Masterarbeit, 2017
83 Seiten, Note: 1,00
1. EINLEITUNG
1.1. Ausgangslage
1.2. Problemstellung
1.3. Zielsetzung
1.4. Forschungsfrage und Zielgruppe
1.5. Methodische Vorgehensweise
2. WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT / WHITE COLLAR CRIME
2.1. Wirtschaftskriminalität
2.2. Entwicklungen der Wirtschaftskriminalität
2.2.1. Edwin H. Sutherland
2.2.2. Herbert Edelhertz
2.2.3. Karl-Dieter Opp
2.2.4. Albert J. Reis Jr. / Albert Bidermann
2.3. Begriffserklärung nach Cressey und Wolf/Hermanson
2.3.1. Fraud Triangle
2.3.2. Fraud Diamond
2.3.2.1. Management Override
2.3.2.2. Machiavellismus / Narzissmus / Psychopathie / sog. dunkle Triade
2.4. Dunkelfeldproblematik
2.5. Analysen, Feststellungen und Statistiken
3. RECHTSLAGE UND STRAFVERFOLGUNG IN ÖSTERREICH
3.1. Deliktsformen
3.1.1. Vermögensdelikte
3.1.2. Wettbewerbsdelikte
3.1.3. Korruption und Bestechung bzw. Bestechlichkeit
3.1.4. Geldwäsche
3.1.5. Bilanzdelikte
3.2. Vermögenssicherung
3.3. Fälle in der polizeilichen Kriminalstatistik
3.4. Schäden durch Wirtschaftskriminalität
4. COMPLIANCE MANAGEMENT
4.1. Corporate Governance (CG)
4.2. Compliance
4.3. (Anti) Fraud Management System
4.3.1. Internes Kontrollsystem (IKS)
4.4. Grenzen eines CMS
5. BEANTWORTUNG DER THEORETISCHEN SUBFORSCHUNGSFRAGEN
6. ERHEBUNG UND AUSWERTUNG DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE
6.1. Forschungsdesign
6.2. Problemzentriertes Interview
6.3. Forschungsinstrumente
6.3.1. Interviewleitfaden
6.3.2. Tonbandaufzeichnungen und Anonymität
6.3.3. Auswertungsmethode - Transkription
6.4. Durchführung der empirischen Forschung
6.4.1. Auswahl der Expertinnen und Experten
6.4.2. Durchführung der Interviews
6.4.3. Datenanalyse
7. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
7.1. Kategorie 1: Compliance Management System
7.1.1. Bezug zu Compliance Management Systemen
7.1.2. Stellenwert von Compliance und Corporate Governance
7.1.3. Unternehmenskultur
7.1.4. Stärken und Schwächen von CMS
7.1.5. Bedeutung von Non-Compliance-Bestimmungen
7.1.6. Schadensfälle
7.1.7. Vorgesehene Maßnahmen im Fall doloser Handlungen durch die Unternehmensleitung
7.2. Kategorie 2: Implementierung von Kontrollsystemen
7.2.1. Bedeutung der Implementierung
7.2.2. Umfang der implementierten Kontrollsysteme
7.2.3. Erfahrungen hinsichtlich Whistleblower / Ombudsmann
7.3. Kategorie 3: Faktoren für die dolosen Handlungen
7.3.1. Geschenkannahmen – Einladungen
7.3.2. Elemente des Fraud Triangle / Fraud Diamond
7.3.3. Täter
7.4. Kategorie 4: Gesetzliche Bestimmungen
7.4.1. Entwicklung des Strafrechts in Bezug auf White Collar Crime
7.4.2. Vermögensrechtliche Sanktionen
8. GEGENÜBERSTELLUNG DER ERGEBNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNG
8.1. Vergleich der Forschungsergebnisse mit der Literatur
8.2. Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen
9. BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN
10. CONCLUSIO UND AUSBLICK
10.1. Zusammenfassung
10.2. Ausblick
11. LITERARTURVERZEICHNIS / QUELLENVERZEICHNIS
11.1. Literaturquellen
11.2. Sonstige Quellen
11.3. Gesetze
12. ANHANG
Die Arbeit analysiert wissenschaftlich, wie sich „White Collar Crime“ im Wandel der Zeit verändert hat und ob Compliance Management Systeme (CMS) sowie bestehende gesetzliche Sanktionen in Österreich eine effektive Präventions- und Aufdeckungswirkung hinsichtlich doloser Handlungen des Top-Managements entfalten können.
2.3.1. Fraud Triangle
Cresseys These zufolge müssen drei Faktoren gemeinsam gegeben sein, um eine hohe Wahrscheinlichkeit doloser Handlungen annehmen zu können.
Gelegenheit ist die grundsätzliche Möglichkeit, dass es z.B. aufgrund fehlender oder ineffektiver Kontrolle möglich ist, eine kriminelle Handlung zu begehen, ohne ertappt zu werden. Es ist auch von wesentlicher Bedeutung, welches Basis-Knowhow der Täter hat. Dazu zählen die Kenntnis der Funktionsweise bzw. der Schwächen des IKS, oder die Kenntnis über Vorgehensweise doloser Handlungen anderer. Für die Tatausführung werden die technischen Fähigkeiten zur tatsächlichen Tatausführung benötigt (vgl. Siller, o. J.)
