Masterarbeit, 2009
131 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Vorstellung der The New Defender’s Study Bible
2. Kreationismus
2.1 Entstehung des Kreationismus
2.1.1 Wiliam Jennings Bryan
2.1.2 Henry M. Morris
2.2 Strömungen des Kreationismus
2.2.1 Day-Age-Kreationismus
2.2.2 Gap-Kreationismus
2.2.3 Literal Biblical Creation- oder Young Earth-Kreationismus
2.3 Aktuelle politische Debatte in den USA
2.3.1 Kitzmiller vs. Dover Area School District
2.3.2 Caroline Crocker vs. George Mason University
3. Kreationistische Exegese von Gen 1-11
3.1 Auswahl des Textbeispiels
3.1.1 King James Bible
3.1.2 Gen 1-11
3.2 Die Autorenfrage
3.2.1 Gott oder doch Adam?
3.2.2 Das Alter des Textes
3.3 Das Gottesbild
3.3.1 Gottes Schöpfungshandeln
3.3.2 Die Beschreibung Gottes
3.4 Der Aufbau des Schöpfungsberichts
3.5 Die Fluterzählung
3.5.1 Die Arche
3.5.2 Entstehung der Flut
3.5.3 Ausbreitung der Flut
3.5.4 Auswirkungen der Flut
3.6 Methodologische Zusammenfassung und Problematisierung
4. Kritische Exegese von Gen 1-11
4.1 Begründung der Textauswahl und Schwerpunktsetzung
4.2 Die Schöpfungsberichte
4.2.1 Struktur der Schöpfungsberichte
4.2.2 Redaktionsgeschichte
4.3 Die Sintfluterzählung
4.3.1 Struktur der Sintfluterzählung
4.3.2 Redaktionsgeschichte
4.3.3 Vergleich zu außerbiblischen Quellen
4.4 Bedeutung von Gen 1-11 für den Pentateuch
5. Standpunkt der Katholischen Kirche
5.1 Das Zweite Vatikanische Konzil
5.1.1 Die dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung „Dei Verbum“
5.1.2 Die göttliche Inspiration und die Auslegung der Heiligen Schrift
5.2 Die Interpretation der Bibel in der Kirche
5.2.1 Methoden und Zugänge zur Heiligen Schrift
5.2.2 Der fundamentalistische Umgang mit der Heiligen Schrift
5.3 Kardinal Schönborn
5.3.1 Finding Design in Nature
5.3.2 Neun Katechesen
5.3.3 Fides, Ratio, Scientia. Zur Evolutionsdebatte
5.3.4 Schöpfung und Evolution - zwei Paradigmen und ihr gegenseitiges Verhältnis
5.4 Zusammenfassung der katholischen Position
6. Abschließende und begründete Bewertung der The New Defender’s Study Bible
7. Literatur
8. Internetquellen
9. Anhang
Das Hauptziel dieser Arbeit ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Kreationismus, basierend auf einer Analyse der kreationistischen Auslegung der ersten elf Kapitel des Buches Genesis in der "The New Defender’s Study Bible". Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie sich dieser fundamentalistische Ansatz methodologisch und inhaltlich von der wissenschaftlich fundierten Bibelexegese abgrenzt und welche Rolle dabei die Bezugnahme auf naturwissenschaftliche Argumente spielt.
2.1 Entstehung des Kreationismus
Die Auseinandersetzung mit dem Kreationismus hat eine beinahe ebenso lange Tradition, wie die Evolutionstheorie, auf deren Ablehnung sie gründet. Um die kreationistischen Argumente als Fundamentalismus zu entlarven, bedarf es eines Rückblicks auf die Entstehung der kreationistischen Ideen. Da der heutige Kreationismus darüber hinaus seine Argumente oft recht unreflektiert aus älteren Publikationen kreationistischer Autoren adaptiert, scheint es zudem angebracht die bedeutendsten Vertreter des Kreationismus zu erwähnen. Bryan und Morris seien hierbei hervorgehoben. Letzterem wird diese Ehre nicht nur deshalb zu Teil, weil die Analyse, der von Morris veröffentlichten The New Defender’s Study Bible im Zentrum dieser Arbeit steht, sondern auch, weil er sich bis zu seinem Tod im Jahr 2006 zu einer der wesentlichen Autoritäten und Sprecher in der fundamentalistisch evangelikalen Szene in den USA entwickelt hat. Wiliam Jennings Bryan wiederum wurde aufgrund seiner Beteiligung am Aufsehen erregenden Gerichtsprozess um den Lehrer Scopes in Dayton, Tennessee, ausgewählt. Neben Bryan werden jedoch noch einige andere bedeutende Kreationisten zwischen der Veröffentlichung der Evolutionstheorie und dem Zweiten Weltkrieg dargestellt und betrachtet.
