Fachbuch, 2018
55 Seiten
1 Einleitung
1.1 Fragestellungen
1.2 Forschungs- und Literaturstand
2 Die Geschichte der UFC
3 Ursprünge und Entwicklung des MMA
3.1 Boxen und Ringen
3.2 Pankration
3.3 Weitere internationale Vorstufen des MMA
4 Gesellschaft und Gewalt
4.1 Gewalt in den Medien
4.2 Gewalt im Sport
4.3 Gewalt im MMA - Wirkung und Motive
5 Das Erfolgskonzept der UFC
5.1 Konkurrenz
5.2 Kommerzialisierung
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie es dem Mixed Martial Arts (MMA) und der Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC) gelang, sich trotz anfänglicher Verachtung und massiver Kritik als populärer, kommerziell erfolgreicher Sport in der modernen Gesellschaft zu etablieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche historischen, soziologischen und psychologischen Motive hinter der Faszination für diesen als brutal wahrgenommenen Sport stehen.
3.2 Pankration
Eine weitere sehr beliebte Kampfsportart der Schwerathletik war das Pankration („Allkampf“), was eine Art Kombination aus Boxen und Ringen war, in dem aber jegliche Schlag-, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken erlaubt waren. Die einzigen Regeln untersagten hier auch lediglich das Greifen/Stechen in die Augen und das Beißen (ebd.). Nicht nur die Bezeichnung „Allkampf“, sondern auch das Spektrum an Möglichkeiten und die Kombination der Techniken, aus den vorherrschenden Kampfsportarten, sind Gründe dafür, dass die UFC und ihre Anhänger, den Ursprung des MMA im Pankration sehen (Avanitis, 2003). Die Nähe und Faszination beider Kampfsportarten lässt sich anhand von zahlreichen — teilweise extrem präzisen — historischen Beschreibungen und Abbildungen erkennen (Abb. 6). So beschrieb ein griechischer Gelehrter die letzten Szenen eines Kampfes:
„Nachdem also der Gegner Arrichion schon mitten um den Leib gepackt hatte, wollte er ihn töten, drückte ihm dem Arm gegen die Kehle und nahm ihm damit den Atem, während er ihm die Schenkel gegen die Leisten preßte und die Fußspitzen in beide Kniekehlen wand. Durch diesen Würgegriff kam er zwar Arrichion zuvor, da von nun an der Schlaf des Todes dessen Sinne zu umfangen begann, aber da er die Anspannung seiner Schenkel lockerte, entkam er nicht Arrichions List. Denn Arrichion stieß mit dem Fuß nach hinten, wodurch die rechte Seite seines Gegners in Gefahr geriet, weil das Knie jetzt in der Luft hing. Dann hielt er den Gegner, der nun eigentlich kein Gegner mehr war, an seinen Körper gepresst, und indem er sich nach links neigte und die (rechte) Fußspitze seines Gegners in der (rechten) Kniekehle einklemmte, renkte er ihm durch die Gewalt der Drehung in die andere Richtung den Knöchel aus“ (Poliakoff, 2004, S.89f).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Aufstieg der UFC von einer geächteten Kampfsportorganisation zu einem globalen Marktführer und stellt die zentralen Forschungsfragen zur gesellschaftlichen Akzeptanz von MMA.
2 Die Geschichte der UFC: Dieses Kapitel zeichnet die Anfänge der UFC 1993, die anfängliche Kritik und die spätere Professionalisierung sowie den Eigentümerwechsel im Jahr 2001 nach.
3 Ursprünge und Entwicklung des MMA: Hier werden die historischen Wurzeln des MMA, wie Boxen, Ringen und insbesondere das antike Pankration, als Grundlage für das heutige Kampfkonzept analysiert.
4 Gesellschaft und Gewalt: Das Kapitel untersucht soziologische und psychologische Theorien zur Gewalt, deren Medienpräsenz und warum Menschen dennoch Interesse an gewalthaltigen Sportarten zeigen.
5 Das Erfolgskonzept der UFC: Es werden die Faktoren für den Erfolg der UFC erläutert, insbesondere durch geschickte Konkurrenzbeherrschung, Kommerzialisierung und strategische Vermarktung.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass MMA durch die Transformation zum regulierten Sport trotz seiner gewalthaltigen Wurzeln eine breite gesellschaftliche Akzeptanz erreichen konnte.
Mixed Martial Arts, MMA, UFC, Gewalt, Kampfsport, Soziologie, Medienwirkungsforschung, Pankration, Kommerzialisierung, Athletik, Zuschauerverhalten, Sportgeschichte, Aggression, Professionalisierung, Entertainment.
Die Arbeit analysiert die Transformation von Mixed Martial Arts von einer kontrovers diskutierten, als brutal geltenden Sportart zu einem professionell regulierten und gesellschaftlich anerkannten Massenphänomen.
Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung, soziologische Aspekte von Gewalt, die Rolle der Medien bei der Sportvermarktung sowie das spezifische Business-Modell der UFC.
Das Ziel ist es, die Gründe für die wachsende Popularität von MMA zu identifizieren, insbesondere im Hinblick auf die Diskrepanz zwischen der modernen Ablehnung von physischer Gewalt und der Faszination für diesen Vollkontaktsport.
Es werden theoretische Konzepte aus der Sozialwissenschaft, Kulturgeschichte und Medienwirkungsforschung aufbereitet und in Verbindung mit empirischen Daten, wie etwa der Studie von Nancy Cheever, analysiert.
Der Hauptteil deckt die Geschichte der UFC, die historischen Wurzeln im antiken Pankration, die soziologische Einordnung von Gewalt sowie die verschiedenen Erfolgsfaktoren (Konkurrenzstrategien, Sponsoring, Medienpräsenz) ab.
Schlüsselbegriffe sind MMA, UFC, Gewalt, Soziologie, Kampfsport, Medialisierung, Kommerzialisierung und Identifikation.
Das Pankration dient als wichtiger historischer Beleg dafür, dass der "Allkampf" bereits in der Antike technisch ausgereift war und sportliche Faszination auslöste, was die Legitimität des modernen MMA stützt.
Die Einführung weiblicher MMA-Stars, wie Ronda Rousey, erweiterte die Zielgruppe erheblich und half dabei, das Bild von MMA als ausschließlich maskulines oder rein auf Gewalt fokussiertes Phänomen zu korrigieren.
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