Wissenschaftliche Studie, 2003
45 Seiten, Note: scheinrelevante Exkursion
1 Einleitung
2 Grenzerfahrung Gibraltar – eine Erstbegegnung
2.1 Geologische Eckdaten
2.2 Lebensraum „The Rock“
2.3 „Gibraltarian first“ – Anmerkungen zum Kulturraum Gibraltar
3 Gibraltar – ein historischer Abriss
3.1 Ur- und Frühgeschichte
3.2 Moorish Occupation
3.3 „Spanish Occupation“
3.4 „British Occupation“
3.4.1 Die „Neutrale Zone“, oder: Was vom Grenzland übrig blieb
3.4.2 Gibraltar und die Weltkriege
4 Militärhistorische Monumente
4.1 Hafen
4.2 Moorish Castle
4.3 Stadtmauern
4.4 Parson’s Lodge
4.5 Trafalgar Battle und Trafalgar Cemetery
4.6 Kanonenstellungen und Batteries
4.6.1 allgemein
4.6.2 Die 100 Ton Gun
4.7 Tunnelsysteme
4.7.1 Great Siege Tunnels
4.7.2 World War II Tunnels
4.8 The Upper Rock
4.8.1 St Michael’s Cave
4.8.2 O’Hara und Lord Airey’s Battery
4.8.3 Military Heritage Centre
4.8.4 Exkurs: Last Ape Standing – der Kampf um die Affen
4.9 Flughafen
5 Schlussbemerkung
Ziel dieses Berichts ist es, die bewegte militärhistorische Vergangenheit Gibraltars anhand ausgewählter architektonischer und monumentaler Meilensteine nachzuzeichnen und in den landeskundlichen Kontext einzuordnen.
4.6.2 Die 100 Ton Gun
Ein Einsatz, kein Gegner, kaum Schaden – das ist die friedliche Bilanz eines gewichtigen „Spätzünders“: Im Jahre 1870 verkaufte der Ingenieur Sir W.C. Armstrong in Newcastle-upon-Tyne acht bahnbrechende 100-Tonnen-Kanonen an die italienische Marine, und löste damit in seiner englischen Heimat prompt die Furcht aus, das bis dato britisch kontrollierte Mittelmeer sei nunmehr „defenseless against long range bombardements“. Umgehend bestellte also die britische Regierung ihrerseits vier seiner „100 Ton Guns“ und positionierte jeweils zwei der bald als „The Rockbuster“ und „Supergun“ bezeichneten Anlagen auf Malta und Gibraltar. Zum Kriegseinsatz kam allerdings keine einzige 100 Ton Gun, nachdem das Modell bereits kurz nach seiner Erfindung mit der Einführung neuer Zündungs-Technologien obsolet geworden war. Der Eindruck seiner Erscheinung bleibt gleichwohl bis heute ungetrübt.
Die zumindest gemäß der gibraltarianischen „Tourist Information“ bis jetzt weltweit am besten erhaltene 100 Ton Gun thront rostfrei und frisch lackiert samt einem kleinen Museum über der gibraltarianischen Bucht. Je nach Berechnungsquelle werden ihr zwischen fünf und 13 Kilometern Feuerweite und eine Schwenkweite von bis zu 150 Grad attestiert, womit die Kanone im „besten“ Fall bis zur Nachbargemeinde La Lineas, „Algeciras“, schießen und damit die gesamte Bucht unter ihre Kontrolle bringen hätte können. Heute präsentiert sich die Anlage allem voran als ein interessantes Stück Ingenieursgeschichte: Unter der Kanone befinden sich in stumpfem Winkel zueinander zwei kaum mannhohe Räume mit je einer Art „Durchreiche“ zur Kanone, wobei jeweils aus einem von dieser Räume heraus die Kanone geladen wurde, während die Belegschaft des anderen Raumes ihre Ladung vorbereitete.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung Gibraltars als Militärsperrgebiet und führt in die Absicht des Exkursionsberichts ein, die geschichtlichen Meilensteine des „Felsens“ zu dokumentieren.
2 Grenzerfahrung Gibraltar – eine Erstbegegnung: Dieses Kapitel liefert geologische Fakten sowie einen landeskundlichen Überblick über den Lebensraum und die kulturelle Identität der Gibraltarianer.
3 Gibraltar – ein historischer Abriss: Der Abriss strukturiert die Geschichte Gibraltars in die Phasen der maurischen, spanischen und britischen Besatzung, unter besonderer Berücksichtigung militärischer Ereignisse.
4 Militärhistorische Monumente: In diesem Hauptteil werden spezifische Monumente wie der Hafen, das Moorish Castle, Tunnelsysteme und Kanonenstellungen detailliert analysiert.
5 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung reflektiert die Exkursion als moderne Begegnungsstätte und verdeutlicht, dass Gibraltar weit mehr ist als eine rein militärhistorische Fundgrube.
Gibraltar, Militärgeschichte, Great Siege, Tunnelsysteme, 100 Ton Gun, Britische Kronkolonie, Strategie, Festung, Royal Navy, Operation Torch, Identität, Zweiter Weltkrieg, Denkmalpflege.
Der Bericht dokumentiert eine Exkursion nach Gibraltar und analysiert das militärhistorische Erbe des Felsens im Kontext seiner wechselvollen Geschichte.
Die zentralen Themen sind die militärische Entwicklung des Felsens, die Auswirkungen der verschiedenen Besatzungsperioden und die heutige touristische sowie symbolische Bedeutung der Denkmäler.
Ziel ist es, die „verschlungenen Pfade“ der gibraltarianischen Geschichte aufzuzeigen und die historisch relevanten militärischen Monumente für ein breiteres Verständnis zu erschließen.
Die Arbeit basiert auf einer Feldexkursion, der Auswertung historischer Quellen und der Dokumentation der Monumente vor Ort durch Beobachtung und Fachgespräche.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-chronologische Einordnung und eine detaillierte Vorstellung militärischer Monumente wie Tunnel, Batterien und Stadtbefestigungen.
Schlüsselbegriffe sind Militärhistorie, Strategische Lage, Besatzungsgeschichte, Festungsbau und die kulturelle Identität „Gibraltarian first“.
Sie war ein streng geheimes Projekt zur Beobachtung des Feindes im Falle einer Invasion; die britische Regierung bestritt ihre Existenz über Jahrzehnte, bis sie 1997 zufällig wiederentdeckt wurde.
Die Technik war aufgrund der schnellen Entwicklung von Zündsystemen bereits kurz nach ihrer Installation veraltet und erfüllte somit primär eine abschreckende symbolische Funktion.
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