Bachelorarbeit, 2017
74 Seiten, Note: 2,0
1 Nutzerverführung in Facebook Werbung
2 Verhaltensökonomische Erkenntnisse
2.1. Abschied von der klassischen Ökonomie
2.2 Bewusste und unbewusste Denksysteme
2.3 Auftreten von kognitiven Verzerrungen und Heuristiken
2.4 Definition von Entscheidung, Nutzen und Risiko
2.5 Erwartungsnutzentheorie als Ansatz für die Neue Erwartungstheorie
2.6 Verlustaversion als Teil der Neuen Erwartungstheorie
2.6.1 Die Entscheidung hängt vom Referenzpunkt ab
2.6.2 Abnehmende Sensitivität gegenüber Verlusten und Gewinnen
2.6.3 Die Verlustaversion als Kern der Theorie
2.6.3.1 Risikoaversion vs. Risikofreude
2.6.3.2 Warum Menschen verlustaversiv sind
2.6.3.3 Die Verlustaversion beeinflusst andere Effekte
2.6.3.4 Einsatz der Verlustaversion für Marketingzwecke
2.6.4 Kritik an der Neuen Erwartungstheorie
3 Facebook als Werbeplattform
3.1 Daten und Fakten zu Facebook
3.2 Das Potenzial von Facebook Werbung
3.2.1 Kampagnen, Werbeanzeigegruppen und Werbeanzeigen erstellen
3.2.1.1 Möglichkeiten zum detaillierten Targeting der Zielgruppe
3.2.1.2 Weitere potenzielle Einstellungen
3.2.2 Erfolg von Facebook-Werbeanzeigen messen
4 Testumsetzung und Ergebnisse
4.1 Konzeption des Tests
4.1.1 Gestaltung der Landing Page
4.1.2 Erstellung der Kampagne und Anzeigengruppe
4.1.3 Erstellung der Werbeanzeigen
4.1.2.1 Gestaltung der Gewinn-Variante
4.1.2.2 Gestaltung der Verlust-Variante
4.2 Durchführung des Tests
4.2.1 Pilottest – erster Versuch
4.2.2 Haupttest – zweiter Versuch
4.3 Auswertung des Tests
5 Kritische Schlussbetrachtung der Arbeit
5.1 Einsatz psychologischer Trigger in Facebook Werbung
5.2 Facebook als Werbeplattform zum Testen unterschiedlicher Werbeanzeigen
5.3 Handlungsempfehlung und Zukunftsausblick
Die Arbeit untersucht, ob der Einsatz verhaltensökonomischer Prinzipien – speziell der „Verlustaversion“ – auf Facebook-Werbeanzeigen zu einer messbaren Erhöhung der Klickrate (CTR) führen kann, um damit die Conversion-Optimierung zu unterstützen.
2.6.3 Die Verlustaversion als Kern der Theorie
Das Phänomen Verluste stärker als gleichwertige Gewinne zu gewichten, ist eines der wesentlichsten Prinzipien der Neuen Erwartungstheorie und zeigt sich in der Asymmetrie der Wertfunktion: im Verlustbereich fällt die Kurve steiler als sie im Gewinnbereich ansteigt.78 Die Dimensionen, wie Gewinne und Verluste subjektiv empfunden werden, lassen sich auf der Abbildung 5 deutlich erkennen. Laut Untersuchungsergebnissen bewerten Menschen Verluste 1,5 bis 2,5- mal stärker als Gewinne.79
Daniel Kahneman und Amos Tversky führten einige Experimente durch, um das Prinzip der Verlustaversion empirisch zu belegen. Abbildung 6 zeigt eine der vielen Fragestellungen der Untersuchungen: Bevor eine Entscheidung für diese Fragestellung getroffen wird, wird der psychologische Nutzenwert eines Gewinns in Höhe von 150 Dollar gegenüber den psychologischen Kosten eines Verlusts von 100 Dollar gestellt.82 Obwohl die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr Geld zu gewinnen als zu verlieren gleich ist, lehnte die Mehrheit der Menschen diese Wette ab.83 Einige Teilnehmer dieses Experiments gaben an, die Wette erst eingehen zu wollen, wenn der mögliche Gewinn mindestens doppelt so hoch ist wie der denkbare Verlust.84
Diese Logik klingt ziemlich irrational. Warum ist das so? Die Hirnforschung untersucht unter anderem das limbische System, wo die Verarbeitung von Emotionen stattfindet. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Geld-Gewinn-Erwartung den „Lustkern“ im limbischen System aktiviert, während bei Geldverlust die gleichen Bereiche aktiviert werden, die für Schmerzempfindung verantwortlich sind.85 Menschen versuchen Schmerzen und unangenehme Empfindungen zu vermeiden, daher reagieren sie verlustaversiv, oftmals, wenn sie sogar dafür auf einen möglichen Gewinn verzichten müssen.
