Examensarbeit, 2000
92 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION VON ANGST
2.1 Umschreibungsversuche
2.2 Abgrenzung von anderen Emotionen
2.2.1 Unterscheidung: Angst - Furcht
2.2.2 Unterscheidung: Angst - Stress
2.2.3 Unterscheidung: Angst - Ärger/ Zorn/ Wut
2.2.4 Unterscheidung: Angst - Ängstlichkeit
3 FORMEN DER ANGST
3.1 Allgemeine Kategorien
3.1.1 Angepasste und unangepasste Ängste
3.1.2 Angeborene und erworbene Ängste
3.1.3 Erwartungsängste
3.1.4 Soziale Ängste
3.1.5 Angstkonflikt
3.2 Spezifische Ängste
3.2.1 Angst vor körperlicher Verletzung und Schmerz
3.2.2 Angst vor Misserfolg und den Folgen des Versagens
3.2.3 Angst vor Blamage
3.2.4 Angst vor dem Unbekannten
4 ANGSTENTSTEHUNG UND IHRE URSACHEN
4.1 Wissenschaftliche Angsttheorien
4.1.1 Physiologischer Erklärungsansatz
4.1.2 Psychoanalytischer Ansatz
4.1.3 Lern- und verhaltenstheoretischer Ansatz
4.1.4 Theorie der kognitiven Interpretation
4.2 Angstentstehung im Sozialisationsprozess
4.2.1 Primäre Sozialisation
4.2.1.1 Familiäre Bedingungen
4.2.1.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation
4.2.1.3 Die Stellung in der Geschwisterreihe
4.2.2 Sekundäre Sozialisation
4.2.2.1 Leistungs- und Konkurrenzprinzip
4.2.2.2 Die Rolle des Lehrers
4.2.2.3 Die Rolle des Klassenverbands
5 ANGSTSYMPTOME
5.1 Physiologische Veränderungen
5.2 Motorische Kennzeichen
5.3 Verhaltenssignale
6 WISSENSCHAFTLICHE ANGSTDIAGNOSTIK
6.1 Rating- Verfahren
6.2 Eigenschaftslisten
6.3 Fragebogen- Verfahren
6.4 Konkrete Beispiele
7 AUSWIRKUNGEN VON SPORTANGST
7.1 Auswirkungen auf die Motorik
7.2 Auswirkungen auf sportliche Leistungen
7.3 Auswirkungen auf die Persönlichkeit
7.4 Sonstige Auswirkungen
7.5 Resümee
8 ANGSTBEWÄLTIGUNG
8.1 Fremdregulation
8.1.1 Maßnahmen in der Familie
8.1.2 Möglichkeiten des Lehrers
8.1.2.1 Voraussetzungen
8.1.2.2 Methodische Maßnahmen
8.1.2.3 Psychologisch - pädagogische Maßnahmen
8.1.2.4 Zwischenresümee
8.2 Umweltveränderung
8.2.1 Verminderung von Unsicherheit
8.2.2 Verminderung der Bedeutung des Handlungsergebnisses
8.3 Selbstregulation
8.3.1 Somatische Verfahren
8.3.2 Kognitive Verfahren
8.4 Grenzen der Angstbewältigung
8.5 Resümee
9 ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Angst im schulischen Sportunterricht, um ein tieferes Verständnis für dessen Entstehung, Erscheinungsformen und Auswirkungen auf die Schüler zu gewinnen und daraus pädagogisch fundierte Möglichkeiten zur Angstbewältigung abzuleiten.
3.2.2 Angst vor Misserfolg und den Folgen des Versagens
Eine andere weit verbreitete Angst stellt die Angst vor Misserfolg dar. Erfahrungen werden als Erfolg bzw. Misserfolg gewertet, wenn sich eine bestimmte subjektiv Leistungserwartung bestätigt bzw. nicht erfüllt. Die Diskrepanz zwischen subjektiver Erwartung und objektiver Leistung ist demnach entscheidend. Dabei setzt sich das Individuum ein Anspruchsniveau. Der Drang zur Erhöhung des eigenen Anspruchsniveaus sowie die Angst vor Misserfolg ergeben sich nach KOHL aus der Tendenz des Individuums, „das Ich - Niveau möglichst hoch zu halten“.36 Diese Tendenz begründet sich in Konkurrenz und Leistungsdruck, denen der Schüler im Unterricht ausgesetzt ist. Die Folge ist, dass sich das Anspruchsniveau nicht nur aus eigenen vorausgegangenen Leistungen ergibt, sondern dass sich der Schüler ebenso an den Leistungen anderer Gruppenmitglieder orientiert. Demzufolge können so aber auch Leistungen, die eigentlich über dem eigenen Anspruchsniveau liegen, als Misserfolge bewertet werden, wenn diese unter dem Niveau der anderen Klassenkameraden liegen.
