Bachelorarbeit, 2011
58 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Kuhns Theorie von der Entwicklung der Wissenschaft
2.1. Methodischer Ausgangspunkt
2.2. Zentrale Begriffe
2.2.1. Paradigma
2.2.2. Wissenschaftlergemeinschaft
2.3. Ablaufmodell der Wissenschaftsentwicklung
2.3.1. Vornormale bzw. Vorparadigmatische Phase
2.3.2. Normale Wissenschaft
2.3.3. Anomalien
2.3.4. Krise
2.3.5. Wissenschaftliche Revolution
2.3.6. Rückkehr zur normalen Wissenschaft
2.4. Wesentliche Thesen der Kuhnschen Theorie
2.4.1. Die Abhängigkeit von der Geschichtsschreibung
2.4.2. Das dogmatische Element der Normalwissenschaften
2.4.3. Abkehr vom Methodenzwang
2.4.4. Wissenschaftssoziologische Elemente als Bestandteile der Wissenschaftsphilosophie
2.4.5. Inkommensurabilität
2.5. Wissenschaftlicher Fortschritt in der Kuhnschen Theorie
3. Piagets genetische Erkenntnistheorie
3.1 Methodischer Ausgangspunkt
3.2. Piagets Stufen der Psychogenese
3.2.1. Die sensomotorische Phase
3.2.2. Die präoperationale Phase
3.2.3. Die konkretoperationale Phase
3.2.4. Die formaloperationale Phase
3.3. Zentrale Begriffe
3.3.1. Schemata und Operationen
3.3.2. Strukturen
3.3.3. Assimilation und Akkommodation
3.3.4. Äquilibration
4. Analogien und Gegensätze der Theorien
4.1. Analogien in beiden Theorien
4.1.1. Analogien beim methodischen Ausgangspunkt
4.1.2. Analogien bei den Grundbegriffen
4.1.3. Analogien in der Entwicklung
4.2. Unterschiede und Gegensätze der Theorien
4.2.1. Unterschiede beim methodischen Ausgangspunkt
4.2.2. Unterschiede bei zentralen Begriffen
4.2.3. Ungleichgewichte und Krisen als Brüche in der Entwicklung
4.2.4. Der Fortschrittsgedanke bei Kuhn und Piaget
4.2.5. Die Bedeutung des Experiments
5. Pädagogische Implikationen der Theorien
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht, ob die Theorien von Thomas S. Kuhn zur Wissenschaftsentwicklung und Jean Piagets genetische Erkenntnistheorie als gemeinsame Basis für ein neues Bildungsmodell dienen können, indem sie die Parallelen in ihren genetischen Strukturmodellen analysiert.
2.3.2. Normale Wissenschaft
Die Phase der normalen Wissenschaft wird zunächst dadurch eingeleitet, dass es aus der Vielzahl der konkurrierenden Modelle einem Modell gelingt, in den Rang eines Paradigmas aufzusteigen, während die anderen Modelle verschwinden. Ist so zum ersten Mal ein allgemeiner Konsens der Fachleute bezüglich der Grundfragen eins Faches erreicht, so hat das Fachgebiet seinen Reifezustand erlangt. Dies geschieht typischerweise, wenn einer der Schulen ein entscheidender Durchbruch gelungen ist, so dass sich die Mitglieder der anderen Schulen anschließen.
Die entsprechende wissenschaftliche Leistung muss dafür bestimmte Anforderungen erfüllen:
• Sie muss hinsichtlich ihrer Qualität die Leistungen ihrer Konkurrenten übertreffen
• Sie muss einen solchen Vorbildcharakter haben, dass sich an sie eine Tradition anschließt
• Sie muss bei den Wissenschaftlern den Eindruck erwecken, dass mit ihr die Grundsatzfragen des Gebietes mehr oder minder eindeutig gelöst sind.
Es sind diese besonderen Forschungsleistungen, die Kuhn ursprünglich „Paradigmen“ nennt. Sie sind der Kern des Konsenses, welcher der Wissenschaftlergemeinschaft die Ausübung der normalen Wissenschaft möglich macht. Die paradigmatischen Forschungsresultate dienen als durchgängig akzeptierte Konzepte, an die sich die weitere Problemauswahl – und bearbeitung der normalen Wissenschaft anschließt. Die Aufgaben der normalen Wissenschaft sind dabei die Bestimmung von Fakten, die im Sinne des Paradigmas relevant sind, und die Verbesserung der Passung zwischen Theorie und Daten.
