieses Medium zu einem geeigneten Fluchthelfer und einem nützlichen Werkzeug im Migrationsland. In der Studie Flucht 2.0 wurden Statistiken über die meistgenutzten Funktionen und Umgangsweisen mit dem Smartphone angefertigt. Es sollen hier nochmals die wichtigsten Fakten aufgezeigt werden, da diese für die nachfolgende empirische Analyse und dessen Interpretation wichtig sind.
1 Exposé: Einführung in die Problematik der Flüchtlingswelle 2015/2016 und Formulierung der Forschungsfrage zur Bedeutung des Smartphones für Migranten.
2 Mediendiskurs: Flüchtlinge und Smartphones: Analyse der Berichterstattung in deutschen Online-Medien über die Smartphone-Nutzung von Geflüchteten und die dort auftretenden Argumentationsmuster.
3 Smartphones: Zur Relevanz des Medienzugangs: Erörterung der Mediennutzung von Migranten in Deutschland sowie die theoretische Betrachtung der 'Digital Divide' und des Smartphones als Mittel zur Entwicklung.
4 Flucht 2.0 und Aspekte der Smartphone-Nutzung: Theoretische Fundierung durch die Akteur-Netzwerk-Theorie und Diskussion der Gefahren und Risiken bei der Nutzung mobiler Medien.
5 Geflüchtete und ihre Smartphones. Eine empirische Analyse: Darstellung der Methodik und Durchführung qualitativer Leitfadeninterviews mit fünf syrischen Geflüchteten zur individuellen Mediennutzung.
6 Verdichtung und Interpretation der empirischen Ergebnisse: Synthese und kritische Gegenüberstellung der empirischen Interviewergebnisse mit den theoretischen Ansätzen aus den vorangegangenen Kapiteln.
7 Résumé: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen und Fazit zur Rolle des Smartphones als Gebrauchsgegenstand im Integrationskontext.
Smartphone, Flüchtlinge, Migration, Mediennutzung, Kommunikation, Integration, Akteur-Netzwerk-Theorie, Digital Divide, Leitfadeninterview, Geomedien, Datenschutz, Alltagshilfe, Syrien, Vernetzung, soziale Netzwerke.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Smartphones für Geflüchtete während der Flucht und im Integrationsprozess in Deutschland, um den Wahrheitsgehalt öffentlicher Diskurse darüber zu prüfen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Mediennutzung, der kommunikativen Funktion des Smartphones, den damit verbundenen Risiken sowie der soziologischen Einordnung als Alltags- und Integrationswerkzeug.
Es wird der Frage nachgegangen, ob das Smartphone für Migranten unverzichtbar ist, ob es einen Luxusgegenstand darstellt und welche Rolle es bei der Integration im Zielland einnimmt.
Die Autorin oder der Autor verwendet einen Methoden-Mix aus Sozial- und Geisteswissenschaften, insbesondere hermeneutische Analysen und qualitative Leitfadeninterviews.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Analyse zum Mediendiskurs und der Akteur-Netzwerk-Theorie sowie einen umfangreichen empirischen Teil mit fünf Interviews syrischer Geflüchteter.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Migration, Smartphone, Kommunikation, Integration, Akteur-Netzwerk-Theorie und die digitale Spaltung (Digital Divide).
Diese Unterscheidung ist zentral, um die Vorwürfe aus dem öffentlichen Diskurs zu entkräften, dass Geflüchtete allein aufgrund ihres Smartphone-Besitzes nicht hilfsbedürftig seien.
Sie hilft, das Smartphone nicht nur als technisches Gerät, sondern als aktiven Bestandteil innerhalb eines Netzwerks aus menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren zu begreifen.
Überraschenderweise stehen die meisten Interviewten dem Auslesen zur Identitätsfeststellung positiv gegenüber, sofern dies der Sicherheit dient, äußern jedoch vereinzelt Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre.
Nein, die empirischen Daten zeigen, dass dies nicht pauschal gilt; einige Geflüchtete konnten ihre Flucht auch ohne Smartphone oder nur unter Nutzung von Internetcafés organisieren.
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