Diese Umstände bergen die Gefahr, dass das Erleben ständiger Misserfolge Angst vor weiteren Misserfolgen und Minderwertigkeitskomplexe hervorruft. Dies wiederum beeinflusst zukünftige Leistungen negativ, was erneut zu einer Verstärkung des Misserfolgs führt. Es kann so eine Art Teufelskreis entstehen, der nur schwer unterbrochen werden kann.37 Dieser „Strudel“, in den der Schüler unter Umständen gerät, wird nachhaltig die Motivation mindern und die Freude am Sport nehmen.
Folgende Zeichnung38 veranschaulicht die oben genannten Zusammenhänge.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet Angst als alltägliches Phänomen und betont die Bedeutung von Angst im Schulsport sowie das Ziel, Entstehungsformen und Bewältigungsmöglichkeiten zu untersuchen.
2 DEFINITION VON ANGST: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Annäherung an den Angstbegriff und grenzt ihn von verwandten emotionalen Zuständen wie Furcht, Stress, Ärger und Ängstlichkeit ab.
3 FORMEN DER ANGST: Es werden verschiedene Kategorien allgemeiner und spezifischer Ängste (wie Angst vor Verletzung, Misserfolg, Blamage und Unbekanntem) im sportlichen Kontext erläutert.
4 ANGSTENTSTEHUNG UND IHRE URSACHEN: Die Kapitel analysieren wissenschaftliche Angsttheorien (physiologisch, psychoanalytisch, lern- und verhaltenstheoretisch, kognitiv) und beleuchten den Einfluss von Sozialisationsprozessen auf die Angstentwicklung.
5 ANGSTSYMPTOME: Es wird auf die Symptomatik von Angst eingegangen, wobei physiologische, motorische und verhaltensbezogene Anzeichen für den Unterricht aufgezeigt werden.
6 WISSENSCHAFTLICHE ANGSTDIAGNOSTIK: Dieses Kapitel dient als Exkurs in die Möglichkeiten der Erfassung von Angst mittels Rating-Verfahren, Eigenschaftslisten und Fragebögen.
7 AUSWIRKUNGEN VON SPORTANGST: Hier werden die negativen Auswirkungen von Angst auf motorische Leistungen, die Persönlichkeitsentwicklung und weitere Lernbereiche ausführlich dargestellt.
8 ANGSTBEWÄLTIGUNG: Der letzte Hauptteil bietet konkrete Konzepte und Maßnahmen zur Angstreduktion im Sportunterricht durch Fremdregulation, Umweltveränderung und Selbstregulation.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Das Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont den Nutzen einer bewussten Angstbewältigung für den Sportunterricht.
Sportdidaktik, Angst, Angstbewältigung, Sportunterricht, Angsttheorien, Misserfolgsangst, Leistungsdruck, Sozialisation, Angstdiagnostik, Motorik, Selbstregulation, Fremdregulation, Schulsport, Trait-Angst, State-Angst.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Entstehung, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Angst im Kontext des schulischen Sportunterrichts sowie der Darstellung von Möglichkeiten zu deren Bewältigung.
Die Arbeit behandelt die theoretische Fundierung des Angstbegriffs, die Ursachenforschung in Sozialisationsprozessen, die Symptomerkennung, die Auswirkungen auf die motorische und sportliche Leistungsfähigkeit sowie Strategien der Angstregulation.
Das Hauptziel ist es, ein umfassendes Verständnis für das Phänomen Angst im Sportunterricht aufzubauen, um Lehrkräften fundierte Ansätze für einen angstfreieren und somit erfolgreicheren Sportunterricht an die Hand zu geben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Theorien (physiologisch, psychologisch, kognitiv) und überträgt diese Erkenntnisse auf den spezifischen Anwendungsbereich des Schulsports.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Klassifizierung von Angstformen, die wissenschaftliche Ursachenforschung, die Diagnostik, die Analyse der Auswirkungen auf Leistung und Persönlichkeit sowie die konkreten praktischen Maßnahmen der Angstbewältigung.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Sportdidaktik, Angst, Angstbewältigung, Leistungsdruck, Angsttheorien, Sozialisation und Selbstregulation geprägt.
Die Unterscheidung hilft Lehrern zu differenzieren, ob eine konkrete Bedrohung vorliegt (Furcht) oder ob eine unbestimmte, subjektive Angst vorliegt, die durch andere Faktoren oder vergangene Erfahrungen mitbestimmt wird.
Der soziale Druck, besonders durch das Leistungs- und Konkurrenzprinzip, kann bei Schülern Versagensängste und Minderwertigkeitskomplexe auslösen, wenn Anerkennung stark von der sportlichen Leistung abhängig gemacht wird.
Die Methode wird eingesetzt, indem Schüler angstbesetzte Situationen (z. B. das Geräteturnen) in einer angstfreien Umgebung schrittweise und in einer Hierarchie von leichteren zu schwierigeren Anforderungen bewältigen.
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