1 Nutzerverführung in Facebook Werbung: Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung von Facebook als Werbeplattform und identifiziert die Herausforderung, Aufmerksamkeit bei Nutzern zu wecken, die sich nicht aktiv im Kaufprozess befinden.
2 Verhaltensökonomische Erkenntnisse: Es werden die Grundlagen der Verhaltensökonomie vermittelt, wobei das Modell der Neuen Erwartungstheorie und insbesondere die Verlustaversion im Zentrum stehen.
3 Facebook als Werbeplattform: Dieses Kapitel beschreibt die technischen Möglichkeiten der Anzeigenerstellung, des Targetings und die Nutzung der Plattform für Werbezwecke.
4 Testumsetzung und Ergebnisse: Hier wird der empirische Testaufbau erläutert, bei dem eine „Gewinn-Variante“ gegen eine „Verlust-Variante“ getestet wurde, um die Hypothese zur CTR-Steigerung zu prüfen.
5 Kritische Schlussbetrachtung der Arbeit: Eine kritische Reflexion über den Einsatz psychologischer Trigger, die Grenzen der Facebook-Werbetools sowie ein Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Verhaltensökonomie, Facebook Werbung, Verlustaversion, Neue Erwartungstheorie, Conversion Optimierung, Klickrate, CTR, psychologische Trigger, Targeting, A/B-Test, Induktive Statistik, Signifikanz, Konsumentenverhalten, Marketing, Handlungsframing
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Übertragung verhaltensökonomischer Konzepte auf Online-Marketing-Maßnahmen, speziell mit dem Einsatz psychologischer Trigger in Facebook-Anzeigen.
Die zentralen Felder sind die Verhaltensökonomie (insb. Neue Erwartungstheorie), die Funktionsweise der Facebook-Werbeplattform und die Durchführung sowie statistische Auswertung von A/B-Tests.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die Anwendung der „Verlustaversion“ in Facebook-Werbeanzeigen die Klickrate (CTR) signifikant erhöht.
Die Arbeit nutzt einen quantitativen, anwendungsorientierten Ansatz, bei dem zwei Werbeanzeigen im Rahmen eines Haupttests gegeneinander getestet und mittels induktiver Statistik (Chi-Quadrat-Test) ausgewertet werden.
Nach der theoretischen Fundierung der Verlustaversion folgt die detaillierte Beschreibung der Testumsetzung, einschließlich Kampagnendesign, Zielgruppenwahl und der anschließenden Interpretation der gewonnenen Daten.
Wichtige Begriffe sind Verlustaversion, Klickrate, Facebook-Ads, Neue Erwartungstheorie und statistische Signifikanz.
Das Targeting ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die ausgewählte Zielgruppe für die finanzthematischen Anzeigen empfänglich ist, ohne jedoch durch zu enge Kriterien die Aussagekraft der Daten zu verfälschen.
Es wurde ein „Handlungsframing“ genutzt, bei dem die Nutzer nicht nur über einen möglichen Gewinn informiert, sondern mit den Konsequenzen des Nicht-Handelns (Geldverlust) konfrontiert wurden.
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