Masterarbeit, 2017
147 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundlegende Theorie und Definitionen
2.1.1 Rückenschmerzen
2.1.2 Sportwissenschaftliche Grundlagen
2.1.3 Rückenschmerzen und mögliche physiologische Zusammenhänge
2.2 Therapieansatz bei chronischen Rückenschmerzen
2.2.1 Multimodale Interdisziplinäre Schmerztherapie
2.2.2 Ziele einer multimodalen, interdisziplinären Schmerztherapie
2.2.3 Evidenz multidisziplinärer Therapien
2.4 Multimodale interdisziplinäre Therapie als Intervention
2.4.1 Intervention
2.4.2 Work-Hardening
2.5 Zur Fragestellung
2.5.1 Forschungsstand und Erkenntnisse der untersuchten Parameter
2.5.2 Fragestellungen
3 Methoden
3.1 Hypothesen, Studiendesign und Untersuchungsplanung
3.1.1 Hypothesen
3.1.2 Studiendesign
3.1.3 Einschlusskriterien und Ausschlusskriterien
3.1.4 Variablen
3.1.5 Zeitplan
3.1.6 Setting
3.2 Parameter und Testverfahren
3.2.1 Progressive Isoinertial Lifting Evaluation (PILE)
3.2.2 Funktionsfragebogen Hannover (FFbH-R)
3.2.3 Short Form-36 (SF-36)
3.2.4 Schmerzstärke: Numerische Rating-Skala (NRS)
3.3 Datengewinnung
3.3.1 Erhebung
3.3.2 Aufbereitung
3.3.3 Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Stichprobe
4.2 Erhebungszeitraum 1
4.2.1 Deskriptive Statistik
4.2.2 Schließende Statistik: Korrelationen
4.3 Erhebungszeitraum 2
4.3.1 Deskriptive Statistik
4.3.2 Schließende Statistik: Korrelationen
4.4 Veränderungen vom 1. zum 2. Erhebungszeitraum
4.4.1 Deskriptive Statistik
4.4.2 Schließende Statistik: Mittelwertunterschiede
4.5 Zusätzliche Auswertungen
5 Diskussion
5.1 Einordnung der Ergebnisse in die aktuelle Forschung: Zusammenhänge der Parameter
5.2 Einordnung der Ergebnisse in die aktuelle Forschung: Veränderungen der Parameter
5.3 Weitere Schlussfolgerungen
5.4 Mögliche Erklärungsansätze
5.5 Methodenkritik
5.6 Ausblick
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Effekte und Zusammenhänge einer multimodalen, interdisziplinären Therapie bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwiefern funktionelle Hebefähigkeit, alltagsbezogene Funktionskapazität, Lebensqualität und Schmerzstärke durch diese Therapie beeinflusst werden und wie diese Parameter untereinander korrelieren.
Angstvermeidungsverhalten bei Rückenschmerzen
Eine der vielen möglichen Ursachen für wiederkehrende Rückenschmerzen sind das Unterlassen von bestimmten, schmerzhaften Bewegungen und Belastungen (Michael Pfingsten, 2005). Untersuchungen zeigten, dass angstbesetzte Bewegungen automatisch vermieden werden (Vlaeyen, Kole-Snijders, Boeren, & van Eek, 1995). Dieses Einschränken von Bewegungen im Zusammenhang mit psychologischen Mechanismen gilt vor allem als Beitrag zur Chronifizierung des Schmerzes. Das gänzliche Vermeiden von Bewegung aufgrund von Angst vor Schmerzen ist der Gipfel dieses sogenannten „Angstvermeidungsverhaltens“.
In der weiteren Konsequenz bedeutet dieses ein zunehmendes Beeinträchtigungserleben, wodurch Rückenschmerzen auch ein Problem der Bedeutungsgebung, also kognitiver Bewertungsprozesse, sind (Michael Pfingsten, 2005). Auch Kiselev unterstreicht, dass kognitive Aspekte und eine positive Beeinflussung des Angstvermeidungsverhaltens eine entscheidende Rolle für den Therapieerfolg spielen (Kiselev, 2006). Das Angstvermeidungs-Modell (Fear-Avoidance-Modell) beschreibt den chronischen Status als eine gelernte Konsequenz, die sich aus einer angstmotivierten Vermeidung von Bewegung und Belastung ergibt (Michael Pfingsten, 2005). Darüber hinaus spielen Sturzängste möglicherweise eine im Alter zunehmende Rolle bei der Reduzierung der Aktivitäten (Leonhardt & Laekeman, 2010).
