Masterarbeit, 2016
100 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Strukturelles Puzzle
2.1 Morphologische Analyse
2.1.1 Partikelverben als Wortbildungsprodukte
2.1.2 Partikelverben als morphologische komplexe Verben (V0)
2.1.3 Testkriterien für die „Wortigkeit“ und „Syntagmatizität“
2.2 Syntaktische Analyse
2.2.1 Zweifelhafte Argumentation der morphologischen Analyse
2.2.2 Syntaktisches Gefüge von Partikelverben
2.3 Zwischenposition zwischen Morphologie und Syntax
2.3.1 In situ – Ansatz für Partikelverben
2.3.2 Funktionale Struktur und strukturelle Adjazenz
2.3.3 Lokale Domain
2.3.4 Partikelverben in der Wortbildung
3 Semantisches Puzzle
3.1 Die Lexikalische Dekompositionsgrammatik
3.1.1 Theoretischer Rahmen
3.1.2 an als lexikalische Argumente
3.1.3 an als lexikalische Adjunkte
3.1.4 an als übergeordneter Funktor auf Basisverb
3.2 Konstruktionsgrammatik
3.2.1 Einstieg zur Konstruktionsgrammatik
3.2.2 Fusion zwischen Verben und Argumentkonstruktionen
3.2.3 Argumentkonstruktionen mit an
4 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die strukturellen und semantischen Eigenschaften von deutschen Partikelverben mit der Partikel "an", um zu klären, wie die Partikel mit dem Verb verbunden wird und ob Partikelverben als Wörter oder Phrasen zu klassifizieren sind.
2.1.1 Partikelverben als Wortbildungsprodukte
Bereits in der klassischen deutschen Wortbildungslehre werden Partikelverben als Wortbildungsprodukte aufgefasst, z. B. Partikelkomposita bzw. trennbare verbale Komposita bei Grimm (1826) und Wilmanns (1899), unfeste Komposita bei Paul (1920) und Henzen (1965). Ihrer Meinung nach werden alle linkserweiterten Verben durch die Komposition gebildet und alle rechtserweiterten Verben durch die Derivation im Sinne der Suffigierung. Sie unterscheiden zwei Arten von verbalen Komposita: trennbare/ unfeste (Partikelverben) und untrennbare/ feste (Präfixverben).
In moderneren Arbeiten wie bei Kühnhold/ Wellmann (1973), Erben (1983) und Fleischer (1983) werden Partikelverben durch die Präfigierung, die aus der Komposition hervorgegangen ist, gebildet. Die Junggrammatiker gehen davon aus, dass Partikeln und Präfixe viele Gemeinsamkeiten an der semantischen und syntaktischen Modifizierung des Grundverbs aufweisen (1).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob Verbpartikeln formal einer syntaktischen Hauptkategorie zuzuordnen sind, und formuliert die zentrale Frage nach der Verbindung von Partikel und Verb.
2 Strukturelles Puzzle: Dieses Kapitel untersucht die strukturelle Analyse von Partikelverben, insbesondere die Debatte, ob sie Wörter, Phrasen oder hybride Produkte sind.
3 Semantisches Puzzle: In diesem Kapitel werden semantische Erklärungsansätze, namentlich die Lexikalische Dekompositionsgrammatik und die Konstruktionsgrammatik, auf ihre Eignung zur Erklärung von Partikelverben geprüft.
4 Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Argumente zusammen und kommen zu dem Ergebnis, dass die syntaktische Analyse gegenüber der morphologischen Analyse plausibler ist.
Partikelverben, an-Verben, Morphologie, Syntax, Lexikalische Dekompositionsgrammatik, Konstruktionsgrammatik, Argumentstruktur, Trennbarkeit, Wortbildung, Sprachwissenschaft, Verbpartikeln, Resultativkonstruktionen, Valenzgrammatik, semantische Analyse
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Analyse deutscher Partikelverben, die mit der Partikel "an" gebildet werden, und deren Einordnung in strukturelle und semantische Modelle.
Die Themenfelder umfassen die morphologische Analyse, die syntaktische Struktur, die semantische Modellierung und konstruktionsgrammatische Erklärungen für die Bildung von Partikelverben.
Die Arbeit untersucht, wie die Partikel "an" mit dem Verb verbunden wird und ob Partikelverben als morphologische Wörter, syntaktische Phrasen oder als Hybridprodukte zwischen beiden betrachtet werden sollten.
Die Arbeit analysiert verschiedene grammatikalische Theorien wie die Lexikalische Dekompositionsgrammatik (LDG), die Konstruktionsgrammatik (CxG) und diverse strukturelle Ansätze (u.a. HPSG), um empirische Daten zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in ein "strukturelles Puzzle", das Morphologie und Syntax diskutiert, und ein "semantisches Puzzle", das die Bedeutungsintegration der Partikel "an" beleuchtet.
Wichtige Begriffe sind Partikelverben, an-Verben, Wortbildung, Trennbarkeit, Argumentstruktur, Lexikalische Dekompositionsgrammatik und Konstruktionsgrammatik.
Die Arbeit diskutiert, dass die morphologische Analyse zu "ad hoc" Zusatzmechanismen greifen muss, während die syntaktische Analyse die Trennbarkeit als strukturelles Merkmal (z.B. mittels phrasalem Status) natürlicher erklären kann.
Die Konstruktionsgrammatik wird genutzt, um die Polysemie und Gebrauchsvielfalt von Partikelverben zu erklären, indem Partikelverben als Instanzen von Argumentkonstruktionen analysiert werden, die über eine bloße minimale Verb-Valenz hinausgehen.
Zeller nimmt eine "Zwischenposition" ein und argumentiert, dass Partikelverben aufgrund der fehlenden funktionalen Struktur weder reguläre Phrasen noch vollständige Wörter sind, sondern in einem spezifischen lokalen Zusammenhang zum Basisverb stehen.
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