Masterarbeit, 2017
109 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Partizipation
2.1 Der Begriff Partizipation
2.2 Formen, Modi und Bereiche von Partizipation
2.3 Voraussetzungen für Partizipation
2.4 Partizipation von Jugendlichen
2.5 Partizipationserfahrungen und Demokratieverständnis
3 Rahmenbedingungen politischer, schulischer, beruflicher und sozialer Partizipation in Afghanistan und Syrien
3.1 Afghanistan
3.2 Syrien
3.3 Zusammenfassung
4 Thesen zu integrationsrelevanten Auffassungen unbegleiteter, minderjähriger, berufsschulpflichtiger Flüchtlinge und Asylsuchender aus Afghanistan und Syrien
4.1 Afghanistan
4.2 Syrien
5 Fazit, zentrale Ergebnisse und Limitationen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen detaillierten Einblick in die Lebenswirklichkeit unbegleiteter, minderjähriger, berufsschulpflichtiger Flüchtlinge (UM) aus Afghanistan und Syrien zu gewinnen. Basierend auf dieser Literaturanalyse sollen Rahmenbedingungen politischer, schulischer, beruflicher und sozialer Partizipation in den Herkunftsländern identifiziert werden, um das partizipationsspezifische Verhalten der Jugendlichen in Deutschland besser einschätzen, vorhersehen und verstehen zu können.
2.1 Der Begriff Partizipation
Die Bedeutung des Wortes Partizipation geht zurück auf den lateinischen Ausdruck partem capere, im Deutschen „einen Teil (weg-)nehmen“ (MOSER 2010, 73), und betont damit den aktiven Aspekt von Partizipation. HART (1992, 5) versteht den Begriff Partizipation als einen Prozess, bei dem solche Entscheidungen, die sich sowohl auf das eigene Leben als auch die Gemeinschaft auswirken, unter Miteinbeziehung aller Akteure getroffen werden. Diese Ansicht deckt sich mit der von KRÄMER (2013, 11ff.), der Partizipation als „Mittel zum Einbringen eigener Interessen und als Beteiligung an der Fortentwicklung der Gesellschaft“ auf allen Ebenen umschreibt. So bezieht sich Partizipation nicht lediglich auf das politische Milieu, z. B. auf das Wahlrecht oder die Teilnahme an Demonstrationen, obgleich der Begriff in der Vergangenheit hauptsächlich in diesem Kontext diskutiert wurde, sondern erstreckt sich über alle Lebensbereiche und Altersgruppen (MOSER 2010, 71ff.). Schulische Partizipation umfasst analog dazu, neben der generellen Teilhabe, also dem Zugang zu Bildung, die Gestaltungsmöglichkeiten im Bildungsbereich, z. B. Mitsprache von Schülern beim Umbau des Pausenhofs oder die Wahl von Klassensprechern (COELEN & WAGENER 2011, 118, OSER, ULLRICH & BIEDERMANN 2000, 24). Berufliche Partizipation schließt bspw. die Freiheit der Berufswahl sowie den Zugang zum Arbeitsmarkt oder die Organisation in Gewerkschaften mit ein (ebd., 27). Soziale Partizipation schließlich, für die in der Literatur keine einheitliche Definition vorherrscht, beschreibt in dieser Arbeit Art und Ausmaß der Kontakte zu anderen und erstreckt sich damit auch über alle Spielarten gesellschaftlicher Handlungs- und Gestaltungsprozesse, von der Teilnahme am Vereinsleben über Feste und Elterngespräche bis hin zu pädagogischen, religiösen, kulturellen oder karitativen – nicht jedoch politischen – Aktivitäten (FUCHS-HEINRITZ 2007, 483, GABRIEL & VÖLKL 2008, 269, PREISER 2013, 17).
1 Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Situation der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Deutschland ein, thematisiert die Herausforderungen für Berufsschulen und formuliert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Rahmenbedingungen ihrer Partizipation in den Herkunftsländern.
2 Partizipation: Das Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung des Partizipationsbegriffs, erläutert verschiedene Modelle – insbesondere den Partizipationswürfel nach ABS – und stellt Voraussetzungen sowie Besonderheiten der Partizipation bei Jugendlichen dar.
3 Rahmenbedingungen politischer, schulischer, beruflicher und sozialer Partizipation in Afghanistan und Syrien: In diesem Hauptteil werden die konkreten Bedingungen in den Herkunftsländern Afghanistan und Syrien detailliert analysiert, wobei politische Systeme, Bildungssysteme, Arbeitsmarktsituationen und soziale Hierarchien beleuchtet werden.
4 Thesen zu integrationsrelevanten Auffassungen unbegleiteter, minderjähriger, berufsschulpflichtiger Flüchtlinge und Asylsuchender aus Afghanistan und Syrien: Basierend auf den vorangegangenen Analysen werden Thesen zu potenziell konflikträchtigen Einstellungen und Verhaltensweisen der Jugendlichen im deutschen Schulalltag aufgestellt.
5 Fazit, zentrale Ergebnisse und Limitationen: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert methodische Einschränkungen der Literaturrecherche und gibt Ausblicke auf notwendige zukünftige Forschungsansätze.
Partizipation, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Berufsschule, Afghanistan, Syrien, politische Rahmenbedingungen, Bildungssystem, Arbeitsmarkt, soziale Integration, Partizipationswürfel, Demokratieverständnis, Flucht, Diskriminierung, ehrenbasierte Gesellschaft, Integration.
Die Arbeit untersucht die Erfahrungen unbegleiteter, minderjähriger, berufsschulpflichtiger Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien mit Partizipation in ihren Heimatländern, um ihr Verhalten an deutschen Berufsschulen besser verstehen zu können.
Die Schwerpunkte liegen auf den politischen, schulischen, beruflichen und sozialen Partizipationsmöglichkeiten in Afghanistan und Syrien sowie deren Einfluss auf das demokratische Verständnis der Jugendlichen.
Das Ziel ist es, Rahmenbedingungen in den Herkunftsländern zu identifizieren, die das Partizipationsverhalten von Jugendlichen prägen, um Lehrkräften Hilfestellungen für den Umgang mit diesen Schülern im Schulalltag zu geben.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturrecherche und Analyse der Rahmenbedingungen in den beiden genannten Herkunftsländern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Partizipation und eine detaillierte Analyse der Lebenswirklichkeit und Partizipationsbedingungen in Afghanistan und Syrien auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen.
Wichtige Begriffe sind Partizipation, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Berufsschule, Afghanistan, Syrien, Diskriminierung, Bildungssystem und politische Rahmenbedingungen.
Beide Länder weisen patriarchale Strukturen und eine Unterordnung von Frauen auf, wobei jedoch kulturelle Spezifika und regionale Unterschiede bei der Ausprägung der Diskriminierung und Einschränkung der Bewegungsfreiheit existieren.
Die Arbeit zeigt auf, dass Korruption in beiden Herkunftsländern alltäglich und ein verbreitetes Mittel ist, um Zugang zu Leistungen zu erhalten, was die Wahrnehmung von demokratischen und rechtsstaatlichen Prozessen bei den Jugendlichen negativ beeinflussen kann.
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