Bachelorarbeit, 2016
45 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Analyseraster: nation-building & Sprachenpolitik:
2.1 Nation, Nationalismus, nation-building - ein theoretischer Überblick:
2.1.1 Hybride Identitäten: civic nationalism vs. ethnic nationalism
2.1.2 Egalitarian nationalism
2.1.3 Sprachenpolitik als Werkzeug des nation-building
2.2 Konzeptspezifikation:
3 Drei Fälle Belarus
3.1 Sprachenpolitik und nationale Identität Belarus' bis 1994:
3.1.1 Partisanenkrieg, Tschernobyl, Kuropaty und die belarusische Identität
3.1.2 Neue Sprachenpolitik und nation-building
3.2 Lukašėnkas Sprachenpolitik und die Identität Belarus' ab 1994:
3.2.1 Sprachenpolitik als Symbolpolitik
3.2.2 Die Sprachkarte der Opposition: Sprache des Untergrunds?
3.2.3 Lukašėnkas Staatsideologie: Nationalidentität ohne Nation?
3.3 Sprachenpolitik nach der Wahl 2010: Kurswechsel oder Anpassung?
3.3.1 Lukašėnkas Sprachtaktik im Rahmen der grand strategy
3.3.2 Postsowjetischer Schwanengesang: Sprache als Faustpfand?
4 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Veränderungen der belarusischen Sprachenpolitik seit 1995 unter Präsident Aljaksandr Lukašėnka. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, welche Ursachen diesen politischen Wenden zugrunde liegen und inwiefern sie Teil einer übergeordneten "grand strategy" zur Sicherung der autokratischen Herrschaft Lukašėnkas sind.
3.1.1 Partisanenkrieg, Tschernobyl, Kuropaty und die belarusische Identität
Im Gegensatz zum westlichen Erinnerungsdiskurs zum Zweiten Weltkrieg, spielte dieser in seiner Gänze keine wesentliche Rolle in der Erinnerungskultur der Sowjetunion, sondern lediglich der Aspekt des Großen Vaterländischen Krieges vom Beginn des Unternehmens Barbarossa Juni 1941 bis zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands Mai 1945.72
Der Partisanenkrieg in der Belarusischen Sowjetrepublik während dieses Krieges spielte hierbei eine besondere Rolle, nicht nur in Belarus, sondern in der gesamten Sowjetunion und wirkt bis heute nach.73
Für die nationale Identität Belarus' spielen dabei der antifaschistische Widerstand, der Heldenmythos und die mit diesem Krieg verbundenen Erinnerungen an Massaker und Vertreibungen eine herausragende Rolle, die in Verbindung mit der Sprachen- und Symbolpolitik nach der Unabhängigkeit von erheblicher Relevanz sind.74
Den Aufzählungen Marples folgend, braucht man dafür nur auf die mannigfaltigen Gedenkmonumente verweisen, wie die Gedenkstätten der Heldenfestung Brest und Khatyns, den Kurgan Slavy (Hügel des Ruhmes), die Museen des Großen Vaterländischen Krieges und der Stalin-Linie, um nur einige zu nennen.75 Der Status Minsks als „Heldenstadt", die Wiedereinführung des Tages der Befreiung Minsks durch die Rote Armee als Nationalfeiertag und die hervorgehobene Perzeption des Themas im Schulunterricht von Belarus tun ihr übriges, die Besonderheit dieser Erinnerungen darzulegen.76
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur Sprachenpolitik in Belarus und ordnet das Thema in den post-sowjetischen Transformationskontext ein.
2 Analyseraster: nation-building & Sprachenpolitik:: Dieses Kapitel definiert die zentralen theoretischen Begriffe wie Nation, Nationalismus und "grand strategy" und etabliert das methodische Vorgehen.
3 Drei Fälle Belarus: Hier erfolgt die empirische Untersuchung der drei historischen Phasen der belarusischen Sprachenpolitik, von der Unabhängigkeit bis zur Gegenwart.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Sprachenpolitik primär ein Instrument der "grand strategy" Lukašėnkas zum Machterhalt ist und weniger ein ideologisches Projekt darstellt.
Belarus, Sprachenpolitik, nation-building, Lukašėnka, Identitätspolitik, grand strategy, postsowjetisch, Nationalismus, Autoritarismus, Russifizierung, Symbolpolitik, Belarusisch, Identitätskonstruktion, Machtpolitik, Transformation
Die Arbeit analysiert die Sprachenpolitik in Belarus seit 1995 und untersucht deren Funktion im Herrschaftssystem von Aljaksandr Lukašėnka.
Zentrale Felder sind das nation-building, die Entwicklung der nationalen Identität im postsowjetischen Raum sowie die Rolle der Sprache als politisches Machtinstrument.
Ziel ist es zu erklären, warum die Sprachenpolitik in Belarus mehrfach gewendet wurde und inwieweit diese Wenden einer strategischen Logik zur Herrschaftssicherung folgen.
Die Arbeit nutzt einen akteurszentrierten Ansatz und eine vergleichende Analyse politischer Fallbeispiele basierend auf konstruktivistischen Theorien des Nationalismus.
Der Hauptteil analysiert die historischen Phasen der belarusischen Sprachenpolitik sowie die ideologischen Fundamente des Regimes, inklusive der Rolle von Symbolpolitik.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Belarus, nation-building, Sprachenpolitik, grand strategy und Machtpolitik charakterisiert.
Die sowjetische Vergangenheit dient als wichtige Identitätsressource, die durch Lukašėnka instrumentalisiert wird, um Stabilität und Kontinuität zu suggerieren.
Es beschreibt einen ethnisch inklusiven, aber kollektivistisch geprägten Nationalismus, der den Zusammenhalt des Staates unter Lukašėnka legitimieren soll.
Seit 2010 zeigt sich eine symbolische Aufwertung der belarusischen Sprache, die jedoch als taktische Anpassung im Spannungsfeld der Beziehungen zu Russland zu deuten ist.
Sie fungiert als diplomatisches Instrument gegenüber Russland und als Mittel der internen Machtkonsolidierung, je nachdem, wie stark der Druck auf das Regime ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

