Masterarbeit, 2017
87 Seiten, Note: 1,7
Einleitung und Problemstellung
1 Forschungsstand
1.1 Anforderungen an einen Fußballspieler
1.2 Taktisches Handeln von Sportlern
1.3 Klassische Formen des Lehrens und Lernens
1.3.1 Lernmodelle
1.3.2 Lehrmodelle
1.3.3 Bewegungsmodelle
1.4 Praktische Umsetzung der Modelle
1.5 Differenzielles Lernen
1.6 Taktiktraining Allgemein
1.6.1 Klassisches Taktiktraining im Fußball
1.6.2 Differenzielles Taktiktraining im Fußball
2 Praktische Untersuchung
2.1 Problemstellung und Zielsetzung
2.2 Untersuchungsmethodik
2.2.1 Pre- und Post-Test
2.2.2 Trainingsphase der Versuchsgruppen
2.3 Ergebnisse
2.3.1 Deskriptive Statistik
2.3.2 Inferenzstatistik
3 Diskussion
4 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, ob die Vorteile des differenziellen Lernansatzes, die bereits in Techniktrainings belegt sind, auf das offensivtaktische Training im Fußball übertragen werden können. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit eine fünfwöchige Trainingsintervention nach dem differenziellen Ansatz zu einer signifikanten Verbesserung der offensivtaktischen Leistung im Vergleich zum klassischen Ansatz führt.
1.5 Differenzielles Lernen
Wie bereits beschrieben sind die klassischen Lehr- und Lernsätze im Wesentlichen auf eng gefasste, personenunabhängige Idealbewegungen ausgerichtet und versuchen diese über eine Vielzahl von Wiederholungen und Fehlerkorrekturen zu erreichen. Abweichungen von den Idealbewegungen der verschiedenen (Vor-) Übungen und Idealbewegungen werden daher als Fehler interpretiert, die es zu vermeiden gilt. Dieses Festhalten an den klassischen Lehr- und Lernsätzen im Verein, in der Schule und im Leistungssport verwundert in Anbetracht der Tatsache, dass beim motorischen Lernen die Individualität und Situativität bzw. Nicht-Wiederholbarkeit als zentrale Elemente der sportmotorischen Entwicklung schon seit Jahren in der Forschung diskutiert werden. Kreativität und Variabilität kommen im Training meist zu kurz und erhalten nur sporadisch ergänzenden Charakter. Das Einschleifen und dauerhaft wiederholte Üben eines Idealbildes bzw. einer Idealtechnik steht somit im Kontrast zu den Elementen der Individualität und Situativität bzw. Nicht-Wiederholbarkeit und bei zunehmender Perfektion dieser Vorgehensweise ist ein immer kleiner werdender Fortschritt zu beobachten, der in unverhältnismäßigem Widerspruch zum Trainingsaufwand steht. Bei ausbleibendem Erfolg und gezeigten Fehlerbildern wird dann meist der Trainingsumfang erhöht, anstatt einen eigenen, effektiven Weg zur Lösung zu finden.
Genau hier setzt das Konzept des differenziellen Lernens nach Schöllhorn an, bei dem man die vermeintlichen Fehler als individuelle Schwankungen der Bewegung und die Idealtechnik nur als eine mögliche Idee einer Lösung betrachtet. Vermeintliche Fehler der Bewegung werden beim differenziellen Lernen als Schwankungen gesehen und sollen nicht vermieden, sondern für effektives und individuelles Lernen genutzt werden. Denn Fehler sind notwendig für biologische Anpassungsprozesse und Voraussetzung für Systeme, die lernen.
Einleitung und Problemstellung: Hinführung zum Thema Fußball als Breitensport sowie theoretische Abgrenzung der Lernkonzepte.
1 Forschungsstand: Erörterung der Anforderungen an Fußballspieler, taktischer Handlungskompetenzen sowie der theoretischen Einbettung klassischer und differenzieller Lernmodelle.
2 Praktische Untersuchung: Darstellung des Versuchsdesigns, der Stichprobe und der angewandten Untersuchungsmethoden sowie Präsentation der statistischen Ergebnisse.
3 Diskussion: Interpretation der Studienergebnisse vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstandes und kritische Reflexion der Methodik.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der gewonnenen Erkenntnisse und Identifikation zukünftiger Forschungsbedarfe.
Fußball, Differenzielles Lernen, Taktiktraining, Klassisches Training, Bewegungsmodell, Offensivtaktik, Leistungsentwicklung, Trainingsintervention, Spielform, Übungsform, motorisches Lernen, Variabilität, Sportmotorik, Trainingswissenschaft, Spielintelligenz.
Die Arbeit vergleicht die Effektivität eines klassischen Taktiktrainings mit einem Taktiktraining nach dem differenziellen Ansatz im Kontext des offensiven Fußballs.
Die zentralen Felder sind die Theorie des taktischen Lernens, die methodische Gestaltung von Trainingsinterventionen und die Evaluation sportlicher Leistungsfortschritte durch empirische Tests.
Es soll geprüft werden, ob sich die positiven Effekte des differenziellen Lernansatzes, die bisher hauptsächlich im Techniktraining beobachtet wurden, auch auf die Verbesserung der taktischen Leistung im Fußball übertragen lassen.
Die Studie nutzt ein Pre-Post-Test-Design mit einer Experimental- und einer Kontrollgruppe über einen fünfwöchigen Zeitraum.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen (Lern- und Bewegungsmodelle), die detaillierte Planung der Trainingsintervention und die Auswertung der erhobenen Leistungsdaten mittels deskriptiver und inferenzstatistischer Verfahren.
Die wichtigsten Begriffe sind Fußball, Differenzielles Lernen, Taktiktraining, Leistungsentwicklung und sportmotorische Variabilität.
Da der Fußball ein hochkomplexes Spiel mit ständig wechselnden Situationen ist, wird die Relevanz individueller, anpassungsfähiger Lösungen gegenüber dem bloßen Einschleifen starrer Spielzüge betont.
Die geringe Stichprobengröße ist eine Limitation, die bei der Interpretation der Signifikanzwerte berücksichtigt wird, da hier nur sehr große Unterschiede zu statistisch signifikanten Ergebnissen führen.
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