Die daraus resultierende Forschungstätigkeit beschreibt Kuhn durch eine Analogie mit dem Lösen von Rätseln (puzzle-solving). Diese Analogie besteht in fünf Dimensionen. Wie der Spieler, der Schachprobleme, Kreuzworträtsel oder Puzzle löst, hält sich der Wissenschaftler dabei an folgende „Spielregeln“:
• Der Wissenschaftler hat sich im Rahmen der Wissenschaft an Reglementierungen zu halten, die sich aus dem Paradigma ableiten
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die Gemeinsamkeiten der Theorien von Kuhn und Piaget als Basis für ein Bildungsmodell zu untersuchen.
2. Kuhns Theorie von der Entwicklung der Wissenschaft: In diesem Kapitel wird Kuhns Phasenmodell der Wissenschaftsentwicklung mit seinen zentralen Begriffen wie Paradigma und wissenschaftliche Revolution detailliert dargestellt.
3. Piagets genetische Erkenntnistheorie: Hier wird Piagets Stufenmodell der Intelligenzentwicklung beim Kind sowie seine zentralen Grundbegriffe erläutert.
4. Analogien und Gegensätze der Theorien: Dieses Kapitel vergleicht beide Theorien hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten in der unstetigen Entwicklung sowie ihrer methodischen Unterschiede.
5. Pädagogische Implikationen der Theorien: Hier wird diskutiert, welche Schlüsse sich aus den Theorien für den Unterricht und die Bildung ableiten lassen und wo die Grenzen dieser Übertragbarkeit liegen.
6. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel zieht das Fazit, dass trotz theoretischer Ähnlichkeiten eine Zusammenführung zu einem gemeinsamen Bildungsmodell aufgrund struktureller Unterschiede nicht möglich ist.
Thomas S. Kuhn, Jean Piaget, Wissenschaftsentwicklung, genetische Erkenntnistheorie, Paradigma, kognitive Struktur, Assimilation, Akkommodation, Äquilibration, Wissenschaftliche Revolution, Inkommensurabilität, Bildungsmodell, Pädagogik, Epistemologie, Entwicklungspsychologie.
Die Bachelorarbeit untersucht, ob eine Synthese der wissenschaftstheoretischen Ansätze von Thomas S. Kuhn und der genetischen Erkenntnistheorie von Jean Piaget eine gemeinsame Grundlage für ein neues pädagogisches Bildungsmodell bilden kann.
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Wissenschaftsentwicklungsprozessen bei Kuhn und die kognitive Entwicklung des Menschen bei Piaget, deren Vergleich sowie die pädagogischen Konsequenzen daraus.
Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten in den Strukturmodellen beider Autoren zu identifizieren, um zu prüfen, ob sich daraus ein konsistentes Bildungsmodell ableiten lässt.
Der Autor nutzt eine komparative Methode, indem er die Theorien darstellt, methodische Analogien und Gegensätze herausarbeitet und ihre Übertragbarkeit auf den Bildungsbereich kritisch hinterfragt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Kuhns Ablaufmodell der Wissenschaft, Piagets Stufentheorie der Intelligenz sowie deren direkte Gegenüberstellung und die Ableitung pädagogischer Implikationen.
Wichtige Begriffe sind Paradigma, Wissenschaftliche Revolution, Inkommensurabilität, Assimilation, Akkommodation, Äquilibration und kognitive Struktur.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Übertragung von Erkenntnissen einer sozialen wissenschaftlichen Gemeinschaft (Kuhn) auf die individuellen Lernprozesse von Schülern und Studenten (Piaget) aufgrund der "Unübertragbarkeit" der soziologischen und epistemologischen Rahmenbedingungen nicht möglich ist.
Anomalien bei Kuhn und entsprechende Ungleichgewichte bei Piaget dienen als zentrale Vergleichspunkte, da beide Autoren diese Phänomene als Motoren für notwendige Umbrüche oder Entwicklungsschritte in ihren jeweiligen Theorien beschreiben.
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