Diplomarbeit, 2003
90 Seiten, Note: 1,3
1) Einleitung
2) Typologie und Definition von Wahlkampf
3) Forschungsstand
4) Modernisierung und/oder Amerikanisierung von Wahlkämpfen
4.1) Was bedeutet Amerikanisierung von Wahlkämpfen?
4.2) Strukturunterschiede zwischen Deutschland und den USA
4.3) Die kulturellen Unterschiede
5) Elemente der Modernisierung
6) Rückblick auf die Bundestagswahlen 1998 und 2002
6.1) Bundestagswahl 1998 – Wer zu spät geht, den bestraft der Wähler
6.2) Bundestagswahl 2002 – Mit einem blauen und grünen Auge davon gekommen
7) Personalisierung von Wahlkampf
7.1) Definition von Personalisierung
7.2) Wer personalisiert und warum?
7.2.1) Personalisierung der Wahlkampfführung
7.2.2) Personalisierung der Medienberichterstattung
7.2.3) Personalisierung der Wählerschaft
7.3) Personalisierung im SPD-Wahlkampf 1998
7.4) Personalisierung im SPD-Wahlkampf 2002
7.5) Fazit des Kapitels
8) Professionalisierung von Wahlkampf
8.1) Definition und Untersuchungsgegenstand
8.2) Der Wahlkampf 1998
8.2.1) Interne Strukturen und Instrumente
8.2.2) Externe Strukturen und Instrumente
8.2.3) Fazit der Kampagne 1998
8.3) Der Wahlkampf 2002
8.3.1) Interne Strukturen und Instrumente
8.3.2) Externe Strukturen und Instrumente
8.3.3) Fazit der Kampagne 2002
8.4) Fazit des Kapitels
9) Mediatisierung von Wahlkampf
9.1) Definition und Untersuchungsgegenstand
9.2) Der Wahlkampf 1998
9.3) Der Wahlkampf 2002
9.4) Fazit des Kapitels
10) Entideologisierung von Wahlkampf
10.1) Definition und Untersuchungsgegenstand
10.2) Der Wahlkampf 1998
10.3) Der Wahlkampf 2002
10.4) Fazit des Kapitels
11) Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Modernisierung von Wahlkämpfen anhand der SPD-Kampagnen zu den Bundestagswahlen 1998 und 2002, um herauszuarbeiten, welche Modernisierungsaspekte bestehen und wie diese sich empirisch darstellen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob es sich um eine tatsächliche Fortentwicklung der Kampagnentechniken handelt oder ob lediglich altbekannte Methoden in einen modernen Kontext übertragen wurden.
4.2) Strukturunterschiede zwischen Deutschland und den USA
„Das US-amerikanische Modell einer Mediendemokratie galt lange Zeit als Rollenmodell des Wandels in modernen westlichen Demokratien. Erst in den neunziger Jahren begannen vor allem europäische Forscher zu fragen, ob die US-amerikanische Mediendemokratie tatsächlich ein generalisierbares Entwicklungsmodell darstellt. Zweifel wurden laut, weil die politischen Institutionen und politischen Kulturen einerseits sowie das Mediensystem und die Kultur des Journalismus andererseits in unterschiedlichen Ländern beträchtlich variieren.“ (Pfetsch 2001: 28) Die von verschiedenen Autoren (Swanson 1992, Pfetsch;Schmitt-Beck 1994, Negrine;Papathanassopulos 1996, Farrell 1996, Plasser 2000) thematisierten strukturellen Unterschiede im politischen und medialen System machen es sinnvoll, von Wahlkampfmodernisierung zu sprechen.
Den markanten Unterschied zwischen den USA und der BRD bildet das präsidentielle Regierungssystem im Vergleich zum repräsentativen deutschen Parlamentarismus. Der Präsident, in einem zweistufigen System von den Wahlmännern der Bundesstaaten gewählt, ist von den Kammern weniger abhängig als der deutsche Regierungschef, der aus der Mitte des Bundestages heraus gewählt wird. Anders als in den USA werden die Kanzlerkandidaten nicht in Vorwahlen (primaries) bestimmt.
1) Einleitung: Analyse des Wahlsiegs der SPD 1998 und der Regierungsverteidigung 2002 unter Berücksichtigung der neuen Kampagnenentwicklung.
