Bachelorarbeit, 2016
55 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Potentiale von Webvideos – Lernen mit YouTube
2.1 Bedeutung von Webvideos
2.2 Video als Lernmedium
2.3 YouTube als Bildungsressource
2.4 YouTube als Social Community
3 Lehr- und Lerntheoretische Hintergründe
3.1 Lernen am Modell
3.2 Konstruktivismus – Lernen als Konstruktion
3.3 Konnektivismus – Lernen in Netzwerken
3.4 Zusammenfassende Bewertung
4 Aspekte des Übergangsgeschehens benachteiligter Jugendlicher
4.1 Belastungsfaktoren sozial benachteiligter Jugendlicher
4.2 Probleme im Übergangssystem
4.3 Unterstützungsangebote
5 Emotionales Selbstmanagement mit Klopfakupressur
5.1 Wirksamkeit energetischer Psychologie
5.2 EFT – Emotional Freedom Techniques
5.3 Online-Ressourcen zu EFT
6 Mediendidaktische Begründung der Lernumgebung
6.1 Online-Lernen – Vorteile digitaler Medien
6.2 Die Einrichtung SINA
6.3 Teilnehmerinnen und Zielgruppe
6.4 Konzeption der Lernumgebung
6.4.1 Entwicklung von Erklärvideos
6.4.2 Kollaboratives Lernen mit YouTube
6.4.3 Online-tutorielle Lernbegleitung
7 Zusammenfassung und Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Konzepts für eine niederschwellige Lernplattform auf YouTube, die benachteiligten jungen Frauen in der Berufsvorbereitung durch die Vermittlung der Klopfakupressur-Methode (EFT) dabei helfen soll, ihre Stresskompetenz zu stärken und somit ihre Ausbildungsfähigkeit zu verbessern. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, inwiefern Erklärvideos und die soziale Dynamik von YouTube als Lernumgebung zur persönlichen Stabilisierung dieser Zielgruppe beitragen können.
3.1 Lernen am Modell
Innerhalb der Medienpädagogik wurde die Wirkung von Medien auf Menschen ausführlich untersucht (vgl. de Witt & Czerwionka 2013: 22). Albert Bandura, Begründer der sozial-kognitiven Lerntheorie und Psychologe, wies 1961 in einem bekannten Laborexperiment zu Sozialverhalten einen Zusammenhang zwischen Beobachtung anderer Individuen und den Lernprozessen der Beobachtenden nach (vgl. ebd. 2013: 22). In dem Experiment „Bobo Doll“ wurden unterschiedlichen Gruppen von Kindern in einem Film sich aggressiv verhaltende Modelle, d. h. Erwachsene, die eine Puppe schlagen, Modelle, die sich nicht aggressiv verhielten bzw. kein Modell präsentiert (vgl. Stangl 2016b). In einer sich anschließenden Spielsituation zeigten auffallend viele jener Kinder aggressives Verhalten, die das aggressive Modell zuvor beobachtet hatten. In dem Ergebnis zeigte sich deutlich, dass Menschen lernen, wenn sie andere beobachten (vgl. Niegemann, Domagk & Hessel 2007: 267).
Das Modelllernen bezeichnet das Lernen durch Beobachtung und Imitation von Vorbildern bzw. Modellen (vgl. Euler 2001: 18). Neben Personen können auch Filme oder Texte Modellfunktion übernehmen. Videos haben das Potential, durch ihre realistische Darstellung „Veränderungen im Denken und Verhalten der Zuschauer zu bewirken und können so zur Vermittlung von prozeduralem Wissen eingesetzt werden.“ (Niegemann, Domagk & Hessel 2007: 267). Vohle und Reinmann machen darauf aufmerksam, dass das Lernen am Modell als eine frühe Form des Videoeinsatzes betrachtet werden kann, die auch heute noch angewendet wird (vgl. Vohle & Reinmann 2012: 415). Zur Sichtbarkeit von Vorbildern stellt Döring fest, dass bei Erklärvideos, die gesundheitsbezogene Handlungen zeigen, die Person eine Vorbildfunktion hat und von hoher Bedeutung ist (vgl. Döring 2014: 297).
Wie Abb. 5 zeigt, unterscheidet Bandura vier zentrale Schritte als Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit es zum Lernen durch Beobachtung kommt: Am Anfang stehen Aufmerksamkeitsprozesse, das heißt, was bemerkt wird, kann auch gelernt werden. Angewendet auf das in Kapitel 6 dargestellte Konzept wird Aufmerksamkeit durch das bei der Zielgruppe lebensweltnahe und beliebte Medium Video auf YouTube erzeugt. Des Weiteren werden Behaltensprozesse durch mehrfaches Abspielen und Betrachten von Videos forciert (vgl. hierzu Kap. 2.2). Findet im YouTube-Kommentarforum ein Austausch über die Videoinhalte statt, kann dies das Abspeichern im Gedächtnis begünstigen (vgl. hierzu Kap. 6.4.2).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Situation benachteiligter Jugendlicher beim Übergang in das Berufsleben und definiert das Ziel der Arbeit, ein niederschwelliges, videobasiertes Unterstützungsangebot auf YouTube zu entwickeln.
