Bachelorarbeit, 2017
64 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Theoretische Konzeption des Geschäfts- oder Firmenwertes
2.1 Begriffskonzeption
2.1.1 Substanzwert des Unternehmens
2.1.2 Ertragswert des Unternehmens
2.1.3 Der originäre Geschäfts- oder Firmenwert als Residualgröße
2.1.4 Abgrenzung zum derivativen Geschäfts- oder Firmenwert
2.1.5 Beispiel und Fazit
2.2 Denkbare Bilanzierungsmöglichkeiten des Geschäfts- oder Firmenwertes vor bilanztheoretischem Hintergrund
2.2.1 Grundsätze externer Rechnungslegung
2.2.2 Formelle Bilanztheorie
2.2.3 Materielle Bilanztheorie
2.2.4 Fazit
3 Bilanzierungsgrundsätze für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert im Einzelabschluss
3.1 Bilanzierung nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB)
3.1.1 Bilanzierung dem Grunde nach
3.1.2 Bilanzierung der Höhe nach
3.2 Bilanzierung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS)
3.2.1 Bilanzierung dem Grunde nach
3.2.2 Bilanzierung der Höhe nach
3.3 Vergleichende Gegenüberstellung
4 Der Geschäfts- oder Firmenwert in der unternehmerischen Praxis
4.1 Einfluss und Bewertung des Goodwills am Beispiel der Bayer AG
4.1.1 Asset Deal: Bayer AG und Merck & Co., Inc.
4.1.2 Ertragswertmodellierung
4.1.3 Fazit
4.2 Planmäßige Abschreibung des Goodwills im HGB-Einzelabschluss
4.3 Außerplanmäßige Abschreibung des Goodwills am Beispiel der Commerzbank AG
4.3.1 Resegmentierung als Wertminderungsindikator
4.3.2 Einflussgrößen der Ertragsbewertung
4.3.3 Wesentliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der außerplanmäßigen Folgebewertung nach IFRS und HGB
5 Thesenförmige Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die bilanzielle Behandlung des derivativen Geschäfts- oder Firmenwertes (Goodwill) und vergleicht hierbei die normativen Anforderungen nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS). Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Divergenzen in den Bewertungskonzeptionen herauszuarbeiten und die praktische Umsetzung dieser komplexen Bilanzierungsvorschriften an realen Fallbeispielen zu analysieren.
2.1.1 Substanzwert des Unternehmens
Um zu einem Unternehmenswert zu gelangen, der sich nach objektiven Kriterien bemisst, sei zunächst ein vollkommener Kapitalmarkt unterstellt. In einem solchen Markt handeln alle Akteure rational, verfügen über identische Informationen und haben gleiche Erwartungshaltungen. Der Marktzugang ist nicht beschränkt, die Reaktionsgeschwindigkeit unendlich, Soll und Habenzinssätze gleichen sich (einheitlicher Kalkulationszins) und es existieren keine Transaktionskosten. Unter diesen restriktiven Bedingungen erfolgt die Preisbildung arbitragefrei, d. h. der Barwert, der sich aus dem Zahlungsstrom eines Investitionsobjektes ergibt, ist genau Null (No-Arbitrage-Theorie). Man kann in diesem Zusammenhang vom inneren oder fairen Wert sprechen.
