Masterarbeit, 2014
85 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Delightful Horror: Über den Begriff des Erhabenen
1.2 Das Erhabene im historischen Kontext
2 Johann Heinrich Füssli: Das Künstlerleben des Poet-Painters
3 Konzeption und Prinzipien der Malerei Füsslis
4 Die Erschütterung der Sinne: Zur neuen Ästhetik des Erhabenen in Johann Heinrich Füsslis Werk
4.1 Die Sünde, vom Tod verfolgt
4.1.1 Ikonografische Analyse
4.1.2 Ikonologische Interpretation
4.2 Lady Macbeth mit den Dolchen
4.2.1 Ikonografische Analyse
4.2.2 Ikonologische Interpretation
4.3 Der Nachtmahr
4.3.1 Ikonografische Analyse
4.3.2 Ikonologische Interpretation
5 Professor of Painting - Der Maler als Akademiker: Diskrepanz und Kongruenz zwischen Theorie und Praxis
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ästhetik des Erhabenen in der Kunst um 1800, mit einem besonderen Fokus auf das Werk von Johann Heinrich Füssli. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Füssli die theoretische Kategorie des "Delightful Horror" durch seine innovative Bildsprache in die Praxis umsetzte und dabei traditionelle akademische Normen mit subjektiven, schaurigen Bildwelten konfrontierte, um eine tiefgreifende Wirkung beim Rezipienten zu erzeugen.
1.2 Delightful Horror: Über den Begriff des Erhabenen
Obwohl der britische Dramatiker John Dennis den Ausdruck Delightful Horror bereits in einem Brief vom 25. Oktober 1688 verwendete, um das gemischte Gefühl, das er während einer Alpenüberquerung am Mont Cenis von Frankreich nach Italien wahrnahm, zu beschreiben, so wurde diese Formulierung erst durch Edmund Burke geprägt. Zurückzuführen ist das Oxymoron auf seine 1757 erschienene empiristisch-sensualistische Abhandlung namens A Philosophical Enquiry into the Origin of our Ideas of the Sublime and the Beautiful, worin er das Erhabene und Schöne als nicht vermittelbare Gegensätze auffasst und eine Ästhetik des feierlichen Schreckens, des genussvollen Schauders beschreibt.
Auseinandersetzungen mit der Theorie des Erhabenen gab es schon seit der Antike, die diesen Terminus jedoch ausschließlich als Gegenstand der Rhetorik, in zweierlei Hinsicht, verwendete. Zum einen bezog sich der Ausdruck auf den höchsten Schreibstil der Dreistil-Lehre, das Genus sublime, zum anderen bezeichnete er auch die Wirkung, die dieser hohe respektive erhabene Stil auf den Rezipienten hatte. Pseudo-Longin beschreibt in seiner Schrift Peri hypsous das Sublime als diejenige Kraft, die die Hörer verzückt und überwältigt. Aufgrund der irrationalen Effektes wurde das Erhabene häufig mit dem antiken Furor poeticus und später mit dem romantischen Geniebegriff assoziiert. Ein Hauptaspekt für die Idee des Erhabenen ist bei Longin und bei seinen Nachfolgern die Einbildungskraft, die durch einen Zustand von Begeisterung oder Leidenschaft eine Evokation von lebhaften Bildern verursacht. Dabei kann das Vorstellungsvermögen des Künstlers durchaus erweitert und gefördert werden. Dies wird durch die Nachahmung der alten und neuen Dichter möglich, die jedoch nicht mit bloßem Kopieren zu verwechseln ist, sondern eher ein Nachempfinden ihres Geistes ausdrückt.
1 Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen fest, definiert den Begriff "Delightful Horror" und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit anhand ausgewählter Werke Füsslis.
2 Johann Heinrich Füssli: Das Künstlerleben des Poet-Painters: Dieses Kapitel beleuchtet die biographischen Hintergründe Füsslis und seine ambivalente Stellung zwischen akademischem Anspruch und künstlerischer Extravaganz.
3 Konzeption und Prinzipien der Malerei Füsslis: Hier werden die künstlerischen Arbeitsweisen, der Umgang mit der Natur und die Bedeutung der Fantasie und der poetischen Imagination analysiert.
4 Die Erschütterung der Sinne: Zur neuen Ästhetik des Erhabenen in Johann Heinrich Füsslis Werk: Das Hauptkapitel widmet sich der detaillierten ikonografischen und ikonologischen Untersuchung der drei ausgewählten Hauptwerke und deren Bezug zum Erhabenen.
5 Professor of Painting - Der Maler als Akademiker: Diskrepanz und Kongruenz zwischen Theorie und Praxis: Dieses Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen Füsslis offizieller Rolle als Professor an der Royal Academy und seinem persönlichen künstlerischen Schaffen.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die Wirkungsgeschichte des Erhabenen und die Bedeutung von Füsslis innovativer Bildsprache für die Kunstgeschichte.
Johann Heinrich Füssli, Delightful Horror, Das Erhabene, Romantik, Poet-Painter, Ikonografie, Ikonologie, Der Nachtmahr, Royal Academy, Bildstrategien, Schreckensästhetik, Imagination, Wirkungstheorie, Kunstgeschichte, Klassizismus.
Die Arbeit untersucht die Wirkungsgeschichte der ästhetischen Kategorie des "Erhabenen" in der Kunst um 1800, fokussiert auf das Schaffen von Johann Heinrich Füssli.
Zentral sind die theoretische Definition des "Delightful Horror", das Verhältnis von Text und Bild (Intertextualität) sowie die künstlerische Verarbeitung von Schreckensmomenten in der Malerei.
Ziel ist die Analyse, wie Füssli durch die Anwendung des "Erhabenen" traditionelle akademische Regeln überwand, um beim Betrachter eine emotionale Erschütterung hervorzurufen.
Die Arbeit nutzt die ikonografische und ikonologische Methode, um die inhaltliche und stilistische Bedeutung ausgewählter Gemälde Füsslis zu rekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert intensiv drei Schlüsselwerke: "Die Sünde, vom Tod verfolgt", "Lady Macbeth mit den Dolchen" und "Der Nachtmahr", jeweils mit Fokus auf deren ikonografische Analyse und ikonologische Interpretation.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Erhabenes, Poet-Painter, Kunsttheorie, Schreckensästhetik und Imagination.
Die Arbeit beleuchtet die Diskrepanz zwischen seinen konservativen theoretischen Lehren an der Royal Academy und seiner tatsächlichen, oftmals subversiven künstlerischen Praxis.
Das Werk gilt als paradigmatisch für Füsslis Fähigkeit, psychologische Ängste und Traumwelten in eine visuelle Form zu bringen, die das kollektive Bildgedächtnis nachhaltig prägte.
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