Multimodale Therapien sind besonders bei LBP-Patienten mit ausgeprägtem Vermeidungsverhalten (Hildebrandt & Pfingsten, 2009) erfolgreich. Patienten müssen erfahren, dass Bewegung und Belastung nicht schaden, sondern notwendig sind. Es müssen vielfältige Therapiebausteine entwickelt werden, die interdisziplinär abgestimmt sind und Motivationsstrategien beinhalten (Leonhardt & Laekeman, 2010). Das Angstvermeidungs-Modell beinhaltet wichtige Implikationen für den Umgang mit Rückenschmerzen und das therapeutische Vorgehen (Michael Pfingsten, 2005). Dazu gehören die Vermeidung negativer Erwartungseffekte, Konfrontation und die Behandlung nach den Prinzipien der Angsttherapie. Dieser psychologische Therapieansatz ist in einem multiprofessionellen Konzept integriert. Ein gemeinsames Vorgehen unter einem übergeordneten integrativen Konzept der funktionellen Wiederherstellung auf verschiedenen Ebenen ist geprägt durch eine Konfrontation von angstbesetzten Belastungen (Hildebrandt & Pfingsten, 2009).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Epidemiologie und hohe Relevanz von chronischen Rückenschmerzen sowie die Komplexität ihrer Pathophysiologie.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert chronische Rückenschmerzen, diskutiert Rumpfmuskelsysteme und erläutert das Konzept sowie die Evidenz multimodaler interdisziplinärer Schmerztherapien (MMST).
3 Methoden: Hier werden das Studiendesign, die Hypothesen, die eingesetzten Testverfahren wie PILE und FFbH-R sowie der Ablauf der Datenerhebung detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die empirischen Daten zur Stichprobe sowie die deskriptiven und schließenden statistischen Ergebnisse zu den Erhebungszeiträumen t1 und t2.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden in den Kontext aktueller Forschung eingeordnet, methodenkritisch reflektiert und um Schlussfolgerungen sowie einen Ausblick ergänzt.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit hinsichtlich der Wirksamkeit der MMST und der Zusammenhänge zwischen den untersuchten Parametern.
Chronische Rückenschmerzen, Multimodale interdisziplinäre Schmerztherapie, MMST, Funktionskapazität, PILE, Hebefähigkeit, Lebensqualität, SF-36, FFbH-R, Angstvermeidungsverhalten, Fear-Avoidance-Modell, Rehabilitation, Sporttherapie, Schmerzstärke, Rückenzentrum
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung von chronischen Rückenschmerzen und der Wirksamkeit einer multimodalen, interdisziplinären Schmerztherapie (MMST) bei betroffenen Patienten.
Die Arbeit verknüpft sportwissenschaftliche Aspekte (Leistungsfähigkeit, Hebefähigkeit) mit psychologischen Faktoren (Angstvermeidung) und medizinischen Therapieansätzen in einem interdisziplinären Setting.
Ziel ist es, die Auswirkungen einer vierwöchigen MMST auf die Hebefähigkeit, die Funktionskapazität im Alltag, die Lebensqualität und die Schmerzstärke bei Patienten zu analysieren.
Die Arbeit nutzt eine empirische Längsschnittstudie mit Datenerhebungen zu zwei Zeitpunkten (t1 vor und t2 nach der Therapie) sowie Korrelationsanalysen zur Untersuchung von Zusammenhängen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Schmerzproblematik, die Darstellung der therapeutischen Interventionen (z.B. Work-Hardening) und die statistische Auswertung der klinischen Daten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Chronische Rückenschmerzen, MMST, PILE, Funktionskapazität, Lebensqualität und Rückenzentrum charakterisiert.
Der PILE-Test (Progressive Isoinertial Lifting Evaluation) dient als objektiver Maßstab für die funktionelle Hebefähigkeit und Arbeitsleistung der Patienten unter kontrollierten Bedingungen.
Ja, die Autorin stellt fest, dass bei Frauen und Männern teilweise unterschiedliche Korrelationen zwischen den Schmerzparametern und der physischen Leistungsfähigkeit bestehen, was durch unterschiedliche Bewältigungsstrategien oder das Angstvermeidungsverhalten erklärt werden könnte.
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