2) Typologie und Definition von Wahlkampf: Abgrenzung des Forschungsgegenstands und Definition des Wahlkampfes als programmatische und mediale Auseinandersetzung.
3) Forschungsstand: Überblick über die wissenschaftliche Literatur zur Wahlforschung und zu spezifischen Modernisierungsaspekten von Kampagnen.
4) Modernisierung und/oder Amerikanisierung von Wahlkämpfen: Diskussion der wissenschaftlichen Debatte über die Angleichung deutscher Wahlkämpfe an das US-amerikanische Modell.
5) Elemente der Modernisierung: Kurze Darstellung der Kategorien Professionalisierung, Mediatisierung, Personalisierung und Entideologisierung.
6) Rückblick auf die Bundestagswahlen 1998 und 2002: Empirisch-analytischer Rückblick auf die Ergebnisse und Bestimmungsfaktoren beider Wahlen.
7) Personalisierung von Wahlkampf: Analyse der Personalisierungsstrategien auf den Ebenen der Kampagnenführung, Medienberichterstattung und Wählerschaft.
8) Professionalisierung von Wahlkampf: Untersuchung der internen Organisationsstrukturen und der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern in den Wahlkämpfen 1998 und 2002.
9) Mediatisierung von Wahlkampf: Betrachtung der Ausrichtung der SPD-Kampagnen auf die Bedürfnisse der Massenmedien und die Grenzen der medialen Steuerbarkeit.
10) Entideologisierung von Wahlkampf: Analyse der Parteitagsreden von Gerhard Schröder zur Frage, ob eine inhaltliche Entideologisierung zugunsten universeller Kompetenzfestschreibungen stattgefunden hat.
11) Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Modernisierungsprozesse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Wahlkampfmanagements.
Wahlkampfmodernisierung, Amerikanisierung, Personalisierung, Professionalisierung, Mediatisierung, Entideologisierung, SPD, Bundestagswahl 1998, Bundestagswahl 2002, Gerhard Schröder, politische Kommunikation, Parteien, Wahlstrategie, Medienlogik, Kampagnenmanagement.
Die Arbeit analysiert die Modernisierung der Wahlkampfführung der SPD bei den Bundestagswahlen 1998 und 2002 unter den Aspekten der Professionalisierung, Personalisierung, Mediatisierung und Entideologisierung.
Die Arbeit behandelt die Debatte um die Amerikanisierung versus Modernisierung von Wahlkämpfen, die strategische Ausrichtung der Kanzlerkandidaten und die organisatorische Effizienz der Wahlkampfzentralen.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, worin die Modernisierungsaspekte bei den gewählten Fallbeispielen bestehen und ob es sich dabei um eine neue Qualität der Wahlkampftechnik handelt.
Der Autor wählt einen funktionalistischen Ansatz, der zeitgeschichtlich-deskriptive Analysen mit einer faktorenspezifischen Untersuchung kombiniert, ergänzt durch die Auswertung von Parteimaterialien und Interviews mit Wahlkampfstrategen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Modernisierungsphänomene Personalisierung, Professionalisierung, Mediatisierung und Entideologisierung, jeweils bezogen auf die konkrete Ausgestaltung der SPD-Kampagnen 1998 und 2002.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahlkampfmodernisierung, Personalisierung, Mediatisierung, SPD-Kampagnen und strategisches Kampagnenmanagement charakterisiert.
Die Arbeit stellt fest, dass die Kampa 1998 durch ihren Neuigkeitswert und die klare Auslagerung aus dem Parteivorstand strategische Vorteile hatte, während 2002 die interne Konkurrenz zwischen Parteizentrale, Kanzleramt und Kampa 02 die Effizienz beeinträchtigte.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass zwar US-amerikanische Techniken genutzt werden, aufgrund struktureller und kultureller Unterschiede jedoch keine vollständige Amerikanisierung vorliegt, sondern eher eine Modernisierung.
Das Internet wird als zunehmend bedeutendes, aber in den untersuchten Wahljahren noch in der Entwicklung steckendes Instrument für die interne parteiinterne Vernetzung und die beschleunigte Kommunikation gewertet.
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