Bachelorarbeit, 2017
43 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Grundlegendes zum Multiplikatorverfahren
2.1 Konzeption des Multiplikatorverfahrens
2.2 Ausprägungsformen des Multiplikatorverfahrens
2.3 Vorgehensweise des Multiplikatorverfahrens
2.4 Theoretische Fundierung des Multiplikatorverfahrens
3 Auswahl und Bildung von Multiplikatoren
3.1 Systematisierung der Multiplikatorkonstruktion
3.2 Probleme bei der Multiplikatorkonstruktion
3.2.1 Konsistenz der Multiplikatoren
3.2.2 Einfluss der Kapitalstruktur auf die Multiplikatoren
3.2.3 Berechnung des Fremdkapitalwertes
3.2.4 Auswahl des Bezugszeitpunkts
3.3 Vorstellung einzelner Multiplikatoren
3.4 Best-Pratice-Empfehlung zur Auswahl des Multiplikators
4 Erstellung der Peergroup
4.1 Auswahl geeigneter Vergleichsunternehmen
4.1.1 Auswahl von Vergleichsunternehmen anhand der Branchenzugehörigkeit
4.1.2 Auswahl von Vergleichsunternehmen anhand von Fundamentalfaktoren
4.2 Größe der Peergroup
5 Aggregation der Multiplikatoren
5.1 Auswahl der Verdichtungsmethode
5.2 Negative Bezugsgrößen
5.3 Verschiedene Verdichtungsfunktionen
5.4 Best-Practice-Empfehlung zur Auswahl der Verdichtungsmethode
6 Kritische Würdigung des Multiplikatorverfahrens
7 Thesenförmige Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die methodische Fundierung des Multiplikatorverfahrens, identifiziert zentrale Gestaltungsprobleme in den Bereichen der Bezugsgrößenwahl, der Auswahl vergleichbarer Unternehmen sowie der Aggregation und liefert konkrete, forschungsbasierte Anwendungsempfehlungen für die Unternehmensbewertung.
3.2.1 Konsistenz der Multiplikatoren
Einer der wichtigsten Punkte bei der Konstruktion eines Multiplikators ist es zu überprüfen, ob Zähler (Referenzgröße) und Nenner (Bezugsgröße) konsistent definiert sind. Konsistent bedeutet in diesem Fall, dass sich die Bezugs- und die Referenzgröße auf die gleiche Basis beziehen müssen. Wenn sich die Bezugsgröße auf das Eigenkapital bezieht, dann darf als Referenzgröße nur das Eigenkapital des Unternehmens herangezogen werden. Auf der anderen Seite muss sich, wenn sich die Bezugsgröße auf den gesamten Unternehmenswert bezieht, die Referenzgröße auch auf den gesamten Unternehmenswert beziehen. Aufgrund dieses Zusammenhangs leitet sich die Referenzgröße aus der Wahl der Bezugsgröße ab und bestimmt, ob ein Entity- oder Equitymultiplikator vorliegt.
Zur besseren Veranschaulichung wird ein Multiplikator herangezogen, der nicht konsistent definiert ist, z. B. der Preis/EBIT-Multiplikator. Die Referenzgröße ist definiert als Aktienkurs, multipliziert mit der Anzahl an ausgegebenen Aktien, die Basis hierfür ist das Eigenkapital. Die Bezugsgröße EBIT bestimmt sich als Gewinn des Unternehmens vor den Ansprüchen der Fremdkapitalgeber und des Staates. Da die Ansprüche der Fremdkapitalgeber hier noch nicht abgezogen worden sind, ist die Basis der gesamte Firmenwert. Welches Problem stellt sich nun, wenn dieser Multiplikator für alle Firmen gleichermaßen verwendet wird?
Das größte Problem eines inkonsistenten Multiplikators sind unterschiedliche Verschuldungsgrade der Firmen. Firmen mit einem hohen Verschuldungsgrad können den gleichen Preis/EBIT-Multiplikator haben wie Firmen mit einem niedrigen Verschuldungsgrad. Daher könnten Firmen mit einem hohen Verschuldungsgrad unterbewertet und Firmen mit einem niedrigen Verschuldungsgrad überbewertet aussehen.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Beliebtheit und Kritik des Multiplikatorverfahrens ein und definiert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Bezugsgrößen, Vergleichsunternehmen und Verdichtungsmethoden.
2 Grundlegendes zum Multiplikatorverfahren: Hier wird die Konzeption und Vorgehensweise erläutert sowie das Verfahren theoretisch über das Discounted-Cash-Flow-Modell fundiert.
3 Auswahl und Bildung von Multiplikatoren: Das Kapitel behandelt die Systematisierung der Konstruktion, die Bedeutung von Konsistenz, den Einfluss der Kapitalstruktur und liefert Empfehlungen zur Auswahl passender Multiplikatoren.
4 Erstellung der Peergroup: Hier werden Methoden zur Auswahl vergleichbarer Unternehmen anhand von Branchenzugehörigkeit und Fundamentaldaten sowie Fragen zur optimalen Größe der Peergroup diskutiert.
5 Aggregation der Multiplikatoren: Dieses Kapitel analysiert verschiedene statistische Verdichtungsmethoden wie das arithmetische, harmonische und geometrische Mittel sowie den Umgang mit negativen Bezugsgrößen.
6 Kritische Würdigung des Multiplikatorverfahrens: Das Kapitel fasst konzeptionelle Schwierigkeiten, Gestaltungsmöglichkeiten und die Rolle der Informationseffizienz bei der Anwendung des Verfahrens kritisch zusammen.
7 Thesenförmige Zusammenfassung: Diese Sektion bietet eine kompakte Übersicht der erarbeiteten Anwendungsempfehlungen für die verschiedenen Phasen des Bewertungsprozesses.
Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, Equitymultiplikator, Entitymultiplikator, Peergroup, Bezugsgröße, Kapitalstruktur, Verdichtungsmethode, KGV, KBV, Branchenklassifikation, Fundamentalfaktoren, Marktwert, Fremdkapital, Prognosegenauigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Fundierung des in der Praxis populären Multiplikatorverfahrens zur Unternehmensbewertung.
Die zentralen Themen sind die Auswahl von Bezugsgrößen, die Bildung einer geeigneten Vergleichsgruppe (Peergroup) und die mathematisch korrekte Aggregation der Multiplikatoren.
Das Ziel ist es, konkrete, theoretisch fundierte Anwendungsempfehlungen für die drei genannten Problembereiche des Multiplikatorverfahrens zu geben.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung über DCF-Modelle sowie die Auswertung empirischer Studien zur Prognosegenauigkeit verschiedener Multiplikatoren.
Im Hauptteil werden die Konstruktion von Multiplikatoren, der Einfluss der Kapitalstruktur, Methoden der Peergroup-Erstellung und die Vor- und Nachteile verschiedener statistischer Verdichtungsfunktionen detailliert untersucht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, Peergroup-Bildung und statistische Aggregation charakterisiert.
Eine inkonsistente Definition führt dazu, dass sich Referenz- und Bezugsgröße auf unterschiedliche Kapitalbasen beziehen, was bei Unternehmen mit variierenden Verschuldungsgraden zu gravierenden Fehlbewertungen führt.
Das arithmetische Mittel ist sehr anfällig für Ausreißer, die das Bewertungsergebnis stark verzerren können, da keine robusten Korrekturmechanismen vorhanden sind.
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