1. Einleitung und Vorstellung der The New Defender’s Study Bible: Hinführung zum Thema der Kreationismuskritik und Vorstellung der zentralen Quelle, der "The New Defender’s Study Bible" von Henry M. Morris.
2. Kreationismus: Historischer Abriss zur Entwicklung des Kreationismus in den USA, unterteilt in die Strömungen Day-Age-, Gap- und Young-Earth-Kreationismus.
3. Kreationistische Exegese von Gen 1-11: Analyse der von Morris verwendeten kreationistischen Auslegungsmethoden sowie seiner Deutung von Schöpfung und Sintflut.
4. Kritische Exegese von Gen 1-11: Methodisch wissenschaftliche Exegese derselben Textstellen als Kontrastprogramm zur zuvor analysierten kreationistischen Lesart.
5. Standpunkt der Katholischen Kirche: Darstellung der katholischen Position zur Schöpfung und Evolutionsdebatte unter Einbeziehung von Konzilsdokumenten und Äußerungen von Kardinal Schönborn.
6. Abschließende und begründete Bewertung der The New Defender’s Study Bible: Zusammenfassendes Fazit zur ideologischen Ausrichtung des Bibelkommentars und Bewertung im Kontext des fundamentalistischen Kreationismus.
Kreationismus, Evolutionstheorie, Fundamentalismus, The New Defender’s Study Bible, Henry M. Morris, Bibelauslegung, Exegese, Schöpfungsbericht, Sintflut, Katholische Kirche, Intelligent Design, Darwinismus, Gen 1-11, Hermeneutik, Schöpfungsglaube
Die Arbeit untersucht kritisch den Kreationismus und seine Art der Bibelauslegung, insbesondere anhand des Kommentars "The New Defender’s Study Bible" von Henry M. Morris im Hinblick auf die ersten elf Kapitel des Buches Genesis.
Die zentralen Felder sind die Geschichte des US-Kreationismus, die Analyse kreationistischer Exegese im Vergleich zur historisch-kritischen Bibelauslegung sowie die katholische Sicht auf das Verhältnis von Schöpfungsglaube und Evolution.
Das Ziel ist die methodische und inhaltliche Kritik am Kreationismus, um aufzuzeigen, wie dieser durch unwissenschaftliche und fundamentalistische Deutungsweisen versucht, die Bibel als naturwissenschaftliches Lehrbuch darzustellen.
Die Arbeit verwendet primär die historisch-kritische Methode der Bibelexegese sowie eine vergleichende Analyse politischer und theologischer Debattenbeiträge.
Im Hauptteil werden sowohl die kreationistischen Argumentationsmuster (Kapitel 3) als auch eine wissenschaftlich-theologische Gegenexegese (Kapitel 4) und die kirchliche Einordnung (Kapitel 5) detailliert analysiert.
Die wichtigsten Schlagworte sind Kreationismus, fundamentalistische Bibelauslegung, Evolutionstheorie, Schöpfungsbericht, Sintflut und das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion.
Der Autor sieht in Morris eine zentrale Figur, die den Young-Earth-Kreationismus in den USA maßgeblich geprägt und versucht hat, der fundamentalistischen Lehre durch pseudowissenschaftliche Argumentationen eine theoretische Basis zu verschaffen.
Kardinal Schönborn wird als differenzierte Figur betrachtet; der Autor analysiert, dass Schönborn zwar Distanz zum Kreationismus hält, durch bestimmte Äußerungen (wie in der New York Times) jedoch eine Nähe zur Intelligent-Design-Bewegung suggerierte, die in der Debatte für Missverständnisse sorgte.
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