Durch Separierung des Einflusses, den der Geschäfts- oder Firmenwert (i. S. eines Wertschöpfungspotentials) auf den Unternehmenswert ausübt und unter Vernachlässigung von Steuern, ergibt sich folgendes Entscheidungskalkül:
Hierbei steht der Substanzwert des Unternehmens. Dieser setzt sich zusammen aus dem Zeitwert des betriebsnotwendigen Vermögens, das im Rahmen der bestehenden betrieblichen Wertschöpfungskonzeption zur Fortführung des Unternehmens erforderlich ist. Der Substanzwert als Bewertungskonzeption zählt zu den Einzelbewertungsverfahren, die (immateriellen) Wirtschaftsgüter werden am Stichtag isoliert voneinander in ihrem Wert bemessen. Wertmaßstab sind nicht die bilanziellen Buchwerte, sondern einzelne tagesaktuelle Wiederbeschaffungswerte unter Berücksichtigung der zeitverlaufsbedingten Wertminderungen, da Buchwerte i. d. R. weder die Wertänderung des Geldes (Nominalwertprinzip), noch tatsächliche Abschreibungsaufwendungen berücksichtigen und immer auch ermessensbedingten Abweichungen unterliegen. Zu erfassen sind hierbei lediglich solche Güter, die auch bilanzierungsfähig sind. Die Bilanzierungsfähigkeit ist insbesondere durch die Kriterien der selbständigen Bewertbarkeit (d. h. ein Gut kann einzeln in seinem Wert bemessen werden) und bilanziellen Greifbarkeit (d. h. ein Gut wird im Falle der Unternehmensveräußerung als Einzelheit berücksichtigt und sein Wert verflüchtigt sich nicht ins Allgemeine) geprägt. Demnach sind immaterielle, selbst erstellte Vermögensgegenstände in den Substanzwert mit einzubeziehen, sofern sie die abstrakten Ansatzkriterien erfüllen und betriebsnotwendig sind.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der bilanziellen Erfassung des Geschäfts- oder Firmenwertes ein und definiert den Untersuchungsgegenstand sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Theoretische Konzeption des Geschäfts- oder Firmenwertes: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung sowie verschiedene Bilanztheorien dargelegt, um das Verständnis für den Goodwill als Vermögenswert zu schärfen.
3 Bilanzierungsgrundsätze für den derivativen Geschäfts- oder Firmenwert im Einzelabschluss: Dieses Kapitel analysiert detailliert die gesetzlichen Regelungen und Bilanzierungsvorschriften für den Goodwill nach HGB und IFRS.
4 Der Geschäfts- oder Firmenwert in der unternehmerischen Praxis: Der praktische Teil untersucht anhand von Fallbeispielen, wie Unternehmen den Goodwill in der Bilanz abbilden und mit Wertminderungsrisiken umgehen.
5 Thesenförmige Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Synthese der wesentlichen theoretischen und praktischen Erkenntnisse ab.
Goodwill, Geschäfts- oder Firmenwert, HGB, IFRS, Bilanzierung, Unternehmensbewertung, Impairment Test, Substanzwert, Ertragswert, Anschaffungskosten, BilMoG, Substanzwerterhaltung, Rechnungslegung, Unternehmensakquisition, Wertminderung
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Erfassung und Bewertung des derivativen Geschäfts- oder Firmenwertes, auch bekannt als Goodwill, im Kontext der deutschen (HGB) und internationalen (IFRS) Rechnungslegung.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Firmenwertes, die unterschiedlichen Bilanzierungskonzepte nach HGB und IFRS sowie die praktische Handhabung bei Unternehmensakquisitionen und planmäßigen bzw. außerplanmäßigen Abschreibungen.
Das Hauptziel besteht darin, die bestehenden Normen des HGB und der IFRS hinsichtlich des Ansatzes sowie der Erst- und Folgebewertung des Goodwills zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und deren Auswirkungen auf die Rechnungslegung zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch fundierte Analyse der Rechnungslegungsstandards kombiniert mit einer Fallstudienanalyse, bei der Praxisbeispiele (Bayer AG, Commerzbank AG) genutzt werden, um die Anwendung der theoretischen Konzepte in der Realität zu veranschaulichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Konzeption des Goodwill-Begriffs, eine detaillierte Gegenüberstellung der HGB- und IFRS-Bilanzierungsregeln sowie eine praktische Untersuchung anhand aktueller Unternehmensdaten.
Die zentralen Schlagworte sind Goodwill, Bilanzierung, HGB, IFRS, Unternehmensbewertung, Ertragswert, Substanzwert und Impairment Test.
Während das HGB den Goodwill als fiktiven Vermögensgegenstand behandelt, der planmäßig über zehn Jahre abzuschreiben ist, verzichten die IFRS auf planmäßige Abschreibungen und setzen stattdessen auf einen jährlichen Impairment Test auf Basis zahlungsmittelgenerierender Einheiten.
Das Beispiel der Commerzbank AG dient dazu, die praktische Anwendung und die Herausforderungen eines Impairment Tests nach IAS 36 im Rahmen eines komplexen Restrukturierungsprozesses und einer Resegmentierung zu demonstrieren.
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