Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Die Ethik des satirischen Schreibens
2.2 Rechtliche Einordnung der Satire in Deutschland
2.3 Performative Äußerungen und Performance-Kunst
2.4 Die Flüchtlingssituation und Angela Merkels Türkei-Deal
3 Erörterung der Forschungsfrage
3.1 Darlegung des ‚Falls Böhmermann’
3.2 Jan Böhmermanns Inszenierung – (Performance-)Kunst oder Schmähkritik?
3.3 Kunst als Opfer der Politik?
4 Fazit – Performance-Kunst mit tiefgreifenden Folgen
Anlagen
Anlage 1: Verschriftlichte Version der Schmähkritik-Performance von Jan Böhmermann
Anlage 2: In der vorliegenden Bachelorarbeit erwähnte Gesetze der Bundesrepublik Deutschland
Die Arbeit untersucht die Inszenierung Jan Böhmermanns im Kontext der sogenannten "Schmähkritik"-Affäre, um zu analysieren, inwiefern diese als Performance-Kunst zu bewerten ist, welche Rolle die Kunstfreiheit spielt und in welchem Spannungsfeld sich politisches Kalkül und künstlerische Intervention bewegen.
3.2 Jan Böhmermanns Inszenierung – (Performance-)Kunst oder Schmähkritik?
Basierend auf den bisherigen Erläuterungen wird in diesem Unterkapitel eine genauere Einordnung der Inszenierung Böhmermanns in den Bereich der Performance-Kunst vorgenommen. Außerdem wird ein Ansatz skizziert, binnen dessen eine Einordnung als Schmähkritik möglich wäre.
Wie in Kapitel 2.2 bereits erwähnt, ist eine ganzheitliche Betrachtung der Satire durch das Gericht vonnöten, um sie rechtlich einordnen zu können. Eine Problematik im Fall Böhmermann stellt dar, dass das Schmähgedicht sich schnell verselbständigte und so in vielen Fällen losgelöst vom Gesamtkontext der Inszenierung betrachtet wurde. Böhmermann kommentiert diese Entwicklung in seinem Interview mit der ZEIT vom 4. Mai persönlich, indem er ausdrücklich sagt, das Gedicht sei nur ein kleiner Teil der Performance und dürfe auf keinen Fall aus dem Zusammenhang gerissen und isoliert betrachtet werden. Und jeder, der das doch tue und das Gedicht losgelöst vom Rest der Performance betrachte, habe „nicht alle Latten am Zaun.“ Böhmermann macht damit deutlich, dass er das umstrittene Gedicht selbst nur als untergeordneten Teil der ganzen Performance ansieht. Es sei nie sein Ziel gewesen, Erdoğan zu beleidigen, was man dem plumpen und schlechten Gedicht, das mit jedes erdenkliche Vorurteil beinhaltet, wohl auch angemerkt haben sollte. Stattdessen gehe es um die Freiheit in Deutschland und deren Grenzen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der "Schmähkritik"-Affäre ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Einordnung von Jan Böhmermanns Inszenierung als Performance-Kunst.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel erläutert die ethischen Anforderungen an Satire, die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die theoretischen Konzepte von Performativität und Performance-Kunst.
3 Erörterung der Forschungsfrage: Hier wird der Fall Böhmermann chronologisch aufgearbeitet, in den Kontext der Performance-Kunst gesetzt und die politische Rolle der Bundeskanzlerin im Zusammenhang mit dem Türkei-Deal kritisch hinterfragt.
4 Fazit – Performance-Kunst mit tiefgreifenden Folgen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Böhmermann eine neue Art der künstlerischen Intervention geschaffen hat, die sowohl politische Prozesse als auch die Grenzen von Kunstfreiheit öffentlich verhandelt.
Jan Böhmermann, Schmähkritik, Satire, Performance-Kunst, Kunstfreiheit, Meinungsfreiheit, Angela Merkel, Türkei-Deal, Performativität, Gewaltenteilung, Rechtsstaat, politische Intervention, Mediensatire, Grundgesetz, Strafrecht.
Die Arbeit befasst sich mit der "Schmähkritik"-Performance von Jan Böhmermann vom 31. März 2016 und untersucht deren Status zwischen künstlerischer Freiheit und rechtlicher bzw. politischer Kontroverse.
Zentrale Themen sind die Ethik des satirischen Schreibens, die juristische Einordnung von Satire in Deutschland, die Theorie der performativen Äußerungen sowie der politische Kontext des EU-Türkei-Flüchtlingsabkommens.
Das Ziel ist es, zu ergründen, ob Böhmermanns Inszenierung als Performance-Kunst eingestuft werden kann und inwieweit politische Interessen, wie das Abkommen mit der Türkei, die Haltung der Bundesregierung beeinflusst haben.
Es wird eine theoretisch fundierte Analyse durchgeführt, die medientheoretische Ansätze (insbesondere Performanz-Theorien) mit einer Untersuchung der aktuellen politischen und juristischen Ereignisse der Affäre verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Aufarbeitung des Falls, die theoretische Einordnung als Kunstform sowie die kritische Reflexion über die Reaktion von Angela Merkel und die damit verbundenen Folgen für die Presse- und Kunstfreiheit.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Satire, Performance-Kunst, Kunstfreiheit, Meinungsfreiheit, Paragraf 103 StGB, politische Intervention und der deutsch-türkische Flüchtlingsdeal.
Böhmermann argumentiert, dass das Gedicht innerhalb des Gesamtkontexts seiner Performance eine künstlerische Intervention darstellt und nur isoliert betrachtet zur unzulässigen Schmähkritik wird, was die Intention der Performance verfälscht.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die politische Dimension des Türkei-Flüchtlingsabkommens den Handlungsspielraum der Bundesregierung einschränkte, was zur Ermittlungsfreigabe durch Angela Merkel führte und die Debatte um die Gewaltenteilung befeuerte.
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