2 Potentiale von Webvideos – Lernen mit YouTube: Dieses Kapitel analysiert die hohe Verbreitung von Webvideos bei Jugendlichen und stellt dar, warum YouTube als Bildungsressource und soziale Community einen idealen Ort für informelles Lernen bietet.
3 Lehr- und Lerntheoretische Hintergründe: Hier werden theoretische Ansätze wie das Modelllernen, der Konstruktivismus und der Konnektivismus herangezogen, um den mediendidaktischen Rahmen für das geplante Lernkonzept wissenschaftlich zu begründen.
4 Aspekte des Übergangsgeschehens benachteiligter Jugendlicher: Das Kapitel arbeitet die psychischen und sozialen Belastungsfaktoren der Zielgruppe heraus und zeigt auf, dass herkömmliche Unterstützungsangebote oft an der Lebenswelt der Betroffenen vorbeigehen.
5 Emotionales Selbstmanagement mit Klopfakupressur: Hier wird die Methode der Emotional Freedom Techniques (EFT) als niederschwellige und leicht erlernbare Selbsthilfetechnik zur Stressbewältigung bei Jugendlichen vorgestellt.
6 Mediendidaktische Begründung der Lernumgebung: Dieses Kapitel führt die bisherigen Erkenntnisse zusammen und konzipiert die konkrete YouTube-Lernumgebung inklusive der didaktischen Gestaltung von Erklärvideos, kollaborativen Lernprozessen und tutorieller Begleitung.
7 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das Konzept das Potential hat, durch die Verknüpfung von moderiertem Online-Lernen und bewährten Methoden einen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Kompetenzentwicklung der Zielgruppe zu leisten.
Benachteiligte Jugendliche, Übergang Schule-Beruf, YouTube, Webvideos, Erklärvideos, Klopfakupressur, EFT, Stressmanagement, Mediendidaktik, Konstruktivismus, Konnektivismus, Online-Lernen, Selbstfürsorge, Jugendberufshilfe, soziale Integration.
Die Arbeit entwickelt ein Konzept für eine niederschwellige Lernplattform auf YouTube, die benachteiligte junge Frauen in der Berufsvorbereitung dabei unterstützen soll, Stress abzubauen und ihre psychische Stabilität durch die Methode der Klopfakupressur (EFT) zu fördern.
Die zentralen Felder sind die Nutzung von Webvideos und YouTube als Lernumgebung, theoretische Ansätze des digitalen Lernens (Konstruktivismus, Konnektivismus), die Lebenssituation benachteiligter Jugendlicher am Übergang Schule-Beruf sowie die Anwendung von EFT zur Gesundheitsförderung.
Das Ziel ist es, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob ein durch Erklärvideos und eine soziale Community wie YouTube unterstütztes Lernangebot benachteiligten Jugendlichen helfen kann, Stress besser zu bewältigen und somit ihre allgemeine Ausbildungsfähigkeit zu steigern.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Anwendung lerntheoretischer Modelle auf digitale Medien. Zudem wird ein didaktisches Konzept entworfen, das die Bedürfnisse der Zielgruppe in den Mittelpunkt stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Mediennutzung, die theoretische Fundierung des Lernens mit Videos, die Darstellung der Belastungssituation der Zielgruppe sowie die konkrete Ausarbeitung der Lernumgebung, inklusive der Erstellung von Erklärvideos und der Gestaltung eines moderierten Kommentarforums.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie benachteiligte Jugendliche, Stresskompetenz, YouTube-Lernumgebung, EFT, Gesundheitsförderung und mediendidaktisches Design geprägt.
YouTube ist das beliebteste Internetangebot der Jugendlichen, bietet einen niederschwelligen Zugang und ermöglicht durch die Kommentarfunktion sowie die Nähe zu beliebten YouTubern ein kollaboratives und motivierendes Lernklima, das informelles Lernen fördert.
Die Lernbegleitung soll über ein moderiertes Kommentarforum stattfinden. Dabei wird der Fokus auf eine motivierend-emotionale Ansprache gelegt, um Austausch anzuregen und soziale Präsenz zu erzeugen, während destruktive Kommentare durch eine fachkundige Mitarbeiterin geprüft werden.
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