Das Element „Anreiz/Druck“ ist der eigentliche Grund warum Personen dolose Handlungen setzen. Nach Cressey ergibt sich dieser Faktor, wenn der Täter z.B. seinen finanziellen Verpflichtungen nach nicht nachkommen kann, aus Gier bzw. aus selbstverschuldeten Fehlern (vgl. Nimwegen 2009, S. 18).
Der Täter muss sich vor der Tat aufgrund einer inneren Rechtsfertigung zur Tatbegehung berechtigt fühlen. Seine subjektiven inneren Rechtfertigungsgründe deuten an: „Das Geld steht mir ohnehin zu“. Diese Täter bzw. Arbeitnehmer werden in den meisten Fällen, wenn ihr strafbares Verhalten unentdeckt bleibt, auch weiterhin Wirtschaftsstraftaten begehen, wobei die Methodik dazu oft ausgeklügelter wird (http://www.auditfactory.de o. J.)
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Wirtschaftskriminalität, Darstellung der Relevanz von Compliance Management Systemen und Definition der Forschungsfragen sowie der methodischen Vorgehensweise.
2. WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT / WHITE COLLAR CRIME: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff, historischen Entwicklungen, den Theorien von Sutherland und Cressey sowie der Problematik des Dunkelfelds.
3. RECHTSLAGE UND STRAFVERFOLGUNG IN ÖSTERREICH: Analyse der österreichischen Gesetzgebung hinsichtlich verschiedener Deliktsformen, der Rolle von Vermögenssicherungsmaßnahmen und den Herausforderungen der polizeilichen Kriminalstatistik.
4. COMPLIANCE MANAGEMENT: Definition von Compliance und Corporate Governance sowie Erläuterung der Grundelemente eines CMS, einschließlich Risikomanagement und Anti-Fraud-Systemen.
5. BEANTWORTUNG DER THEORETISCHEN SUBFORSCHUNGSFRAGEN: Zusammenfassende Beantwortung der vorab durch Literaturrecherche identifizierten Forschungsfragen zum Potenzial von CMS und der gesetzlichen Lage.
6. ERHEBUNG UND AUSWERTUNG DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE: Darlegung des qualitativen Forschungsdesigns, der Auswahl der Experten, der Instrumente und der gewählten Analysemethode.
7. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Detaillierte Auswertung der Experteninterviews nach den festgelegten Kategorien und Unterkategorien.
8. GEGENÜBERSTELLUNG DER ERGEBNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNG: Abgleich der empirischen Erkenntnisse mit der Fachliteratur und Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen.
9. BEANTWORTUNG DER FORSCHUNGSFRAGEN: Synthese der Ergebnisse zur Hauptforschungsfrage hinsichtlich der Präventivwirkung von CMS bei der Unternehmensführung.
10. CONCLUSIO UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse der Arbeit und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Wirtschaftskriminalität und Compliance.
Wirtschaftskriminalität, White Collar Crime, Compliance Management System, CMS, Fraud Triangle, Fraud Diamond, Korruption, Unternehmensführung, Interne Kontrollsysteme, IKS, Prävention, Strafrecht, Österreich, Risikomanagement, Whistleblowing.
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Compliance Management Systemen (CMS) bei der Prävention und Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität, insbesondere im Hinblick auf dolose Handlungen innerhalb der Unternehmensführung in Österreich.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Wirtschaftskriminalität, die rechtliche Situation in Österreich, der Aufbau von Compliance-Organisationen sowie die Rolle der Unternehmenskultur.
Ziel ist es zu ermitteln, ob CMS geeignet sind, Wirtschaftskriminalität auf Top-Management-Ebene zu verhindern und ob die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen in Österreich eine ausreichende Präventivwirkung entfalten.
Die Masterarbeit nutzt einen methodischen Mix: Eine fundierte Literaturrecherche für den theoretischen Teil sowie qualitative Experteninterviews mit Unternehmensverantwortlichen, Wirtschaftsprüfern und Vertretern der Exekutive für den empirischen Teil.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Implementierung von Kontrollsystemen, den psychologischen Faktoren von Straftätern (Fraud Triangle/Diamond) und der kritischen Analyse gesetzlicher Bestimmungen in Österreich.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Compliance Management System", "Fraud Diamond", "Wirtschaftskriminalität" und "White Collar Crime" aus.
Die empirische Analyse zeigt, dass der "Tone from the Top" eine zentrale Grundvoraussetzung für das Gelingen eines CMS ist, da die Unternehmenskultur maßgeblich darüber entscheidet, ob ein solches System gelebt wird oder lediglich ein Feigenblatt darstellt.
Die Mehrheit der befragten Experten nimmt einen Trend zur Entkriminalisierung bei Wirtschaftsdelikten wahr, was als kritisch für die Gesellschaft erachtet wird.
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